| Hersteller:
| Ego Software
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| Vertrieb:
| Rainbow Arts
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| Steuerung:
| Maus
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| Systemanforderungen:
| Dos 5.0 / 386 12 MHz / 580 KB RAM / ca. 2 MB Festplatte
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| USK:
| -
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| Kompatibilität:
| DOSBox
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Die unbekannte Firma 'Ego Software' brachte im Jahre 1993 in Zusammenarbeit mit 'Rainbow Arts' ein sogenanntes "Egoventure" heraus - ein Sci-Fi-Adventure der besonderen Art: Flies - Attack on Earth.
Wir befinden uns in einer fernen Zukunft, genau genommen im Jahre 2356. Die Menschheit hat inzwischen kräftig an Technik zugelegt und alles deutet beinahe auf eine unfehlbare Menschheit, bis zu jenem schicksalhaften Tage, den 11.05.2356. An diesem Tage wird ein kleiner Meteor in Nähe des Jupiters entdeckt. Schnell folgen erste Hochrechnungen, welche besagen, dass es zu einer Kollission mit der Erde kommen wird. Ein Szenario, welches schon in mehreren Filmen und Spielen genutzt wurde, doch alles kommt ganz anders. Das Objekt sei zu klein, für eine ernsthafte Bedrohung, also wird ihm keine weitere Aufmerksamkeit gewidmet - ein folgenschwerer Fehler, wie sich später herausstellen werden sollte. Nach dem Einschlag auf der Erde taufte man den Himmelsbrochen schließlich 'Destroyer'. Keiner konnte ahnen, was dieser mit sich trug, eine Seuche, die im Nu die Menschheit auszurotten droht. Bereits kurz nach der Kollision fielen fünf millionen Menschen dieser Krankheit zum Opfer. Es gibt scheinbar kein Entrinnen für die Menschheit mehr. Man beginnt den Metoer zu untersuchen und stellt fest, dass er wahrscheinlich von einer außerirdischen Rasse stammen könnte, die nichts weiter wollte, als eine friedliche Erkundung. Diese Erkundung stellt sich als größte Bedrohung der Menschheit überhaupt heraus.
Kurz vor diesen schrecklichen Ereignissen reiste der weltbekannte Professor Juri Sarkov zum Mars, um dort an seinen neuesten Theorien zu arbeiten: einer Zeitmaschine. Über ein Jahr Forschung und weitere millionenen Menschenopfer sind vorrüber gegangen, doch es gelingt: Am 02.03.2357 wird ein erstes lebendes Objekt durch die Zeit geschickt. Nun soll der erste Mensch gesendet werden. Seine Mission ist klar: Er wird ein paar Tage vor dem Einschlag des Destroyers - durch die Zeit - zur Erde geschickt, um die nahende Katastrophe abzuwenden. Jedoch darf er nicht erkannt werden, und wird in eine Praxis eines eben verstorbenen Arztes gesendet, um dort dessen Identität zu übernehmen und mit Hilfe dieser die Erde zu retten.
Eine spannende Story wird dem Spieler hier geboten, die genug Motivation sein sollte, das angehende Adventure zu lösen. Dieses unterscheidet sich grundlegend von bekannten Abenteuerspielen und so sieht man alles aus den Augen der Hauptfigur, also der Ego-Perspektive. Dabei steht nur etwa einhalb des Bildschirmes für dir Grafik bereit, welche sich zwischen zwei Inventarebenen befindet. Im oberen Inventar findet man die wichtige Uhrzeit, die man immer im Auge behalten sollte, sowie Pfeile für die Richtungswahl und einer Einheit, die Nachrichten enthält, welche aber erst später im Spiel verfügbar ist. Der untere Inventar besteht aus bekannten Verben und den eingesammelten Gegenständen. Der Spieler kann darüber hinaus nur begrenzt viele dieser Gegenstände aufnehmen. Je mehr schwere Gegenstände sich im Inventar befinden, je weniger weitere Dinge können aufgenommen werden. Deshalb sollte man nur mit Bedacht Dinge einstecken, die man benötigen könnte, anschließend sollte man sie wieder an ihrem ursprünglichen Platz ablegen.
Die Bedienung von Computern und diverser anderer Maschinen sind ebenso vorhanden und mit zahlreichen kleineren Gags versehen. So kann man auf der Festplatte des toten Arztes ein Icon anklicken, welches "Flies II" heißt, was aber nach Betätigung in einem typischen Absturz endet. Rollenspieltypisch muss auch auf die Verfassung des eigenen Charakters geachtet werden und so sollte ab und zu diverse Nahrung und Getränke den Weg in den Verdauungstrakt finden. Dabei sollte aber auch wieder auf die gewählte Nahrung geachtet werden, ganz wie im richtigen Leben. Auch Sterben ist daher möglich, sei es nun durch Ernährungsvernachlässigung oder äußere Einflusse eines anderen Charakters. Daher sollte möglichst behutsam und mit bedacht gespielt werden, was wirklich viel Spaß macht.
Einziges großes Manko ist die Sicherheitscodeabfrage. Alle Stationen sind mittels einer Art Röhrenbahn erreichbar, die aber einen fünfstelligen Code verlangt. Das wäre ja noch erträglich, doch wird dem Spiel auch eine Art Labyrinthplan mitgeliefert, welches einfach nur nervig ist. So muss man sich mittels dieses Plans ab und zu orientieren, was aber auch damit enden kann, dass man sich verläuft und man einen früheren Spielstand laden muss. Das kostet nicht nur Zeit, sondern ist auch ärgerlich, zumal man dies vielleicht vergessen hat.
Dennoch überzeugt das Spiel mit toller Atmosphäre, erzeugt durch interessante Hintergrundmusik und viele mysteriöse, zukunftsorientierte Orte. Dabei kann man sehr schnell die Zeit vollkommen vergessen, denn man trifft nicht nur auf viele unterschiedliche Charaktere, sondern kann auch mittels eines Transportes durch die Landschaften heizen. Bis es aber zum finalen Showdown kommt, vergehen viele lange, spannende Grübelabende. Das Spiel mag alt sein, ist dennoch sehr zu empfehlen.
[ Klassiker-Test ]
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