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USK: Freigegeben ab 12 Jahren (Original)
Deutsch: Komplett
Mit ‚Lure of the Temptress‘ und ‚Beneath a Steel Sky‘ schuf der britische Entwickler zwar waschechte Klassiker, allerdings war beiden niemals der große Erfolg vergönnt und sie avancierten sich zu Geheimtipps unter Adventure-Puristen. Erst mit ‚Baphomets Fluch‘ gelang anno 1996 der ganz große Durchbruch auf der internationalen Bühne. Mit einmal waren George Stobbart und Nico Collard nicht nur vielen Abenteurern ein Begriff, sondern sie schlossen sie regelrecht ins Herz. So entstehen wahre Meilensteine des Genres und man sollte meinen, dass derartige Perlen eigentlich für immer genau so stehen sollten, wie sie waren. Allerdings sollte Serien-Schöpfer Charles Cecil mit dieser originalen Version – trotz des Erfolgs – nicht vollends zufrieden sein, fielen doch einige Abschnitte einst dem Rotstift zum Opfer. Vor allem die Rolle der jungen Journalistin Nicole Collard wurde seiner Meinung nach zu wenig beleuchtet. Für Mr. Cecil definitiv ein Fehler, der endlich ausgebügelt gehört, weshalb nicht ganz unerwartet im März 2009 ein „Director’s Cut“ veröffentlicht wurde, der rund ein Jahr später auch für den PC erschien. Ohne diesem Artikel zu viel vorwegzunehmen, merkt man bei dem eines schnell sehr deutlich: Für Charles Cecil war das eine echte Herzensangelegenheit, um endlich den Auftakt so zu erzählen, wie er eigentlich immer gedacht gewesen war.
„Paris im Herbst. Die letzten Monate des Jahres und das Ende des Jahrtausends. Die Stadt ist für mich mit vielen Erinnerungen verbunden – an Musik, an Liebe … und an Tod!“
Manches Mal entstehen ikonische Zitate vollkommen ungezwungen und unerwartet. Georges erste einleitende Worte im Original von 1996 gehören wohl definitiv dazu. Kaum gehört und sofort offenbart sich dieses ganz bestimmte Gefühl. Man fühlt sich zurückversetzt in eine Zeit, die irgendwie einfach anders gewesen war, bekommt Fernweh nach Paris und vor allem eine unbändige Lust auf das bevorstehende Abenteuer. Uns geht das jedenfalls noch heute so. Es war einer dieser wenigen magischen Momente, die den Klassiker schlicht unvergessen machten. Ironischerweise ist aber gerade diese ikonische Einleitung in Charles Cecils „Director’s Cut“ nicht mehr vorhanden. Die junge Journalistin Nicole Collard erhält nun die Ehre, den ersten Ton anzugeben und wird von ihrem Zeitungsverleger aus der Badewanne geklingelt. Philippe Charchont, einer der wichtigsten Persönlichkeiten Europas, möchte ein Interview geben und verlangt explizit die junge Journalistin. Nico lässt sich natürlich nicht zweimal bitten, erfährt aber recht schnell, warum gerade sie zum Gespräch gebeten wird. Philppe Charchont kannte nämlich ihren Vater, der vor Jahren bei einem Flugzeugunglück sein Leben lassen musste. Sofort hellhörig hat Nico leider nicht die Chance, mehr Informationen zu erhalten, erlebt sie doch live die Ermordung des Industriemoguls durch einen als Pantomime verkleideten Attentäter mit. Eigentlich ein „Glücksfall“ für die Reporterin, exklusiv darüber berichten zu können. Doch für Nico ist der Mordfall aus anderen Gründen viel interessanter. Woher kannte Charchont ihren Vater? Sie muss einfach mehr herausfinden.

