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Kolumne 46: Ungereimtheiten in Adventure-Perlen - Part IV

Die Adventures von ‚LucasArts‘ sind für viele Freizeit-Abenteurer etwas ganz Besonderes, stechen sie doch deutlich mit ihren durchdachten und vielseitigen Geschichten aus der Masse heraus. Allerdings ist die Serie ‚Monkey Island‘ nicht unbedingt mit Konsistenz gesegnet, was den eigentlichen Verlauf der Handlung durch die mittlerweile vier LucasArts-Ableger angeht. Telltales Abstecher in die Karibik lassen wir bei dieser Betrachtung allerdings bewusst außen vor, reichen deren Jahre des Daseins noch lange nicht, es einen Klassiker nennen zu können. Um die vielseitigen Ungereimtheiten der Handlung aber besser nachvollziehen und verdeutlichen zu können, schauen wir uns in Part IV dieser Kolumnen-Reihe erstmals – mit ‚The Curse of Monkey Island‘ und ‚Die Flucht von Monkey Island‘ – zwei Klassiker auf einmal an. Und natürlich sind wir uns im Klaren, dass es genügend Landratten da draußen gibt, die im vierten Ableger von 2002 alles andere sehen als eine „Adventure-Perle“. Unserer Meinung nach zu Unrecht. Aber das ist eine andere Geschichte und jeder sieht das eben ganz wie er möchte – vollkommen legitim.

Hier soll es allerdings nicht mit einer Zeile um den Zwiespalt zwischen den letzten beiden Affeninseln gehen, sondern der Problematik, dass sich nunmehr gleich mehrere verschiedene „Köche“ an der Monkey-Suppe versuchten und nicht unbedingt die Ideen und Entscheidungen des Vorgängers aufgriffen. Für mich als Fan der ersten Stunde führte das zu nicht wenigen Inkonsistenzen in der Gesamthandlung, die einem förmlich ins Gesicht springen. So gaben Jonathan Ackley und Larry Ahern zwar mit ‚Monkey Island III‘ endlich Antworten auf bisher offene Fragen, doch ignorierte Sean Clark mit Teil vier eben selbige und modelte generell die Handlung teils überschwänglich um. Aber wir wollen nicht zu weit vorgreifen. Fakt ist, uns brennt die Diskussion der nun folgenden Ungereimtheiten bereits seit dem ersten Durchspielen von 'Monkey Island IV' - was die meisten Fehler in die Handlung bringt - unter den Fingernägeln. Eine Wohltat, das endlich mal alles niederzuschreiben.
SPOILER-Warnung: Diese Kolumne richtet sich ausschließlich an Leser, die 'The Secret of Monkey Island', 'Monkey Island II: LeChuck´s Revenge', 'The Curse of Monkey Island' und 'Escape from Monkey Island' (dt. 'Flucht von Monkey Island') komplett durchgespielt haben!

