
| Hersteller: | AWE Games |
| Vertrieb: | Flashpoint |
| Steuerung: | Maus |
| Systemanforderungen: | Win 98/ME/2000/XP / Pentium III 850 MHz / 256 MB RAM / 32 MB Grafikkarte / ca. 1,5 GB Festplatte |
| USK: | Freigabe ohne Altersbeschränkung |
| Offizielle Webseite: | www.agathachristiegame.com |
Kannten Sie das Opfer?
Die Geschichte entwickelt sich nach und nach und bietet natürlich auch die Hauptmotivation des Spieles. Doch, da die Morde nicht allzu weit auseinander liegen, nervt dann doch die Tatsache, dass man alle noch Lebenden mit dem immer wiederkehrenden Fragen löchern muss. Auch störte uns, dass beispielsweise das erste Opfer Marston vor den Augen aller anderen stirbt, doch niemand sich auch nur annährend bewegt, ihm zu helfen. Stattdessen stehen alle teilnahmslos um die Leiche herum und spekulieren in aller Ruhe, was das Zeug hält. Da freut es auch nicht, dass die Sprachausgabe gelungen ist, denn vor allem in so einem Fall hätten wir uns mehr sprachliche Leistungen gewünscht, dass die Gäste zum Beispiel geschockt von dem wären, was sie da mit ansehen mussten. Nichtsdestotrotz: Die Hauptcharakterstimme dürfte bekannt sein. Der "deutsche" John Cusack verlieh dem nämlich Leben. Ansonsten sind aber auch die anderen Charaktere stimmlich in irgendeiner Weise bekannt, wurden sie doch schon in zahlreichen anderen, guten Adventures eingesetzt.
Ebenso unterstreicht der Soundtrack gut die Atmosphäre der spielerischen Romanumsetzung. Leider wirkt diese nach einiger Zeit etwas störend, da ein Musikthema schlichtweg viel zu lange am Stück vor sich herdudelt. Etwas mehr Abwechselung wäre da schon wünschenswert gewesen, dennoch mindert das den Spielspaß praktisch gar nicht.
Grafik
Das Gesehene bewegt sich auf einem befriedigenden Level, bietet aber kaum Konkurrenzprodukten Paroli: Die Charaktergrafiken sind einfach viel zu polygonarm, auch wenn die Animationen dieser recht lebensecht wirken. Während das im Spiel eher in den Hintergrund rückt, stechen die zu einfachen Modelle der Figuren gerade in den Zwischensequenzen regelrecht hervor und bieten einen harten Kontrast zum ansonsten hohen Niveau der Filmchen. Die zu bereisenden Locations bewegen sich auf einer Spannweite von detailreich bis detailarm: Was nämlich in das Innenleben des Hauses an Arbeit gesteckt wurde, fehlt leider bei den Außenarealen. Dort hat man dann versucht, mit Effekten wie Regen oder Nebel, das Gesehene aufzuwerten. Zusammenfassend: Die Grafik ist befriedigend, hätte aber durchaus besser sein können.
Rätsel
Gerätselt wird im altbewährten Adventuregewand. So wandern Gegenstände in das sich schnell füllende Inventar, aber auch wichtige Dokumente sollten gelesen werden. Da sich die Kost des Knobelns auf diese beiden Aspekte stützt, gibt es, neben dem eigentlichen Inventar, auch noch ein Behältnis für Dokumente. Alles Lesbare - ob Briefe oder Bücher -, was Patrick auf seiner Suche nach der Wahrheit findet, wird dort verewigt und kann jederzeit nachgelesen werden. Manko ist nur, dass die Ordnung der Dokumente nach Vorgaben der Programmierer stattfindet und nicht nach Eingang sortiert wird. So ist es uns nicht selten passiert, dass wir erst einmal schauen mussten, welches Dokument wir da eigentlich gerade eingesackt haben.
Wer war noch mal wer?
Im Spiel wird nur dürftig auf die einzelnen Personen eingegangen und wer romantechnisch nicht bereits Kenntnis von den Personen hat, der wird sich schnell in Verwirrung wiederfinden. Wer war noch mal wer und wer hatte mit wem? Es braucht einige Zeit, bei einem knappen Dutzend Personen, jeden richtig zuzuordnen, damit auch die Geschichte besser verstanden wird. Das haben die Entwickler wirklich nur dürftig in die Hand genommen und man lernt die einzelnen Charaktere im Grunde nur sehr mäßig kennen.
Der Mörder ist …
'Und dann gabs keines mehr' ist ein durchschnittliches Adventure, das vor allem von der interessanten Story lebt. Trotzdem kann man über die Schwachstellen nicht hinwegsehen: Auch, wenn es sich um ein klassisches Abenteuerspiel handelt, hätte die Grafik und vor allem die Charaktere, ruhig etwas ansehnlicher ausfallen können. Außerdem wäre es sehr gut gewesen, wenn man die Gespräche mittels Tastendruck abbrechen könnte. Man kann uns echt glauben, dass nach der Befragung der siebenten Person die Luft einfach raus ist, zuzuhören, da die Gespräche stets und ständig über dasselbe Standardschema ablaufen und man die Fragen den sechs Personen davor ebenso stellte. Ein klare Kaufempfehlung gibt es daher von uns für Fans der Agatha-Christie-Bücher und die, die sich vor dem Kauf die Demoversion angesehen haben.




































