| Hersteller:
| Black Star Interactive
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| Vertrieb:
| Black Star Interactive
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| Steuerung:
| Maus
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| Systemanforderungen:
| Win 95/98/ME/2000/XP / Pentium II 360 MHz / 64 MB RAM / ca. 180 MB Festplatte / 3D-Grafikkarte 16 MB RAM
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| USK:
| Freigegeben ab 12 Jahren
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| Offizielle Webseite:
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Adam Vandell ist Polizist in der Mega-City Herida 5 im Jahre 2289. Er hatte eine sehr tragische Vergangenheit, kommt aus verschobenen Familienverhältnissen und musste den Tod seiner damaligen 19-jährigen Freundin miterleben. Er wollte nur Eis holen und sich mit ihr einen schönen Abend machen, doch als er mit einem schlechten Gefühl im Bauch seine Wohnung betrat, sieht er seine Freundin in einer Blutlache liegen. Sie wurde kaltblütig abgestochen. Seit dem war und ist er nicht mehr derselbe Mensch. Er trat einer Söldnergruppe bei, mit dem Gedanken im Kopf, dass er beim Erschießen des Gegners seine Wut endlich los werden würde - dies scheiterte. Außerdem war der Mörder seiner Freundin noch immer nicht gefasst und so beschloss er, es selbst in die Hand zu nehmen und arbeitete als Detektive beim Morddezernat. Er konnte den Mörder nie fassen, hatte aber einen ebenso schrecklichen Fall mit einem Mann namens Mandarin, der um seine Schwester zu rächen, selbst die Kindermörder auf brutalste Weise richtete. Seit dem ist einige Zeit vergangen, doch plötzlich kommen die Erinnerungen wieder herauf, als ein Nachahmer ähnliche Morde begeht.
Die Hintergrundgeschichte vermag zwar schon das Interesse des Spielers zu wecken, doch die Umsetzung des Ganzen ist gerade noch so im Rahmen unterer Bereiche heutiger Qualitätsstandards. Zwischensequenzen des Spieles sind nur in Form von unanimierten Standbildern vorhanden. Mag vielleicht nicht so schlimm klingen, doch ist es bei der ein oder anderen Szene doch etwas unpraktisch, auf ein und dasselbe Bild zu starren und "ewig" zuzuhören, was denn nun genau passiert. Dadurch wird dem Spiel jegliche Dynamik geraubt, die auf jeden Fall das Spiel spannender gemacht hätte. Die Atmosphäre der dunklen Gassen und Straßen ist zwar mehr oder weniger gelungen, jedoch kommt das Spiel fast ohne Hintergrundmusik aus und der Spieler vernimmt zumeist nur diverse langweilige Geräuschkulisse.
Die weitere Umsetzung ist ebenso nur minder gelungen, denn man merkt dem Spiel förmlich den roten Sparstift an: Teilweise wurden gewisse Dinge beispielsweise nicht eingedeutscht. Wenn eine Örtlichkeit in der deutschen Version "Scrapyard" heißt, wundert es auch nicht mehr, dass noch mehr Dinge einfach weggelassen wurden. So verfügt das Spiel zwar über deutsche Sprachausgabe, jedoch nur in den selbstlaufenden kurzen Gesprächen und den Zwischenbildern. Alle weiteren Texte müssen Wohl oder Übel selbst gelesen werden und man fühlt sich dadurch etwas in der Zeit zurück versetzt, aber sicher nicht im Jahre 2003. Positiv ist zu bewerten ist aber, dass mittels des Sprachstils Jargon - also der Alltagssprache im "richtigen Leben" - doch hin und wieder ein Hauch von Atmosphäre zu verspüren ist. Die Animationen des Spieles sind ebenso ein Opfer der Ersparnis geworden, denn die sind praktisch nicht vorhanden. Alles, was im gesamten Spiel (richtig) animiert wurde, ist der Titelheld Vandell, der jedoch nur das Laufen kennt und bei anderen Aktionen schlichtweg still steht und mittels eines Soundeffekts dem Spieler die eben passierende Aktion nahe gelegt wird.
Gesteuert wird 'Vandell' mittels der Maus, im alten Point-and-Click-Verfahren. Verben werden hierbei jedoch nicht genutzt, so übernimmt die linke Maustaste das Nehmen, Ansprechen und Benutzen und die rechte Maustaste das Untersuchen. Doppelklick der rechten Maustaste aktiviert übrigens das interessante Tool in Vandells Kopf: das G.E.Q. - mit Hilfe er Gedanken lesen kann. Tolle Idee, doch kommt dieses im ganzen Spiel nur einmal zum Einsatz. Bei allen anderen Personen verursache dies entweder Hirnschäden oder die Köpfe sind einfach nur hohl - laut Vandell. Der Wechsel zwischen den Örtlichkeiten geschieht entweder, durch Verlassen des Raumes oder das Drücken der Leertaste. Das Inventar verwandelt sich dann in eine Übersicht der bereits bekannten Örtlichkeiten, die nur noch angeklickt werden müssen.
Das Adventure ist etwas trist und träge. Es will einfach kein richtiges Feeling aufkommen und glaubt man gerade, es sei soweit, so ist das extrem kurze Spiel auch schon wieder zu Ende. Daher gibt es nur einen einzigen Spielstand, der immer wieder überspeichert wird. Lange benötigen geübte Adventurier nicht, ist es doch im Grunde für Anfänger gemacht. Die Rätsel sind sehr logisch und liegen zumeist buchstäblich auf der Hand. 'Vandell' ist insgesamt ein Adventure, welches keineswegs zeitgemäß ist, was allerdings auch den recht geringen Preis rechtfertigen würde.