Big Whoop: Der Jahrmarkt der Verdammten
Alles nur die Vorstellung eines Kindes? Das Ende von Teil zwei hatte damals viele Fragen offen gelassen. (Monkey Island II: LeChuck's Revenge)
Nachdem uns das Ende von ‚Monkey Island II‘ 1992 mit nicht nur einer fragenden Augenbrauche zurückließ, stellt sich natürlich schon die Frage, wie LeChuck diesen „Jahrmarkt der Verdammten“ überhaupt so schnell errichten und wie er des Weiteren so schnell nach Dinky/Monkey Island kommen konnte. Hatten wir mit Guybrush nicht die Festung des untoten Piratenlords mit Sprengstoff zerbröselt? Plötzlich steht dann LeChuck aber am Ende von Teil zwei vor uns und führt uns geradewegs in die Illusion des Jahrmarkts. Irgendwie konnte Guybrush dann entkommen und schippert in Teil drei mit einem Autoscooter über die Weltmeere. Die gesamte Jahrmarkt-Problematik wird zwar zumindest krampfhaft zu erklären versucht, doch die Frage bleibt dennoch bestehen: Wie konnte LeChuck diesen so schnell errichten? Largo LaGrande hatte den Piratenkörper gerade man so wiederbelebt und schon stampft der im Eiltempo einen ganzen Jahrmarkt aus dem Boden – und das obwohl er eigentlich den gesamten Teil zwei über in der Festung seine Rache für Guybrush plant? In Teil drei nutzt Lechuck diese Kirmes dann auch noch, um unwissende Touristen in untote Lakaien zu verwandeln. Wie kommen die denn überhaupt dort hin? Haben wir in ‚The Secret of Monkey Island‘ nicht immense Anstrengungen unternehmen müssen, überhaupt die Insel zu finden. Wie sollen Touristen das Eiland denn dann erst aufspühren?
Der Jahrmarkt der Verdammten als Falle für alle Piraten. Wie finden die überhaupt die Insel? (The Curse of Monkey Island)
„Ich--“
Sind LeChuck und Guybrush wirklich Brüder? ... (Monkey Island II: LeChuck's Revenge)
Was habe ich damals über die gelungene Star-Wars-Hommage schmunzeln müssen und gleichermaßen überrascht geschaut, als LeChuck sich als Bruder Guybrushs offenbart. Gehörte das zur Illusion dazu? Immerhin wird die Bruder-Geschichte nie wieder auch nur für einen Moment je wieder aufgegriffen. In Teil vier spricht obendrein LeChuck den Namen „Threepwood“ sogar durchweg falsch aus (der typische MI-Running-Gag). Würde er als Bruder nicht Chuckie Threepwood heißen? Wie kann er bitteschön seinen eigenen Nachnahmen nicht korrekt aussprechen können bzw. den seines eigenen Bruders? Ein indirekter Beweis für die Theorie der Illusion? Keine Ahnung, denn erklärt wird's nirgendwo.
... Wenn beide Brüder sind, warum kennt LeChuck seinen eigenen Nachnamen nicht? (Flucht von Monkey Island)
Wie kommt Murray nach Blood---, Monk---- … irgendwohin?
Als Guybrush durch LeChuck auf Kindergröße geschrumpft wird und auf den Jahrmarkt entlassen wird, trifft er einmal mehr den sprechenden Skelettkopf Murray. Wie ist der aber überhaupt zurück nach Monkey Island gekommen? Ebenso ist sein Erscheinen auf Blood Island alles andere als nachvollziehbar. Der sprechende Totenschädel lässt zwar kurze Erklärungen diesbezüglich vom Stapel, doch wirkt das letztlich alles etwas aufgesetzt. Eine mögliche Erklärung erläutere ich im Trivia-Bereich dieses Artikels - wahrscheinlich wird das die Ursache sein.
Schuldschein ist nicht gleich Bargeld
Nachdem Guybrush auf Lucre Island ankommt, dauert es nicht allzu lange, bis er auf Ozzie Mandrill trifft. Der kauft zwar die halbe Karibik auf, um die Inseln in Themenparks zu verwandeln, doch wird sein australisches Geld in der Bank nicht akzeptiert. Beim Wanderstockhändler lässt er deswegen auch seit Monaten anschreiben. Ebenso meint Lakai Pegnose Pete später, dass er endlich gern bezahlt werden will.

Bedeutet das im Umkehrschluss, dass Ozzie die halbe Karibik mit Schuldscheinen gekauft hat? Wird da eigentlich niemand stutzig? Und wieso besitzt er außerdem nur australisches Geld oder „Traveller Checks“. Mit Jambalaya Island hat er doch bereits eine komplette Insel in einen Themenpark umfunktioniert. Müsste die nicht Gewinn in karibiktypischer Währung abwerfen? Sollte Ozzie also tatsächlich das gesamte Unterfangen ausschließlich mit Schuldscheinen durchgezogen haben, dann ist die Karibik wirklich so richtig schön dämlich.
Wie fand Ozzie Mandrill eigentlich Monkey Island?
Im Original musste man noch Voodoo-Rezepte kochen, um überhaupt Monkey Island zu finden, ... (The Secret of Monkey Island)
Im Finale von Teil drei wird LeChuck durch tonnenschwere Eismassen begraben. Murray erklärt uns auf Jambalya Island, dass Ozzie Mandrill Lechuck aus dem gefrorenen Grab befreit haben soll – an anderer Stelle erklärt uns die Voodoo-Lady, dass LeChucks brennender Part das Eis zum Schmelzen brachte und an wieder anderer Stelle bestätigt der untote Pirat höchstselbst Murrays Version. Ja, was denn nun? Von LeChuck bestätigt oder nicht: Die Geschichte mit dem Flammenbart klingt dabei eigentlich am Sinnigsten. Denn wie sollte Ozzie Monkey Island überhaupt finden? War das nicht eigentlich ein geheimes Eiland, das nur mit Tricks überhaupt aufgespürt werden konnte? In Teil eins ein riesiges Geheimnis – in Teil vier scheint irgendwie beinahe schon jeder mal dort gewesen zu sein… Nebenbei wird auch niemals erklärt, wie die verschiedenen Mannen das überhaupt bewerkstelligt haben? Haben alle mit dem Voodoo-Kochrezept hantiert?
... wie aber hat Ozzie den Weg nach Monkey Island gefunden? (Flucht von Monkey Island)
LeChucks' Reinkarnationen
LeChuck war in Teil eins ein Fall für die Ghostbusters; im zweiten ein Untoter; im dritten eine Art Voodoo-Mischmasch mit brennendem Bart und im vierten gleichmal alles zusammen. Nun jedoch mit der Fähigkeit, sich blitzschnell in seine verschiedene Vorgänger-Alter-Egos und natürlich in Charles L. Charles verwandeln zu können. Woher hat der Kerl plötzlich die Gabe, seine Form derart zu verändern? Am Ende von Teil vier übernimmt er obendrein noch eine Statue aus massivem Stein. Die Voodoo-Lady meint zwar, dass er mit jeder Reinkarnation immer mächtiger wird, aber davon war in den Vorgängern irgendwie nie etwas zu sehen. In ‚Monkey Island II‘ wäre LeChuck sogar für immer erledigt gewesen, hätte Largo ihn nicht mittels seines Geisterbartes wiederbelebt.
Elaines Macht wächst aber auch mit jedem neuen Ableger
Im Original von 1990 lernt Guybrush erstmals die junge Elaine Marley kennen, die den Posten des Gouverneurs von Mêlée Island innehat. Bereits im zweiten Teil wird nur ein Jahr später ihre Macht ohne Erklärungen erweitert, in dem wir erfahren, dass die Gute eigentlich nicht nur Mêlée Island kontrolliert, sondern auch Booty Island. Das wurde zwar in Teil eins mit keiner Silbe erwähnt, aber solche Informationen im Erzählstrang zu verschwitzen, kann selbst dem besten Schreiberling mal passieren. Diese Ausrede funktionierte bis zum dritten Tei, wo nun plötzlich Plunder Island ebenfalls von Elaine regiert wird. Dieses Dreiinselreich wurde allerdings - wie gesagt - niemals in den Vorgängern auch nur angedeutet.

