
| Hersteller: | Daedalic Entertainment |
| Vertrieb: | Deep Silver |
| Steuerung: | Maus |
| Systemanforderungen: | Win XP/Vista / Pentium 2 GHz / 1 GB RAM / 3D-Grafikkarte 256 MB RAM / ca. 3 GB Festplatte |
| USK: | Freigegeben ab 6 Jahren |
| Offizielle Webseite: | www.the-whispered-world.com |
Benutze Spot mit ...
Und dass er Sadwick zur Seite steht, kann wohl wörtlich genommen werden. Denn Spot hat eine interessante Fähigkeit. Kommt er nämlich mit bestimmten Dingen in Verbindung, kann er dessen Eigenschaften annehmen. So kann er sich zum Beispiel selbst entzünden oder dick und schwer machen. Das ist jedoch nicht nur nette Dreingabe, sondern hat auch einen spielerischen Zweck. Über ein spezielles Menü, das sich bei Berührung der oberen rechten Bildschirmecke entfaltet, kann man die kleine Raupe jederzeit, nachdem sie die Fähigkeit einmal verinnerlich hat, direkt in die entsprechenden Formen verwandeln und anschließend wie einen normalen Gegenstand im Inventar benutzen. Das erlaubt eine vollkommen neuartige und frische, jedoch auch gewöhnungsbedürftige, Rätselkost, weil sie eben über die üblichen Inventar- und Dialogknobeleien hinaus geht. Eingeübte Adventure-Spieler könnten daher so manches Mal den möglichen Einsatz der kleinen Raupe komplett gedanklich übersehen. Ansonsten zeigt sich ‚The Whispered World‘ außerordentlich logisch und steigert von Anfang an kontinuierlich den Schwierigkeitsgrad. Sind zu Beginn noch wenige Orte zu erforschen und wenige Gegenstände im Gepäck, nimmt die Quantität beider stetig zu und damit eben auch der Rätselgrad.
Märchenhafte Grafik
Ein großes Lob muss man den Machern durchaus in Sachen Grafik zukommen lassen. Jede Location strotzt vor Detailfreude, angenehmen Koloriten und einer tollen Atomsphäre - nicht wenige haben gehobene Konzeptzeichnungsqualität. Teilweise sind diese so vollgestopft mit schmucken Details, dass man wichtige Gegenstände kurzerhand gar übersieht und das trotz der Tatsache, dass man mit einem Tastendruck sämtliche Objekte anzeigen kann. Leider trifft diese Qualität nicht ganz auf die Zwischensequenzen zu. Die sind zwar schick anzusehen, doch fallen optisch hinter den Locations teils deutlich zurück. Ein relativ großes Manko ist auch die geringe Auflösung, die zudem nicht verändert werden kann: 1024x768 Bildpunkte – mehr gibt’s nicht. So schön die Optik auch ist, in Sachen Größe ist sie schlicht und ergreifend nicht mehr zeitgemäß. Breitbildmonitore werden leider auch nicht unterstützt. Nutzer dieser Monitore werden in der beigelegten Anleitung dazu ermuntert, das Adventure im Fenstermodus zu bestreiten – was sich beinahe ein wenig anmaßend liest. Leider nicht in der ansonsten sehr hübsch gemachten Anleitung erwähnt, ist die Möglichkeit, eine Verzerrung der Locations im Vollbild bei Breitbildmonitoren in den Grafikkarteneinstellungen zu verhindern.
Die einzelnen Charaktere und Nebencharaktere sind hübsch gezeichnet und fügen sich sehr stimmig in die Räumlichkeiten ein. Bis auf die Tatsache, dass die Animationen etwas hölzern wirken, werden es zudem im Laufe der Spielzeit immer weniger Protagonisten mit denen man zu tun hat. In manchen Abschnitten fühlt man sich sicherlich ungewollt einsam und verlassen. Doch die Figuren, die man dann im Spiel trifft, sind tadellos und hervorragend synchronisiert. Es macht Spaß zuzuhören und vor allem bei Sadwicks deprimierend komischen Aussagen, muss man sich schon das Schmunzeln verkneifen. Des Weiteren versteckt sich faktisch hinter jedem Gegenstand, und sei er noch so unbedeutend, eine kleine Geschichte. Somit gehören die Dialoge und Objektbeschreibungen sicherlich zu den umfangreichsten und besten im Genre. Wer ‚Edna bricht aus‘ gespielt hatte, kann sich auf ein ähnlich sprachliches Ausmaß freuen.