An anderer Stelle in Paris möchte der amerikanische Tourist George Stobbart eigentlich einen schönen Urlaub verbringen und genießt die Herbstage in der „Stadt der Liebe“. Allerdings soll auch er mit einem verkleideten Mörder – dieses Mal ein Clown – ein böses Erwachen erleben. Das kleine abgelegene Lokal, in dem er seinen Kaffee genießen möchte, dem ihn gerade die hübsche Kellnerin serviert, wird nämlich gleichermaßen in sekundenschnelle zum Tatort: Der Clown entwendet die Aktentasche eines Gastes, rennt davon und bevor überhaupt die Anwesenden verstehen, was da passiert ist, fliegt das kleine Pariser Café in die Luft. George kommt gerade mit dem Leben davon und fühlt sich berufen, dem feigen Mordanschlag auf den Grund zu gehen. Glücklicherweise trifft er im Zuge dessen direkt nach dem Anschlag die junge Nicole Collard, der er seine Hilfe anbieten kann. Die Reporterin arbeitet nämlich schon länger an dem Fall, gab es doch in der Vergangenheit noch viel mehr Morde dieser Art überall auf der Welt. Aufgrunddessen wollte sie gerade einen wichtigen Kontaktmann in dem Café treffen: das Opfer, welches im Feuerball umkam. Was steckt hinter diesen Morden? Ohne neue Anhaltspunkte beginnen George und Nicole damit ihre Ermittlungen von grundauf und kommen schnell ins Kreuzfeuer verschiedener Organisationen – unter anderem den noch heute existierenden Orden der Tempelritter.
Investigativer Rätselgenuss
Mit dem Director's Cut hat man sich glücklicherweise an der generell vielfältigen Rätselkost des Originals kaum vergriffen, diese an einigen Stellen sogar noch zusätzlich erweitert. Wegefallene Tätigkeiten für den Spieler sind lediglich sämtliche Sequenzen, in denen George bei fehlerhafter oder zu später Ausführung sein Leben lassen musste. Die Szenen selbst sind zwar noch drin, an den kritischen Stellen nimmt uns das Spiel jedoch die Zügel aus der Hand und sorgt dafür, dass der Amerikaner nicht der Tod ererilt. Im Original von 1996 waren die gelungenen Inventarrätsel in ihrer Vielfalt einer der ganz großen Pluspunkte. Das investigative Vorgehen Georges war nicht nur schlüssig, sondern passte exakt in das eigentliche Geschehen. Erweitert wurde dieses System in der Neuauflage mit ein paar logischen Spielereien. Einmal möchte mit Nico ein zerrissenes Foto zusammengesetzt, ein chiffrierter Brief wieder leserlich gemacht oder ein Schloss geknackt werden. Die neue Kost ist dabei so gut ins Spielgeschehen integriert, dass Neulingen gar nicht auffallen dürfte, dass das ursprünglich überhaupt nicht vertreten war. Veteranen freuen sich indes über Nicos neue Abschnitte, die endlich dem Frauenzimmer eine wirkliche Tätigkeit in der eigentlichen Handlung zusprechen. Vorher fragte man sich nämlich sicherlich zurecht, was Nico eigentlich den lieben langen Tag so trieb, während George durch die Weltgeschichte reiste und das Rätsel um die Templer beinahe im Alleingang löste.
Audiovisueller Mischmasch mit Kult-Faktor
Bringt man 13 Jahre nach dem Erscheinen des Originals zahlreiche neue Inhalte, lassen sich Diskrepanzen in der Qualität leider nicht vermeiden. Grafisch ist das allerdings keinerlei Problem: 'Baphomets Fluch' ist nämlich in absoluter Würde gealtert und funktioniert durch seine handgezeichnete und liebevolle Optik der Don-Bluth-Studios heute noch problemlos. Neue Locations fallen sogar kaum auf. Lediglich die Sprachausgabe poltert an manchen Stellen im Sekundentakt zwischen den beiden Fassungen hin und her. Und das hört man sehr deutlich. Die alten Sprachsamples klingen blechern und überholt, während die neuen in tadelloser Qualität zu vernehmen sind. So lässt sich ziemlich problemlos heraushören, was nun eigentlich neu hinzugekommen ist und was schon immer da war. Wir haben uns daran aber überhaupt nicht gestört und uns sogar gefreut, dass man sich die Mühe machte und größtenteils die bekannten Sprecher für die nachträglichen Änderungen in die schalldichten Kammern zurück beordern konnte - allen voran natürlich George Stobbart (Alexander Schottky) und Nico Collard (Franziska Pigulla). Einige wenige Rollen mussten jedoch neu besetzt werden wie die Blumenverkäuferin in der Rue Jarry.
