
| Hersteller: | Radon Labs |
| Vertrieb: | Peter Games |
| Steuerung: | Maus |
| Systemanforderungen: | Win XP/Vista / Prozessor IV 2 GHz / 512 MB RAM / 128 MB Grafikkarte / ca. 3 GB Festplatte |
| USK: | Freigegeben ab 6 Jahren |
| Offizielle Webseite: | www.treasure-island-game.de |
Entwickler 'Radon Labs' kommt schnell zur Sache
Die deutsche Schmiede hat vor allem zu Beginn des Adventures viel Arbeit in die Rätsel gesteckt. Das nimmt im Laufe des Spieles jedoch sprübar immer mehr ab und konzentriert sich schließlich zunehmend nur noch auf die eigentliche Geschichte. Das hat zwar den Vorteil, dass sich die Macher dagegen entschieden haben, das Abenteuer künstlich zu strecken und somit langatmiger zu gestalten. Leider hat es jedoch den Nachteil, dass man viel zu schnell auf der Schatzinsel ankommt und noch viel schneller das Ende des Abenteuers erreicht hat. Tatsächlich flimmern für fortgeschrittene Schatzsucher die Credits bereits nach rund sechs, sieben Stunden über den Bildschirm. Sicherlich werden sich Käufer daher aus gutem Grund fragen, ob dieser, zugegeben doch recht kurze Zeitrahmen, auch den Vollpreis wert ist. Wir meinen: Ja. Denn bereits beim ersten Klick wird deutlich, dass vor allem in die Grafik viele Ressourcen geflossen sind. So gut sah bislang noch kein Echtzeit-3D-Adventure aus: Detaillierte Charaktere und Locations, überstrahlende Flächen bei starker Sonneneinstrahlung, Wettereffekte mit Blitz und Donner und, und, und. Da können wir nur hoffen, dass sich auch andere Entwickler hier einiges abschauen. Natürlich hat so ein Grafikfeuerwerk auch seinen Preis. Der fällt aber deutlich niedriger aus als angenommen. Wer eine GeForce 6800 oder ein vergleichbares ATI-Modell im Rechner verpflanzt hat, der kann das Spiel bereits in voller Pracht genießen. Wer eine schnellere Grafikkarte besitzt, muss sich dementsprechend keine Gedanken über die Lauffähigkeit machen, sofern mindestens 512 Megabyte Ram auf der Platine schlummern - wir empfehlen aber mindestens einen Gigabyte Ram.
Etwas haklige Steuerung
Zugegeben an das Geben von Befehlen muss man sich im Spiel erst einmal gewöhnen. Denn so schön das Ganze auch ausschaut, Jim hört nicht immer gleich auf die ihm gegebenen Kommandos. Obendrein sind manche Hotspots sehr unsinnig gewählt. So kann man einen Mann in der Bar nur an bestimmten Bereichen direkt anklicken, um mit ihm eine Unterredung zu führen. Da hilft auch die eingebaute Hotspot-Anzeige nicht wirklich weiter. Die hilft zwar, solche unglücklich gewählten Bereiche sichtbar zu machen, doch zeigen sich zudem oft auch Gegenstände, die im Nebenraum auf’s Einsacken warten und nicht in der Location, in der sich Jim eigentlich befindet. Hier hätte etwas mehr Feintuning auf jeden Fall nicht geschadet. Ansonsten kommt alles im gewohnten Niveau daher: Ein Doppelklick bringt Jim zum Spurten, selbiger auf den Ausgang lässt den Spieler die Location blitzartig verlassen.
Geringe Rätseldichte
Wie bereits erwähnt, protzt 'Treasure Island' nicht gerade mit einer hohen Rätseldichte. Die Grübelkost, die es aber letzten Endes in den Titel geschafft hat, passt sich anstandslos in die Handlung ein und wirkt keineswegs aufgesetzt. Eingepackte Objekte können übrigens als 3D-Objekt näher angesehen werden. Das ist auch wichtig, verbergen diese doch beispielsweise auf der Rückseite wichtige Informationen, die man sonst nicht wahrgenommen hätte. Lediglich ein zeitkritisches Rätsel ist im Spiel vorhanden. Als die Hispaniola in einen Sturm gerät, muss es Jim – optisch todschick dargestellt – in der kurzen Ebbe zwischen zwei größeren Flutwellen, die über das Schiff fegen, von einem Punkt zum nächsten schaffen, um sich dort festzuhalten. Damit er nicht wieder zum Startpunkt zurück gespült wird. Ihr seht schon, dass wir uns erneut an der tollen Grafik auslassen möchten, dem klaren Star des Titels. Doch, was ist mit der Akustik? Die Musikstücke klingen sehr orchestral, auch wenn sich die Untermalung selbst sehr bedeckt hält. Ebenso bedeckt zeigt sich die deutsche Sprachausgabe: Ordentlich und angemessen, allerdings ohne Prominenz, was natürlich nichts Negatives heißen soll.
Zu schön, zu kurz
Es ist wirklich richtig ärgerlich, dass der Titel so kurz ausgefallen ist. Denn hier hätte ein echter Hit draus werden können. Dennoch darf man den deutschen Mannen von 'Radon Labs' nicht ankreiden, dass sie dafür gesorgt haben, dass das Abenteuer in dieser zügigen Erzählweise nicht langweilig wird. Die rund sieben Stunden für fortgeschrittene Spieler wird man jedenfalls bestens unterhalten, ganz nach dem Motto: „In der Kürze liegt die Würze.“ Und das alles wird buchstäblich von der richtungweisenden Grafik überstrahlt, von der wir nicht genug bekommen konnten. Die Atmosphäre stimmt einfach bei 'Treasure Island'. Wir warnen daher zwar vor der kurzen Dauer des Trips zur Schatzinsel, empfehlen es aber ansonsten uneingeschränkt!
[ 22.04.2008 ]




