Es ist natürlich ganz normal, in Fortsetzungen neue Schauplätze zu erfinden, damit die Spieler nicht noch einmal durch bereits bekannte Gefilde rätseln müssen, doch Konsistenz sieht anders aus. Glücklicherweise hat man davon abgesehen, Elaine in Teil vier noch eine weitere Insel unterzuschieben.
Das Ableben von Elaines Großvater
Kapt´n Marleys Verbleib (Monkey Island II: LeChuck's Revenge)
Kapt´n Marley ist einer der wenigen Namen, welcher in der Serie eine gewisse Beständigkeit innehat, was wohl darin begründet ist, dass er Elaines Großvater war. Erstmals taucht dessen Erwähnung im zweiten Teil auf, als wir uns mit Guybrush auf die Suche nach den vier Kartenteilen der Big-Whoop-Schatzkarte begeben. Dort erfahren wir aus dem Buch "Big Whoop, Legende oder Realität?", dass Kapt´n Marley während der Segelregatta "America´s Cup" versehentlich in eine Nebelbank fuhr und spurlos verschwand.
Die leicht erweiterte LeChuck-Version von Kapt´n Marleys Schicksal (The Curse of Monkey Island)
In Teil drei taucht der Name Kapt´n Marley plötzlich gegen Ende wieder auf, als LeChuck uns höchstpersönlich erzählt, was an dem Tag wirklich geschah. Der Piratenlord kaperte nämlich Kapt´n Marleys Segelschiff und tötete Elaines Großvater, um an das Kartentstück von Big Whoop zu gelangen. Anschließend steuerte LeChuck das Wassergefährt direkt in einen Strudel, worauf es sank. Zu diesem Zeitpunkt lebte aber bereits niemand mehr an Bord.

Zugegeben diese Exposition empfand ich damals als sehr gelungen. Die Nebelbank wird zwar mit keiner Silbe mehr erwähnt, aber das hätte auch eine Illusion seitens LeChuck sein können, um sein Treiben zu verbergen. Meiner Meinung nach passte das noch ganz ordentlich in den offiziellen Kanon.
"Kanon überschreiben? Ja/Nein" .... Die neue Version des Kapt´n-Marley-Vorfalls (Flucht von Monkey Island)
Dummerweise interessierte Projektleiter Sean Clark scheinbar die Vorarbeit seiner Kollegen recht wenig, denn er modelte die Geschehnissen schlicht und ergreifend um: Kapt´n Marley (im vierten Teil nun als "H.T." Marley benannt) traf einen Abend vor der Segelregatta auf den niedergeschlagenen Ozzie Mandrill. Die Zunge durch einige Grogs gelockert, offenbarte er dem australischen Geschäftsmann unter anderem das Geheimnis der Ultimativen Beleidigung. Zum Dank überfällt Ozzie Elaines Großvater einen Tag später während der Regatta und steuert dessen Schiff in einen Strudel, woraufhin es sank. Kapt´n Marley lebte allerdings zu diesem Zeitpunkt noch - von LeChuck wird in dieser Version allerdings kein Wort gesagt.

