| Hersteller:
| Cyan
|
| Vertrieb:
| Brøderbund
|
| Steuerung:
| Maus
|
| Systemanforderungen:
| DOS 5.0/Win 3.1 / 386 33 MHz / 4 MB RAM / ab 1 MB Festplatte
|
| USK:
| Freigegeben ohne Altersbeschränkung
|
| Kompatibilität:
| ScummVM
|
| Deutsch:
| Komplett
|
"In dem Moment, als ich in die Spalte stürzte, erkannte ich, dass das Buch nicht, wie geplant zerstört werden würde. Es fiel immer weiter in diese sternenklare Weite, von der ich nur einen flüchtigen Blick erhaschen konnte. Ich versuchte mir vorzustellen, wo es wohl landen würde, aber solche Mutmaßungen sind natürlich vergeblich. Dennoch ist der Gedanken, dass andere Hände eines Tages mein Myst-Buch halten könnten äußerst beunruhigend. Meine Befürchtungen lassen sich vielleicht nie ganz zerstreuen und ich schließe mit der Erkenntnis, dass das Ende noch nicht geschrieben wurde."
Mit diesen Worten leitet das Spiel den Spieler in das Mystabenteuer ein. Am Ende des Intros berührt man die erste Seite des Buches und befindet sich im nächsten Moment auf der Insel 'Myst'. Der Spieler weiß zu Beginn überhaupt nicht, was er dort eigentlich machen soll. Er streift planlos über die Insel und findet versteckte Hinweise, die ihm seine Aufgabe zeigen.
So entdeckt man eine Biblothek, in welcher sich viele, teils verbrannte Bücher befinden, doch zwei Bücher haben besondere Plätze bekommen: ein rotes und ein blaues. Man schlägt diese auf und lernt so Sirus und Akinare kennen. Diese erklären, dass Seiten aus ihrem Buch fehlen und sie dadurch in ihrer Welt gefangen wären. Nur durch das Wiederfinden der fehlenden Seiten, können sie aus ihrem Gefängnis befreit werden. Nun steht der Spieler vor der Wahl, wem von beiden er Vertrauen schenken möchte. Dabei unterliegt der Spieler keinerlei Zwang, sondern kann sich frei zwischen beiden entscheiden.
Steht die Entscheidung des Spielers fest, wird die Insel Myst weiter erkundet und man findet einige Rätsel, die es zu lösen gilt. Schnell findet man so heraus, dass Myst eine zentrale Verbindungsinsel zwischen verschiedenen Welten ist. So findet man hier die Verbindungsbücher zu vier weiteren Inseln, die es nach dem Betreten ebenfalls kräftig zu erforschen gilt. Überall entdeckt man Neues.
Die Rästel in Myst sind aber nicht mit den Rästeln herkömmlicher Adventure zu vergleichen. So findet man, außer den zu findenden Seiten, keine weiteren Gegenstände. Myst setzt weit mehr voraus, als Gegenstände untereinander zu kombinieren. Im Gegenteil, in den verschienden Welten muss man versuchen, fremde Technologien zu verstehen, um beispielsweise Maschinen wieder zum Laufen zu bringen. Man muss versuchen, erworbene Kenntnisse zu nutzen, um weiter zu kommen. Das ist ein sehr interessantes Spielprinzip, was wirklich Spass macht - und so findet man nur durch logisches Denken die gesuchten Seiten.
Die vier weiteren Inseln strotzen dabei vor neuen Dingen und es macht einfach Spass, diese Welten zu durchstreifen und kennenzulernen. Dabei sieht der Spieler alles aus der Ego-Perspektive. Man klickt einfach mit der linken Maus dorthin, wo man hinmöchte und das nächste Bild wird dargestellt, also eine "Bild-zu-Bild-Variante" - zu vergleichen mit einer Slideshow. Die dabei benutzen Bilder sind alle vorgerendert und sehen wirklich verdammt gut aus. Mittels dieser Technik kann der Spieler, die Welten durchstreifen oder näher an Objekte heransehen. Bei bestimmten Objekten, wie Hebeln und dergleichen, verwandelt sich der Coursor, der die Form einer Hand besitzt, in eine greifende Hand und der jeweilige Gegenstand kann benutzt werden.
Damit die Welt dabei nicht allzu leblos wirkt, wurden über 60 Minuten Quick-Time-Animationen eingebaut, die in die gerenderten Bilder eingelassen wurden, um so mehr Realismus zu erzeugen. Dabei muss man aber sagen, dass die Welten dennoch teils sehr unbelebt wirken. Das Wasser bleibt glänzlich unanimiert und dies wird nur an wenigen Stellen geändert. Außer ein paar Schmetterlingen spiegelt das Spiel auch leider nicht viel Leben wieder. Personen begegnet man im Spiel nicht, was die Welten noch mehr in die Leblosigkeit gleiten lässt. Aber hierbei muss gesagt werden, dass das Spiel 1993 erschien und diese Art der Grafik die Spielen eigentlich gänzlich neu war, geschweige denn die Rechenkraft der Computer nicht so war, wie diese heute vorzufinden ist und so wohl auch die fehlenden Details zu Folge hatte.
Was aber hier nun an Realismus fehlt, wird von den Soundeffekten wieder ausgeglichen, die besser kaum sein können, alle aufgenommen an echten bzw. simulierten Schauplätzen, um so eine möglichst realistische Umgebung schaffen zu können. Dies ist aber wirklich geglückt und so fehlt es hier dem Spieler an nichts und man fühlt sich gleich mehr in diese Welt versetzt. An verschiedenen Orten setzt auch Musik ein, die wirklich niemals nervt und einfach nur großartig zu den einzelnen Locations passt.
Vom heutigen Standpunkt aus gesehen, ist dieses Spiel das erfolgreichste Computerspiel, dass die Welt jemals zu Gesicht bekam. Über 6 Millionen Exemplare sollen bisher über die Ladentheke gegangen sein und so ist es auch nicht verwunderlich, dass dieser Titel schon "Opfer" mehrere Nachbearbeitungen war. So erschien auch eine 'Masterpiece Edition', die mit verbesserten Grafiken ( statt 8-Bit, nun 24-Bit ) und einer besseren Qualität des Sounds aufwarten konnte. Zuletzt folgte 2001 die Umsetzung der Myst-Welt in eine echte 3D-Umgebung, genannt 'realMYST', die aber leistungstarke Rechner voraussetzt. Beide eben genannten Versionen entsprechen aber storytechnisch dem Original und nur an den Grafiken und Sounds wurden Qualitätssteigerungen vorgenommen. Daher werden sie hier nur erwähnt und es folgt kein echter Test über sie.
[ Klassiker-Test ]
Weitere Artikel zum Spiel