| Hersteller:
| Dreamcatcher / Galiléa
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| Vertrieb:
| The Adventure Company
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| Steuerung:
| Maus
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| Systemanforderungen:
| Win 95/98/ME/XP / Pentium II 233 MHz / 64 MB RAM / ca. 150 MB Festplatte
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| USK:
| Freigegeben ab 12 Jahren
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| Offizielle Webseite:
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Wir schreiben die 30ziger Jahre. Alan Parker Cameron lebt in Chicago und arbeitet dort als Privatdetektiv. Sein Leben schien bislang doch eher unspektakulär, bis er eines schönen Tages eine Nachricht seiner Freundin Moira McFarley erhält, die unbedingt seine Hilfe in Ägypten benötigt. An dortigen Ausgrabungen sollen merkwürdige Dinge passieren. Cameron sieht dies als gute Chance, seinem tristen Dasein zu entrinnen und macht sich sofort auf die Reise. Kaum aber in Ägypten angekommen, verschwindet Moira noch vor dem ersten Treffen spurlos. Erste Untersuchungen stoßen schnell auf reges Interesse und so muss Cameron auch bald um sein eigenes Leben bangen, dem er nur mit Geschick und List entkommen kann. Im Laufe des Spieles deckt er alte Schriftzeichen auf, die auf einen Fluch des Pharao hindeuten. Nach der ersten Leiche stellt sich Cameron die Frage, ob seine Freundin noch unter den Lebenden weilt. Er muss sie finden. Auf seinem Weg dahin kommt er unweigerlich der Wahrheit um die alten Schriftzeichen immer näher. Dem doch recht ungewöhnlichen Namen zum Trotze, verbirgt sich hinter diesem Spiel die Fortsetzung von 'Cameron Files'. Damals versuchte der Privatdetektiv das Geheimnis von Loch Ness zu lüften.
'Amenophis' spielt sich aber nicht wie ein Klassik-Adventure, sondern wird aus der First-Person-Perspektive gespielt. Man sieht also die Örtlichkeiten direkt aus den Augen des Helden und dies ist buchstäblich so, denn jeder der Räume kann stufenlos in einer 360-Grad-Rundumsicht untersucht werden. Dies gewährleistet dem Spieler eine sehr hohe Freiheit, da der sich wirklich in die Rolle des Helden versetzt fühlt. Jedoch wäre hier auch der erste Kritikpunkt, denn die Grafik sieht doch etwas verwaschen aus und auch ein wenig unscharf. Außerdem gibt es fast keine Animationen im Spiel: Wasser plätschert starr vor sich hin und Menschen sieht man im Grunde eigentlich so gut wie gar nicht. Außerdem sind die Übergänge zwischen den einzelnen Bilder doch recht hart und so wäre wohl eine weichere Übergangsmöglichkeit zwischen einzelnen Locations sicher schöner anzusehen gewesen, doch ist natürlich auch nicht weiter tragisch. Nur in den zahlreichen und gelungenen Zwischensequenzen wird dem Ganzen dann doch etwas Leben eingehaucht. Die Sequenzen sind deutlich schöner und vor allem schärfer anzusehen als die eigentliche Spielgrafik. Diese spielen außerdem in der 3rd-Person-Perspektive, also nicht mehr aus den Augen Camerons. Die verleiht doch Spielfilm-Flair und viel Atmosphäre. Nicht weniger Gewicht für eine gelungene Atmosphäre hat natürlich auch die Musik, die ein besonderes Lob verdient. Die glänzt nämlich mit sehr guter Qualität und schafft Spannung. Sie setzt jedoch nur an bestimmten, wichtigen Stellen ein, passt aber dann dort um so mehr.
Ein negativer Aspekt des Spieles ist die durchgehende, englische Sprachausgabe. Einfach aus dem Grund, dass dies nicht auf der Verpackung der deutschen Version erkenntlich ist, dass das Spiel "nur" über englische Sprachausgabe verfügt. Da dies schon bei dem von uns getesteten 'Thorgal' - ebenfalls von 'The Adventure Company' - der Fall war, wäre dies auf jeden Fall beim nächsten Spiel verbesserungswürdig. Nur mittels der deutschen Untertitel kommt man in Kontakt mit unserer Landessprache. Bei den Sequenzen besteht eigentlich keinerlei Bedarf zur Kritik, da man genügend Zeit bekommt, mitzulesen. Im Spiel sieht das doch etwas anders aus, denn dort läuft der deutsche Text teils vollkommen unsynchron zum gesprochen, englischen Text. Dies hat zur Folge, dass das Gesagte meist schon viel weiter ist als der Text auf dem Bildschirm.
Auf Camerons Faden wandelt, in Bezug auf die Rätselkost, der eher fortgeschrittene Spieler. Die Rätsel sind immer vollkommen logisch und mit etwas Nachdenken dürfte es keine größeren Hänger geben. Fortgeschrittene sind aus dem Grund im Vorteil, weil das Spiel im Grunde keine neuen Innovationen in Sachen Rätsel an den Spieler stellt, denn die sind größtenteils alle irgendwie schon einmal dagewesen. Außerdem hebt auch die - vorhin angesprochene - etwas verwischte Grafik den Schwierigkeitsgrad, da man oft schon die Lösung ahnt, aber den Gegenstand nur schwer findet. Ein gutes Beispiel wäre hier ein Rätsel mit einer Metallkassette, bei welcher man den dazugehörigen Schlüssel finden muss. Ein Rätsel, bei dem man sich wirklich die Zähne ausbeißen kann, weil der Schlüssel durch die Grafik wirklich schwer zu entdecken ist.
Doch es gibt natürlich auch grafische Highlights: Neben den wirklich guten Zwischensequenzen ist das durchstreifen von düsteren Räumen bzw. Katakomben ein wirklicher Augenschmaus, wenn man im Schein einer Petroleumlampe Wandzeichnungen entziffert. Dies schafft wahrlich viel Atmosphäre, ist einfach nur spannend und man fühlt sich schnell in die Rolle eines Indiana Jones versetzt, zumal die Ähnlichkeiten der beiden Protagonisten wohl unübersehbar sein dürfte.
Mit Alan Parker Cameron auf Reise zu gehen und das Geheimnis des Pharao zu lösen ist durchweg eine mitreisende und spannende Geschichte, die wirklich überzeugen kann. Das Spiel beginnt vielleicht im ersten Kapitel etwas träge, doch dann kommt alles recht schnell in Schwung. Apropos Kapitel: 'The Adventure Company' hatte wohl auch ein Herz für Leute mit kleineren Konfigurationen. So ist dem Spiel ein kleines Programm beigelegt, mit welchem man einzelne Kapitel installieren bzw. deinstallieren kann. Dies ist durchaus hilfreich, wenn man zumindest immer das aktuelle Kapitel installiert, zumal das Spielen von Festplatte um Einiges komfortabler ist. Leider trafen wir auf unseren Erkundungstouren auf nicht gerade viele Personen, doch macht dies dem Spielspaß im Grunde keinen Abbruch, da man das Spiel wirklich empfehlen kann.