
| Hersteller: | Wicked Studios |
| Vertrieb: | Frogster |
| Steuerung: | Maus |
| Systemanforderungen: | Win ME/2000/XP / Pentium III 1 GHz / 256 MB RAM & 512 MB RAM (WinXP) / 32 MB Ram 3D-Grafikkarte / ca. 700 MB Festplatte |
| USK: | Freigegeben ab 6 Jahren |
| Offizielle Webseite: | www.wickedstudios.com/keepsake |
Lass Dir Zeit …
Auf der Suche nach den Ursachen des Vorfalls geht es sehr gemächlich voran. Wer keine Geduld hat und schnell das Adventure hinter sich haben möchte, der sollte gleich aufhören, diesen Test weiter zu lesen. 'Keepsake'-Spieler müssen viel Geduld mitbringen. Begonnen bei den schier unbegrenzt lang zu scheinenden Fluren, die man stetig hin- und herrobben muss, aufgehört bei den schleppenden Dialogen. Aufgrund der Tatsache, dass die Untertitel auch nicht deaktivierbar sind, wird, während der Gespräche, nur langsam von einem auf den nächsten, gesprochen Satz umgeschaltet. So fühlen sich die Dialoge nicht nur langatmig an, sondern vermitteln auch schnell einen Eindruck der Langeweile - aufgrund der fehlenden Dynamik. Kleine Fehlerchen mussten wir leider gleich zu Beginn bei der Dialogführung feststellen, so war kurzzeitig das Gesprochene fast unhörbar leiste. Doch dieser Fehler, und kleine andere, können mit einem Update behoben werden, das beim Schreiben dieses Artikels bereits vorlag.
Brauchst Du Hilfe?
Spieler, die schnell zur Lösung greifen und sich leicht durch die dargelegten Lösungswege verführen lassen, die werden es bei 'Keepsake' sichtlich schwer haben, sich zu beherrschen. Denn das eingebaute, vierstufige Hilfesystem ist quasi eine integrierte Komplettösung. Während Stufe eins nur kleine Hinweise auf des Rätsels Lösung bietet, verrät Stufe drei fast die genaue Vorgehensweise. Stufe vier verlangt dem Spieler dann sogar keinerlei Tätigkeiten mehr ab, denn mit Aktivierung dieser, wird das Rätsel als gelöst angesehen. Das Rätseldesign an sich splittet sich weniger in die klassischen Inventarrätsel und die Logik-Aufgaben auf. Erstere werden nämlich oft automatisch durch Lydia erledigt, sobald der entsprechende Gegenstand im Gepäck schlummert. Die Logikaufgaben erstrecken sich über das verstehen von, mehr oder weniger, wirren Apparaturen und dem grundlegenden Verständnis unbekannter Maschinchen.
Bildende Kunst
Die Grafik ist angenehm anzusehen, reißt jedoch keinen mehr vom Hocker. Herausragend sind jedoch die Größen der einzelnen Locations. Oft sind die Screens über mehrere Bildschirme, in jede Himmelsrichtung, groß. Enttäuschend fallen die Animationen der Charaktere auf. Abgesehen von den fehlenden Lippenbewegungen sind die Bewegungsabläufe schlichtweg zu plump. Selbst die Zwischensequenzen müssen Abzüge in Kauf nehmen, denn leider hat man sich für 3 CDs als Speichermedien entschieden, worauf man die hohe Kompression den Zwischenfilmchen deutlich ansieht. Unzeitgemäß, denn eine DVD hätte da Abhilfe schaffen können, die durch ihre wesentlich höhere Speicherkapazität punktet und zu alledem auch das Wechseln der Disks bei der Installation vermieden hätte.
Klangwirkung
Akustisch punktet dann das Adventure wieder mit atmosphärischen Tönen und zahlreichen Geräuschen. Die musikalische Seite weiß ebenso sehr zu gefallen. Vor allem die Sprachausgabe zeigt noch einmal deutlich, dass man sich mit 'Keepsake' wirklich Mühe geben wollte. Alle Sprecher sind vom professionellem Schlag und hauchen den Charakteren gekonnt Leben ein.
Ein Adventure mit Stärken und Schwächen
'Keepsake' ist kein Adventure, dass man bedenkenlos jedem empfehlen kann, der sich gern hinter seine Maus klemmt und Rätsel löst. Der Plot des Spiels ist zwar sehr ansprechend, doch ist der langatmige Weg bis zum Ende, durch die viele Lauferei, einfach nicht jedermanns Sache. Vor allem, wer das Adventure ohne das Hilfesystem beenden möchte, der muss zahlreiche Stunden zusätzlich einplanen. Fazit: Wer Zeit und Geduld hat, dem sei Lydias Abenteuer ans Herz gelegt, wer jedoch schnell voran kommen möchte, der ist hier fehl am Platz.



































