
| Hersteller: | Pendulo Studios |
| Vertrieb: | Crimson Cow |
| Steuerung: | Maus |
| Systemanforderungen: | Win XP (SP2)/Vista/7 / Pentium IV 1,7 GHz / 512 MB RAM (XP) & 1 GB RAM (Vista/7) / 128 MB Grafikkarte / ca. 8 GB Festplatte |
| USK: | Freigegeben ab 12 Jahren |
| Offizielle Webseite: | www.runaway3-game.de |
Brian Wer?
Den Machern hinter dem Adventure ist ein kleiner Glücksgriff gelungen. Denn sowohl eingefleischte Fans wie auch Neulinge in der Welt von ‚Runaway‘ können sich gleichermaßen ins Abenteuer stürzen. Kenner erinnern sich natürlich sofort an die vorangegangenen Ereignisse und können Kommentare schnell einordnen. Frischlinge bekommen hingegen in zahllosen Rückblenden und Aussagen ebenfalls den nötigen Wissenstand nach und nach verpasst. Bei einer Wartezeit von drei Jahren, und einer Gesamtlaufzeit der Serie von satten sieben, war diese Vorgehensweise allerdings auch bitter nötig. Denn auch so mancher hartgesottene Fan dürfte nach einer derartigen Zeitspanne so manche Gedächtnislücke aufweisen.
Bombastische Präsentation III - State of the Art 2D
Bereits vor drei Jahren haben wir diese leicht abgeänderte Teilüberschrift verwendet, um kurz und knapp die grafische Wucht zu beschreiben, die dem Spieler entgegen geschmettert wird. Teil zwei konnte damals mit einem beachtlichen, grafischen Sprung vom ohnehin bereits optisch hervorragenden Vorgänger noch mehr beeindrucken. Man schien alles aus der zweiten Dimension herausgeholt zu haben: Die Zwischensequenzen erreichten durch ihre hohe Qualität praktisch Zeichentrickniveau und an den detaillierten Orten schien man sich kaum sattsehen zu können. Aber ‚Runaway III‘ zeigt, es war doch Spielraum nach oben möglich. Besonders begeistert hat uns, dass nun noch deutlicher auf ein interaktives Zeichentrickerlebnis hingearbeitet wurde. Zahllosen Zwischensequenzen sei Dank. Beinahe jede größere Aktion ist mit einem fulminanten Filmchen untermalt. Selbst beim Betrachten der Gegenstände im Inventar läuft eine kleine Animation ab, die den Gegenstand so deutlich wie wohl niemals zuvor unter die Lupe nimmt. Außerdem ist der Detailgrad und die Brillanz der Hintergründe noch einen Tick verfeinert worden. Die Engine unterstützt nun endlich edle Breitbildmonitore – bei einer maximalen Auflösung von 1280x720 Bildpunkten. Alles zusammengenommen zeigt, dass der Aufwand der Entwickler nur eines kann: restlos begeistern.
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Sprachausgabe mit Schluckauf
Auch wenn sich Vertreiber ‚Crimson Cow‘ mit dem Budget für die deutsche Vertonung nicht lumpen ließ, so scheint es sporadisch allerdings kleinere Probleme mit der Ausgabe selbiger zu geben. Teile eines gesprochenen Satzes werden, wie bei einer Audio-CD mit Sprung, plötzlich mehrfach wiederholt und machen ein Verstehen schier unmöglich. Wer gern auf Untertitel verzichtet, der wird wohl hier leider nicht um sie herumkommen. Auch wenn der Fehler recht selten auftritt, so ist er bei wichtigen Aussagen ein Garant für das Nicht-Verstehen. Schade, denn ansonsten gibt es an der hervorragenden Eindeutschung absolut nichts zu beanstanden. Wie in den beiden Vorgängern sprechen auch in „A Twist of Fate“ Christian Stark und Jennifer Böttcher die beiden Hauptcharaktere Brian Basco und Gina Timmins. Die Nebendarsteller sind nicht weniger toll vertont. Bis auf den dummen Audio-Fehler also alles ein wahrer Ohrenschmaus! Apropos Ohrenschmaus: Als Sängerin konnte einmal mehr Vera Domínguez gewonnen werden, die bereits im ersten Teil mit ihrer Band „Liquor“ den beliebten Themen-Song sang. Auch in Teil drei stammt unter anderem der namensgebende Titelsong „A Twist of Fate“ aus ihrer Feder und wird von Ihr stimmlich begleitet.
