
| Hersteller: | Ubisoft |
| Vertrieb: | Ubisoft |
| Steuerung: | Maus |
| Systemanforderungen: | Win 98/ME/2000/XP / Pentium III 700 MHz / 128 MB RAM & 256 MB Ram (XP) / ab 3,5 GB Festplatte |
| USK: | Freigegeben ab 6 Jahren |
| Offizielle Webseite: | www.mystrevelation.com |
Es war einmal…
Wir erinnern uns: Atrus, letzter Überlebender der Rasse D'ni, hat die Fähigkeit Welten zu erschaffen, in dem er sie in seinen Büchern beschreibt. Zusammen mit seiner Familie, seiner Frau Katherina, sowie den Söhnen Sirrus und Achenar bereiste er viele dieser Welten, lernte die Kulturen der Einwohner und zeigte seinen Söhnen, diese zu respektieren. Doch die Söhne hatten andere Pläne: Sie begannen die Welten zu terrorisieren, zu vernichten und verbrannten viele der Bücher, in dem Atrus sie beschrieb. Dieser hatte keine Wahl, als den beiden eine Falle zu stellen: Er schrieb zwei spezielle Bücher, welche ein unüberwindbares Gefängnis für die Söhne werden sollten. Diese bereisten sie aufgrund ihres Wahnes und waren fortan in diesem Kerker gefangen. Selbst vor ihrem eigenen Vater hatten sie nie halt gemacht, worauf dieser die Bücher und somit auch seine Söhne schließlich vernichtete.
Die "Gegenwart"
Dies ist nun schon 20 Jahre her, doch Atrus verbarg all' diese Jahre ein Geheimnis: Sirrus und Achenar sind nicht tot. Aufgrund dieser Enthüllung, nach so langer Zeit, schreibt Atrus erneut an den Spieler, der diesen in Tomaha besuchen soll. Dort lernt man, die inzwischen schon größer gewordene, Yeesha kennen und von Atrus' vorhaben, die beiden Söhne, Sirrus und Achenar eventuell sogar wieder frei zu lassen, da Katherina davon überzeugt ist, dass sich die Söhne in den Jahren der Isolation wieder zum Guten verändert haben. Doch vorher möchte Atrus die beiden Welten, die er für seine Söhne geschrieben hat, bereisen. Bevor es aber so weit kommen kann, verschwindet plötzlich die kleine Yeesha spurlos und der Spieler macht sich direkt auf den Weg, nach ihr zu suchen. Dabei bereist man insgesamt vier verschiedene Welten, darunter die beiden Welten, in denen die Söhne gefangen sind...
State of the Art
Kaum hat man das Spiel einmal gestartet, kann man schon im Intro kaum seinen Augen trauen. 'Myst IV' ist mit Abstand das rendertechnisch wohl aufwendigste Adventure, das jemals den PC Monitor zum Schmelzen bringen konnte. Man kann ohne weiteres behaupten, hier absolute High-End-Grafik vorzufinden, die selbst den schon aufwendigen dritten Teil der Reihe 'Myst III - Exile' vollständig in den Schatten stellen kann. Prahlte man doch bei diesem noch damit, dass man sich 360-Grad-drehen konnte, so gibt 'Myst IV' dem Spieler sogar noch mehr Freiheiten. So kann man sich nun sogar während laufender Animationen, mit Darstellern im Bild, völlig frei bewegen. Überhaupt wirkt das Spiel belebter denn je und so kann selbst das echtzeitberechnete realMYST diesen vorgerenderten Locations nicht das Wasser reichen. Hier bewegen sich Bäume im Wind, da fliegen Vögel herum und in den Außenrealen dunkelt sich das Bild ab, weil Wolken den Weg des Sonnenlichtes versperren, die nebenbei oft auch noch Schatten werfen, welche weich über die Landschaften wandern. Sogar an die Anpassungsfähigkeit der Linse im menschlichen Auge wurde gedacht, denn nur die betrachteten Dinge werden "scharf gestellt". Gegenstände um das Sichtfeld herum werden nur unscharf angezeigt. Also wir kamen aus dem Staunen oft nicht mehr heraus, was da mit vorberechneten Orten angestellt wurde - zumal diese Grafikpracht selbst auf älteren PCs möglich ist.
Filmreifes Audio-Ambiente
Auch die Lautsprecher werden ebenso gefordert wie der Monitor. Jack Wall leistete, wie auch im dritten Teil, hervorragende Arbeit und schrieb einen Score, der sich wahrlich hören lassen kann. Auch Peter Gabriel verwöhnt den Spieler mit einem exklusiven Musikstück, welches nur für den vierten Teil der Saga komponiert wurde. 'Myst IV' bietet darüber hinaus auch die Anpassungsfähigkeit der Musik an den jeweiligen Ort, was im dritten Teil fehlte. Dort wurde "lediglich" ein Thema für jede Welt geschrieben. Sound-Effekte könnten ebenso aus dem Repertoire eines Hollywood-Studios stammen: Glasklar und man hört nicht einen Ton noch einmal irgendwo anders im Spiel. Hängen drei Pfannen an der Wand, hat jede dieser Pfanne einen eigenen "Dong"-Ton.
Mystische Rätsel und Steuerung
Das wohl wichtigste Element eines Adventures sind nun einmal die Rätsel. Ganz im Sinne der Serie findet man von diesem mehr als genug in 'Myst IV'. Um auch Logikaufgaben-Muffel an die Maus zu holen wurde ein dreistufiges Hilfesystem integriert, welches dem Spieler - wenn er dies wünscht - hilfreiche Tipps zur Lösung eines Rätsels offenbart. Ein sehr durchdachtes und originelles Feature, wie wir finden. Ohne Hilfe sind die Rätsel wie gewohnt anspruchsvoll und stets logisch. Oft muss man sich in Maschinen erst hinein denken und so kann es - trotz Hilfe - bei Anfängern schon mal zu Ratlosigkeit führen. Die Steuerung hingegen ist noch immer wie vor 11 Jahren: Die Maus hat das alleinige Recht, den Spieler auf seinen Reisen durch die verschiedenen Welten zu begleiten und ein Klick sagt, wo's langgeht.
Unser Fazit
Multimedial spielt das Adventure in der allerhöchsten Liga und versetzt den Spieler tiefer als jemals zuvor in das Myst-Universum. Dies hat allerdings auch seinen Preis: So werden, schon in der Minimal-Installation, über 3 GB der Festplatte belegt und die Voll-Installation braucht sage und schreibe knapp 8 GB!! Dennoch: 'Myst IV' ist zweifelsohne ein absoluter Hit für Myst-Fans und solche die es werden wollen. Es zahlt sich aber aus, Kenner der Serie zu sein, denn 'Myst IV' führt nicht nur die Serie fort, sondern offenbart viele Antworten - selbst von Fragen, die man sich seit 1993 stellt, als das erste 'Myst' veröffentlicht wurde…




































