
| Hersteller: | Silver Style Entertainment |
| Vertrieb: | RTL Enterprises |
| Steuerung: | Maus |
| Systemanforderungen: | Win XP/Vista / Pentium IV 2 GHz / 512 MB RAM / 3D-Grafikkarte 64 MB RAM / ca. 4 GB Festplatte |
| USK: | Freigegebe ohne Altersbeschränkung |
| Offizielle Webseite: | - |
Geschwisterliebe
Mit den Blutverwandten hat man's oft nicht leicht. Vor allem, wenn beide Seiten nicht kompromissbereit sind. So ergeht es auch dem guten Simon, der sich in seinem Zimmer mit dem Brüderchen um das Fernsehprogramm streitet. Als keine Einigung erfolgt, fliegen nicht nur die Worte, sondern auch die Fernbedienung durch die Luft. Dummerweise befand sich der gute Simon in deren Flugbahn und geht kurzerhand bewusstlos zu Boden. In einer Vision sieht er dann plötzlich die … ähem … reifer gewordene Alix, welche um Hilfe bittet: Die Zauberwelt sei in großer Gefahr, die nur er abwenden könnte. Gesagt, getan: Im Nu ist der Kleiderschrank erneut betankt und schießt Simon zurück in die bekannte Zauberwelt. Kaum angekommen muss er erfahren, dass niemand über Probleme zu klagen scheint. Außerdem grüßt jederman den jungen Zauberer so freundlich, als habe man ihn erst vor wenigen Stunden das letzte Mal gesehen und kenne ihn nur als freundlich und hilfsbereit. Logisch, dass hier etwas nicht stimmen kann! Untermauert wird diese Ahnung dann auch noch von Alix, die kurzerhand mit Simon Schluss macht, obwohl die beiden noch niemals das Bett teilten. Ein Doppelgänger muss in den Gefilden sein Unwesen treiben. Dem muss Simon nun auf die Schliche kommen und obendrein noch einem Bösewicht das Handwerk legen.
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Zauberhafte Grafik
Bereits nach wenigen Sekunden des Spielens kommt man aus dem Staunen kaum mehr heraus: 'Simon IV' sieht einfach nur großartig aus. Alle Screens sind vorgerendert und protzen mit Details an allen Ecken und Enden. Kein Gedanke an die plumpen Grafiken des 3D-Vorgängers. Zusätzlich füllen allerlei Kleingetier die Locations und bieten dem Betrachter - ganz wie in den ersten beiden Abenteuern - viele kleine Animationen. Dort dreht ein Schmetterling seine Runde, hier fliegt ein Vogel vorbei - das kommt optisch natürlich richtig gut 'rüber. Das gilt auch für die vielen weiteren Features: Beispielsweise wird der dreidimensionale Simon korrekt von den zahlreichen vorgerenderten Lichtspendern angestrahlt und wirft zusätzlich einen edlen Echtzeitschatten. Der wiederum fällt korrekt auf den Hintergrund und fügt die Spielfiguren fast nahtlos in die Welt ein. Apropos Spielfiguren: Unwahrscheinlich detailliert, so dass sich die Entwickler auch nicht scheuen mussten, bei einigen Gesprächen die Nahansicht zu wählen. Vor allem bei Alix sind auch die … nun ja … sie ist auch sehr detailliert geworden. Ganz große Klasse, doch das hat auch seinen Preis: Eine Pentium-IV- oder vergleichbare CPU mit mindestens 2 GHz sollte es schon sein, damit Simon sich wieder in sein Zaubereroutfit wirft.