Gewöhnungsbedürftige Änderungen für Veteranen
Bereits im Vorfeld sei gesagt, dass sich Charles Cecils „Director’s Cut“ vehement von einer „Special Edition“ oder einem „Remaster“ unterscheidet. Während bei denen oft Grafik und Musik aufgewertet oder kleinere Fehler behoben werden, finden sich im „Director’s Cut“ viel tiefgreifende Veränderungen. Bei 'Baphomets Fluch' äußerst sich das an sehr vielen Stellen und offenbart den Arbeitsaufwand, der dahinter steckt. Allerdings können wir uns nicht mit allen Veränderungen anfreunden, wie beispielsweise der neuen Einleitung. Georges „Paris im Herbst“-Monolog ist schlicht viel zu tief in den Herzen der Fans verwurzelt, dass der jemals ersetzt hätte werden dürfen. Nico versucht zwar ähnliche Worte zu finden, erzielt damit jedoch eine andere Wirkung und erreicht leider nicht im Ansatz den Kult-Status des Originals. Gleich zu Beginn mussten wir außerdem feststellen, dass gewisse Elemente gekürzt oder gar restlos entfernt worden. Moués „Hören Sie auf den Atem anzuhalten“-Dialog mit der Leiche im Café, die den rüstigen Sergant vorführt, wurde gekürzt, wie generell nicht wenige der späteren Gespräche. Die Anzahl der anklickbaren Hotspots wurde ebenfalls reduziert sowie das Blut in fast allen relevanten Sequenzen weg retuschiert. Wieder andere Zwischensequenzen fehlen gleich völlig. Natürlich kann man sich über diese Veränderungen streiten, doch das Eindampfen dieser Elemente hätten wir uns nicht zwingend gewünscht. So fühlt es sich in der neuen Version ein wenig an, als würden wir etwas verpassen. Generell stellte sich leider viel zu oft die Frage, warum dies oder jenes überhaupt entfernt oder beschnitten wurde. Aber bei einem „Director’s Cut“ muss man eben damit leben, sagt diese Version bereits im Namen, dass es nicht eine Fassung für die Fans, sondern eben eine ist, die dem Kopf dahinter zusagt. Davon abgesehen finden wir als Liebhaber von penibel gesetzten Spielständen die nun stark limitierte Anzahl derer auf gerade einmal zehn Stück richtig unschön!
Nicos Geschichte - mehr als nur eine nette Dreingabe
Ganz klar sind die neuen Passagen mit Nico grundsätzlich das eigentliche Highlight der überarbeiteten Neuauflage. Die Geschichte rund um ihren Vater und dessen Vergangenheit passt prima ins Abenteuer und füllt eine große Lücke. Hatten wir im Original noch den Eindruck, dass Nico bis auf‘s Recherchieren nichts wirklich zum Aufdecken des Templerordens beitrage, ändert sich dieses Bild nun sehr angenehm und gibt der jungen Französin einen separaten Teil der Handlung. In ihrer Wohnung dürfen wir uns außerdem erstmals frei bewegen, Musik hören oder das Loft erkunden. Eine ziemlich nette Idee. Die Abmischung der Akustik ist obendrein im Director‘s Cut insoweit überarbeitet, dass die melodischen Einspieler in bestimmten Szenen nicht mehr beträchtlich lauter sind als Georges oder Nicos Äußerungen, bei denen man vorher ohne eingeschaltete Untertitel quasi fast gar nichts mehr verstand. Der geniale Soundtrack von Barrington Pheloung drängt sich damit nicht mehr so in den Vordergrund, bleibt aber auch weiterhin über jeden Zweifel erhaben. Vor allem in den Videosequenzen ist die bessere Abmischung willkommen. Trotz unverständlicher Schippeleien und dem Wegfall so manch liebgewonnener Zwischensequenzen, finden sich zudem komplett neue Filmchen im Spiel. Vor allem die Endsequenz wurde ausgebaut und ist nun nicht mehr nur noch wenige Sekunden lang. Dieser umfangreichere Epilog lässt unserer Meinung nach das Adventure angenehmer ausklingen und bildet zeitgleich eine Brücke zu Nicos neuen Erlebnissen. Wer sich übrigens noch mehr für ihre Hintergrundgeschichte interessiert, der kann im Spiel insgesamt sechs spezielle Hotspots finden, welche jeweils einen Teil eines Comics freischaltet. Das von Dave Gibbons beigesteuerte Bilderwerk stellt dabei eine Art Mini-Prequel dar. Für Fans richtig nett! Die neuen Charakter-Bilder innerhalb von Dialogen sehen wir allerdings extrem zwiespältig: Im ersten Moment sicherlich eine willkommene Aufwertung, da man aufgrund der niedrigen Pixelanzahl die Gesichter kaum erkennt, beim zweiten Blick könnten sie für den ein oder anderen etwas aufgesetzt wirken. Unverständlich in diesem Zusammenhang ist nichtsdestotrotz das Problem, dass die Charakterbilder nur rudimentär animiert sind, keine Lippenbewegungen tätigen und bei den eigentlichen Figuren diese Lippenbewegungen fehlen. Das ist insoweit nicht nachvollziehbar, da sie doch vorher bereits im Original drin waren.