Dieses Mal ohne „Runaway-Syndrom“
2002 erschien nicht nur der erste Part von Brians und Ginas Abenteuer, sondern man prägte in diesem Jahr ebenfalls einen Begriff: das „Runaway-Syndrom“. Dieses war dafür verantwortlich, dass die Entwickler bei den ‚Pendulo Studios‘ entschieden, dass Brian nur die Gegenstände aufnehmen kann, für welche er im Moment einen Verwendungszweck kennt. Das macht zwar logisch durchaus Sinn, war aber für Veteranen mehr als gewöhnungsbedürftig. Da es denen eigentlich im Blut liegt, in den Locations alles einzustecken, was nicht niet- und nagelfest ist. Die spanische Schmiede nutzte jedoch ihre Mechanik leider auch zusätzlich, um die Spielzeit zu strecken. Denn da Brian immer wieder bekannte Orten nach brauchbaren Gegenständen abgrasen musste, streckte das die Dauer vorm Monitor deutlich. In ‚Runaway II‘ entschärfte man dann die Problematik zwar etwas, schaffte sie jedoch nicht ganz ab. Das ist ihnen nun erst mit dem dritten Part geglückt, was den Spielablauf deutlich zugute kommt. Der ist dadurch viel flüssiger, sinnloses redundantes Absuchen der Orte entfällt. Dennoch hat die Grübelkost kein Stück abgenommen. Im Sinne der Vorgänger schwanken die Rätsel zwischen offensichtlich und knackig. Gänzlich neu ist ein eingebautes Hilfssystem, dass vor allem bei harten Nüssen den Spielfluss zusätzlich fördert. Ein spielinterner Anruf bei „Mr. Pendulo“, der als Hausmeister bei den ‚Pendulo Studios‘ tätig ist, hilft ohne Umschweife weiter, ohne jedoch direkt zu verraten, was zu tun ist. Es gibt maximal zwei Hinweise pro Lösung, die sich inhaltlich zwar ähneln, doch erst bei erneuter Nachfrage wird eine Location oder ein Gegenstand offensichtlich gezeigt, mit dem man etwas benutzen muss. Zudem ist das gesamte System kontextbasiert, gibt also so stets den richtigen Hinweis für die jeweilige Situation. Die Denkarbeit wird dadurch zwar erheblich erleichtert, grübeln muss aber dennoch selbst, da die exakte Lösung eben niemals direkt verraten wird. So möchten wir das bitte in Zukunft in jedem Adventure haben!
Bekannte Steuerung mit sinnvollen Verbesserungen
An der Bedienung hat sich zu den Vorgängern nichts grundlegend verändert. Neu hinzugekommen ist nun eine Hotspot-Anzeige, die mittels der zweiten Funktionstaste oder dem Menü aufgerufen werden kann. Leider schaltet die in einen gesonderten Bildschirm, in dem der Protagonist nicht zu steuern ist. Erst nach dem Abschalten der hilfreichen Anzeige kann weitergespielt werden. Das fühlte sich etwas unkomfortabel an. Ähnlich ist es mit dem Sichern der Spielstände, da bei jedem Speichervorgang ein neuer Slot angelegt wird. Umständliches manuelles Löschen ist da leider die Folge. Neu und gut ist die Möglichkeit, mittels Doppelklick nicht nur Locations zu wechseln, sondern auch innerhalb schnell von einem Punkt zum anderen zu gelangen. Gespräche laufen im bewährten Multiple-Choice ab, hin und wieder kann direkt zwischen zwei Charakteren gewechselt werden.
Das Warten hat sich gelohnt!
Der Vorgänger war zwar ausgezeichnet, doch konnten sich viele Spieler mit einigen Teilen der Story nicht wirklich anfreunden. Um auch Neulingen die Chance zu geben, das Prequel unvoreingenommen zu erleben, verraten wir nur so viel, dass sich die Entwickler sichtlich bemüht haben, mit ‚Runaway III‘ die Story von den ungeliebten Elementen wegzuführen. Allerdings spielt der Vorgänger durch diesen Schritt nur eine geringe Rolle und der Cliffhanger wird praktisch überhaupt nicht fortgeführt. Aber das sind wir bereit, zu verschmerzen. Denn wir finden, dass ‚Runaway – A Twist of Fate‘ der wohl beste Teil der Reihe ist, der uns in den sechs Kapiteln nicht vom Monitor weglassen wollte. Kurz und knapp: Das Warten hat sich echt gelohnt. Ein tolles Adventure!
[ 18.11.2009 ]








































