| Hersteller:
| Cyan
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| Vertrieb:
| Red Orb
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| Steuerung:
| Maus
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| Systemanforderungen:
| Win 95 / Pentium 100 MHz / 8 MB RAM / ca. 75 MB Festplatte
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| USK:
| Freigegeben ohne Altersbeschränkung
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| Kompatibilität:
| ScummVM
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| Deutsch:
| Komplett
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Nach dem schier bahnbrechenden Erfolg von 'Myst', war es natürlich nur eine Frage der Zeit, wann eine Fortsetzung erscheinen würde. 1997 kam dann endlich das große und heißersehnte Jahr für die Fans weltweit. Vier Jahre nach dem Erscheinen von 'Myst' kam 'Riven'...
Schon in 'Myst' wird auf eine Fortsetzung hingewiesen, denn Atrus sagt am Ende des ersten Teiles, dass es durchaus möglich sein kann, dass er wieder die Hilfe des Spielers benötigt. Es gibt nämlich noch einen viel größeren Feind zu bekämpfen...
Dieses bewahrheitet sich nun in der Fortsetzung, welche dort beginnt, wo das Spiel einst endete. Der Spieler befindet sich wieder vor Atrus' Schreibtisch und die Dinge nehmen erneut ihren Lauf. Der Gegner: Gehn. Wie der Spieler von Atrus erfährt, kann dieser Welten erschaffen, indem er sie in Bücher schreibt. Allerdings hat er auch die Macht, diese Welten einfach wieder zu vernichten. Aus diesem Grund ist er bei den Einwohnern seiner Welten sehr gefürchtet. Dem aber noch nicht genug: Gehn hat Atrus' Frau... Katherine. Der Spieler hat nun die nicht gerade leichte Aufgabe, sie zu finden. Dafür gibt ihm Atrus ein Buch, welches nach Riven führt, wo das Abenteuer um Rätsel und Verstand auf's Neue entbrennt - und ein weiteres Buch, als Gefängnis für Gehn. Wie der Zufall aber so will, wird allerdings gerade dieses Buch kurz nach der Ankunft auf Riven gestohlen und so bekommt der Spieler noch mehr Anforderungen an sich gestellt.
Der Nachfolger der legendären Myst-Saga unterscheidet sich im Spieleprinzip nicht vom Original. Es müssen wieder geheime Orte, Schalter oder Maschinen entdeckt werden und fremde Technoligien verstanden werden. Größter Unterschied zwischen Teil eins und zwei ist allerdings die recht hohe Datenmenge, denn während sich 'Myst' mit einer CD zufrieden gab, sind es im Nachfolger derer gleich fünf. Dabei hat jede Insel bzw. jedes Zeitalter verschiedene Strukturen und ein individuelles "Eigenleben". Zum Letzteren sei gesagt, dass mittels einer höheren Anzahl implentierter QuickTime-Animationen noch mehr Bewegung in die Welten kommt. Dies war ja leider beim Vorgänger kaum der Fall.
Man bewegt sich wieder mittels der Maus, wobei man einfach auf die Stelle klickt, in welche man weiter gehen möchte oder beispielsweise Geräteschaften näher betrachten will bzw. diese steuern will. Dabei wurde seit Teil eins auch an den Übergängen von Bild zu Bild etwas getan, denn wurde im Vorgänger noch hart von Bild zu Bild geschalten, besteht hier nun die Möglichkeit, ein weiches Überblenden zu aktivieren, was wirklich besser aussieht.
Zur Grafik an sich sei zu sagen, dass sie mal wieder wirklich gelungen ist und ihrer Zeit vorraus war. Viele der Locations grenzen an starken Photorealismus, was die Verschmelzung von Spieler und Spiel geradezu perfektioniert und man sich wirklich in diese Welt versetzt fühlt. Wie auch schon im ersten Teil, sind auch die Soundeffekte wieder sehr qualitativ und tragen immens zum Spielegeschehen bei. Mit einer guten Sound-Anlage ist der Unterschied zur Realität kaum mehr zu verspüren.
Dieser Nachfolger zeigte einmal mehr, dass man sein Bestes sogar noch überbieten kann, denn 'Riven' schlug wieder in der Fangemeinde ein, wie eine Bombe. Das ganze Spiel wirkt einfach reifer und erwachsener. Spieletiefe, Spieldesign, einfach alles scheint zu stimmen - wobei man die viele Arbeit in der vierjährigen Entwicklung förmlich spüren kann, der Perfektionismus wurde wieder "gross geschrieben". Wer 'Myst' besitzt, darf diesen Nachfolger nicht verpasst haben!
[ Klassiker-Test ]