Das Original ist nicht abgeschrieben
Haben wir uns in diesem Artikel doch sehr stark auf den Vergleich zwischen dem Orignal und den Director's Cut versteift, möchten wir an dieser Stelle nichtsdestotrotz noch ein paar Worte über die Erstlingsfassung verlieren. Aus heutiger Sicht hat das nämlich praktisch nichts von seinem Charme eingebüßt und wir können es definitiv nachvollziehen, wenn sich Veteranen vor der neuen Version verschließen und lieber auf die altbewährte setzen, die so viele unikate Momente bietet. Allein das Intro, in dem George Stobbart seine ersten Worte verliert, sind ins Gedächtnis gebrannt wie kaum ein anderes Zitat der Adventure-Nostalgie-Kultur. Oder das Ziegenrätsel, bei dem man zum ersten und einzigen Mal überhaupt im Spiel anders klicken muss. Tatsächlich empfinden wir sogar die Schriftart der Untertitel viel kultiger als die Sprechblasen-Pendants im Director's Cut. Gefühlt wirken in der Erstlingsfassung zudem die Zwischensequenzen erwachsener. Vergleicht man das neue und das alte Intro wird das ziemlich offensichtlich deutlich. Was wir damit sagen wollen: 'Baphomets Fluch' aus dem Jahre 1996 hat noch immer seine Daseinsberechtigung und wir werden einen Teufel tun, diese Fassung in Zukunft links liegen zu lassen, wenn wir noch einmal ins herbstliche Paris reisen möchten und zum x-ten Male die Machenschaften des Templerordens aufdecken. Vollkommen egal, ob Nicos Anteile der Handlung dort lediglich überschaubar sind.
Ein spannendes Must-Have-Abenteuer!
Wer bis heute 'Baphomets Fluch' noch nicht erleben konnte, der sollte das zwingend nachholen und dabei ist vollkommen egal, welche Version man dafür auserkort! Ausreden lassen wir jedenfalls keine für diese Bildungslücke gelten! Kenner und Fans des Originals werden mit der Neuauflage allerdings in einen nicht unerheblichen Zwiespalt getrieben, wenn sie nun noch einmal das Abenteuer bestreiten möchten: Lieber die Ursprungsversion oder doch die neue Fassung? Reden wir nur über Nicos hinzugefügte Parts muss sich natürlich für den "Director's Cut" entschieden werden. Endlich bekommt die Französin mehr zu tun und komplettetiert die Handlung superb. Davon abgesehen fehlen wiederum andere Elemente. Die Sterbeszenen oder das weg retuschierte Blut sollte wohl niemanden zwingend stören, doch der Wegfall von anklickbaren Hotspots, einigen liebgewonnenen Zwischensequenzen und das Beschnippeln der Dialoge stößt sauer auf, was angeblich der Nintendo-DS-Version geschuldet sein soll. Die Cartridge bot nämlich nicht genügend Speicher für das ganze Abenteuer. Unverständlicherweise sind diese Kürzungen dann ebenfalls in den anderen Fassungen wie beispielsweise der PC-Version gelandet. Obwohl überarbeitet, wird man nun nämlich das Gefühl einfach nicht los, etwas zu verpassen. Letztlich wird es wohl darauf hinauslaufen, dass jeder Veteran hier eine ganz eigene Meinung haben wird, welche Fassung er präferiert. Nichtsdestotrotz kommen die Kenner des Originals nicht um den "Director's Cut" herum, denn Nicos Geschichte muss man in den zusätzlichen zwei Stunden Spielzeit unbedingt als Fan ebenfalls gespielt haben.

'Baphomets Fluch' ist einer der ganz großen Titel im Adventure-Genre, der obendrein 'Revolution Software' international bekannt machte und ein vollwertiger Gegenpol zu den zu dieser Zeit dominierenden 'LucasArts'-Veröffentlichungen war. Auf den Spuren des Templerordens quer über den Globus zu reisen, hat selbst heute nicht einen Bit seiner Faszination verloren. Original? Director's Cut? Vollkommen egal - Hauptsache man hat den Trip überhaupt gemacht. Brillant bleibt eben brillant!

[ ( dieses Review ersetzt den Klassiker-Test des Originals ) _ 12.10.2016 ]
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