Zauberhafte Synchronisation
Viele Vertreiber haben zum Glück endlich begriffen, dass eine gute Sprecherwahl für ein Adventure, aufgrund der zahllosen Dialoge, elementar ist. Auch "Silver Style Entertainment" und "RTL Enterprises" haben sich dies zu Herzen genommen und eine Vertonung abgeliefert, die man getrost "perfekt" nennen kann. Nicht nur, dass Erik Borner wieder den Simon spricht, auch weitere bekannte Stimmen sind zu hören - wie der "deutsche" Arnold Schwarzenegger oder George Clooney. Hier hat man scheinbar keine Kosten und Mühen gescheut. Nur sehr wenige Sprecher sind doppelt besetzt und das merkt auch nur dann, wenn man ganz genau hinhört. Nicht minder gut gefallen haben uns darüber hinaus die digitalen Überarbeitungen der Stimmen von den Geistern und Fabelwesen, um diese märchenhafter klingen zu lassen, wie man das aus diversen Kinderhörspielen kennt. Hier wurde einfach tolle Arbeit geleistet! Die musikalische Untermalung hingegen drängt sich weniger in den Vordergrund. Sie dudelt passiv im Hintergrund und wirkte niemals störend. Schade nur, dass es keine neuaufgelegten Themen früherer Simon-Abenteuer in das Spiel geschafft haben.
Zauberhafte Rätsel
In den Denksportaufgaben besinnt man sich auf die Tugenden der Serie, denn die sind buchstäblich zuhauf vorhanden. Hätten wir beim Testen für gemeisterte Rätsel auf einem Schmierzettel eine Strichliste geführt, dann hätten wir sicherlich nach der halben Spielzeit einen neuen beginnen müssen. Dabei sind fast alle Knobeleien absolut logisch und ohne Murren in den Spielablauf integriert. Es geht viel hin und her, aber die Entwickler haben auch daran gedacht, dass sich Simon seine Fußsohlen nicht ablatscht. Ein Doppelklick gibt dem jungen Zauberer die Sporen, selbiger auf einen Ausgang führt zum sofortigen Verlassen der Location. Und wem das immer noch zu wenig ist, der wird sich über die mitgelieferte Karte freuen. Die hat man nach rund 15 Minuten Spielzeit im Inventar und kann mithilfe dieser blitzschnell zwischen den einzelnen Orten wechseln. Zum Knobeln gibt's dann auch noch diverse Hilfsmittel, die man verwenden kann: Ein Druck auf die Taste H macht sämtliche Gegenstände, Gesprächspartner oder Ausgänge kenntlich. Taste G zeigt nur die Gegenstände, die man aufnehmen oder mit denen man interagieren kann. Der Druck auf "E" zeigt alle Ausgänge. Wem das immer noch zu wenig Hilfe ist, der kann außerdem auf ein 3-stufiges Hilfssystem zurückgreifen. Stufe eins schubst den Spieler in die richtige Richtung, Stufe zwei wird deutlicher und zu guter Letzt wird in Stufe drei fast komplett verraten, was zu tun ist. Hier fühlt man sich buchstäblich wie im Urlaub: Alles inklusive - mit dem Unterschied, dass es hier reibungslos funktioniert.
Zauberhaftes Spiel
Nach fünf Jahren der letzten, unglücklichen 3D-Veröffentlichung ist Simon in voller Stärke zurück auf dem heimischen Bildschirm. Lediglich einige wenige Bugs ließen den Himmel der Zauberwelt verdunkeln, da diese das Spiel zum vollständigen Absturz brachten. Das trat zwar nur sehr selten auf, sollte aber dennoch bald behoben werden. Nicht ganz gefallen hat uns das fehlende Intro. Man sieht zwar in der Spielgrafik eine Einleitung in das Spiel, doch hätten wir uns wenigstens eine Animation gewünscht, die uns verrät, wie das Adventure denn heißt, welches wir gerade gestartet haben. Selbiges gilt für das abrupte Ende, das fast so wirkt, als habe die Entwickler der Elan verlassen. Ansonsten gibt es aber wirklich nichts mehr zu meckern. 'Simon the Sorcerer IV' ist ein bombastisch gutes Abenteuer, das viele bekannte Tugenden der ersten beiden Vorgänger innehält wie auch den köstlichen Humor oder die vorbildlich lange Spielzeit. Ein Spiel für Fans der Serie und Neulinge gleichermaßen!! Kaufen, Kaufen, Kaufen!!
[ 05.03.2007 ]




