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Nostalgie mit Hindernissen
Statt die Spiel-DVD mit allerhand Kopierschutzmechanismen zu beschweren, die dann bei jedem Zweiten Probleme machen, hat sich Entwickler ‚Daedalic Entertainment‘ etwas durchaus Interessantes einfallen lassen. Wie sicherlich viele wissen, wurden Adventures in den 90ern mit materiellen Mechanismen geschützt. Das konnten Coderäder sein oder äußerst dicke Handbücher, bei denen man ein Wort einer entsprechenden Seite eingeben musste. Im Falle von ‚The Whispered World‘ sind dies drei kleine, farbige Würfel. Bevor man sich ins Abenteuer stürzen kann, müssen entsprechend auf dem Bildschirm gezeigte Konstellation nachgestellt und das richtige Symbol auf einer bestimmten Würfelseite angegeben werden. Klingt ganz lustig, ist es aber nur mit etwas Übung. Tatsächlich muss man es ein paar Mal versuchen, um das Prinzip richtig zu verinnerlichen. Beim ersten Start haben wir satte drei Versuche benötigt. Wäre dieser dritte Versuch ebenso fehlgeschlagen, hätten wir uns auf dem Desktop wiedergefunden und müssten das Adventure erneut starten. Unnötig zu erwähnen, dass man die drei Würfel keinesfalls verlegen sollte. Denn sonst bleibt man der Märchenwelt für immer fern. Doch die Würfel haben auch einen anderen Nutzen. Denn der sehr ansehnlichen Verpackung liegt auch ein Brettspiel bei, für welches diese ebenso Verwendung finden.
Ein Märchen für Erwachsene
Ganz egal, ob die USK das Adventure ab sechs Jahren freigegeben hat, für uns ist ‚The Whispered World‘ ein Märchen für Erwachsene. Wir meinen, dass die nämlich viel stärker als kleine Kinder fasziniert werden. Obwohl Letztere natürlich auch mit Sadwick und Spot bedenkenlos alleine gelassen werden können. Die beiden Helden wachsen einem zudem im Laufe der sehr umfangreichen Spielzeit richtig ans Herz. Ganz großer Pluspunkt ist jedoch die Geschichte selbst. Denn die bietet so einige Überraschungen, die man sicherlich nicht erwarten würde. Schon alleine wegen diesem sehr gut geschriebenen Plot lohnt es sich, das Adventure anzugehen. Und wenn man sich dann noch die tolle Präsentation ansieht, die schon bei der Verpackung beginnt, sollte erst recht kein Weg an ‚The Whispered World‘ vorbeiführen. Störend könnte auf Dauer jedoch die Codeabfrage sein. Ist eine nette Idee, doch das korrekte Drehen der Würfel schluckt einfach zu viel Zeit. Ein kleines Spielchen zwischendurch ist so kaum möglich. Des Weiteren bekommt man vom oft angesprochenen großen Krieg, kaum etwas mit. Auch wenn man viele Orte bereist, so wird das Adventure dennoch stets etwas klein gehalten. Da hätte man auf jeden Fall noch mehr herausholen können. Das Potenzial wäre jedenfalls gegeben gewesen. Ganz wichtig ist obendrein, dass es ohne den Patch, der am Release-Tag erschien, in Kapitel vier unter bestimmten Bedingungen nicht weiter geht. Dieser sollte vor Spielstart unbedingt installiert werden. Aber sei’s drum: Sadwick soll angeblich die Welt zerstören, also hilf ihm das zu verhindern!
[ 15.09.2009 ]










