Ich frage mich ernsthaft, wie so etwas passieren kann? Hat denn keiner der Entwickler - allen voran Sean Clark - den Vorgänger zumindest einmal durchgespielt? Bereits beim ersten Erleben der Geschichte von 'Monkey Island IV' stieß mir der Fehler damals sofort auf. Wenn man mal als Fan etwas durcheinander bringt - ok - aber wie kann das dem Entwickler selbst passieren? 'Flucht von Monkey Island' wurde immerhin ebenfalls intern bei 'LucasArts' entwickelt und die hätten es doch nun wirklich am Besten wissen müssen! Solche massiven Fehler dürfen eigentlich nicht passieren!! Und das bringt uns direkt zum nächsten Punkt, nämlich zu ...
... Herman Toothrots wahre Identität
Herman Toothrot soll H.T. Marley sein, der sein Gedächtnis verlor? (Flucht von Monkey Island)
Denn die eben begonnene Geschichte ist (leider) noch nicht zu Ende erzählt: Im abgeänderten Kanon von 'Monkey Island IV' überlebte H.T. Marley nämlich den Strudel und wird mit ein paar Habseligkeiten zufällig an die Ufer von Monkey Island gespühlt. Die Strapazen haben ihm das Gedächntis gekostet, weshalb er sich aufgrund der Initialen "H.T.", die sich auf einem mit angespühlten Akkordeon befinden, ab sofort Herman Toothrot nennt. Herman Toothrot und Horatio Torquemada Marley sind ein und dieselbe Person.

Allerdings wird ungeschickterweise der zweite Überlebende auf der Insel vergessen. In 'The Secret of Monkey Island' von 1990 stirbt Hermans Kumpane nämlich versehentlich, als er sich beim Anbringen einer Schaukel an einem Ast erhängt. Somit hätte Herman zwar sein Gedächtnis verlieren können, allerdings hätte ihn der andere Schiffbrüchige doch erkennen und mit korrektem Namen ansprechen müssen. Es sei denn, der hatte auch das Gedächtnis verloren ... Aber Moment: Das wäre ja überhaupt nicht möglich. Denn Herman meint im ersten Teil, dass beide gemeinsam nach Monkey Island gesegelt sind ... Kein Wort von LeChuck, Ozzie Mandrill, einer Segelregatta oder irgendwelchen Strudeln.

Und weil man scheinbar schon so fleißig am Vermurksen des Kanons saß, entschied man sich aus Horatio Marley gleich noch den früheren Gouverneur des Dreiniselreichs zu machen. Das wurde niemals in einem der Vorgänger erwähnt. 'LucasArts': Wie kann man mit der Story von 'Monkey Island IV' nur derart viele Fehler in die Serie einschleusen?! Hatte denn irgend jemand vom MI4-Team die Vorgänger zumindest einmal durchgespielt?
Herman segelte nicht allein nach Monkey Island (The Secret of Monkey Island)
Aber nehmen wir nur einmal für einen kurzen Moment den neuen Kanon ernst. Herman/Horatio konnte sich also nicht an seinen Namen erinnern oder an sein früheres Leben. Nachdem er aber sein Gedächtnis durch Guybrushs Hilfe wiedererlangt, übergibt er dem jungen Freibeuter das Gouverneurssiegel von Mêlée Island, welches er die ganze Zeit bei sich trug ... Gedächtnisverlust hin oder her: Hätte das Herman nicht zumindest einen Hinweis geben müssen, wo er eigentlich hingehört? Hätte er das Siegel Guybrush bei früheren Treffen gezeigt, hätte es sicherlich direkt *KLICK* gemacht. Aber das konnte er natürlich nicht, weil in den Vorgängern dieses Siegel schlicht und ergreifend nicht existierte.
The Secret of Monkey Island
Im ersten Teil sah das Laybrinth des Affenkopfes noch so aus, ... (The Secret of Monkey Island)
Während die bereits beschriebenen Fehler eigentlich schon schlimm genug sind, setzt das Entwickler-Team von ‚Monkey Island IV‘ doch tatsächlich sogar noch einen drauf. Wir erinnern uns: Guybrush öffnete bei seinem ersten Besuch auf Monkey Island den Affenkopf mithilfe eines Wattestäbchens und kletterte von dort in ein höhlenartiges Labyrinth, welches geradewegs zu LeChucks Geisterschiff führte – zumindest sofern man den Kannibalen den Kopf des Navigators abluchste.

Im vierten Teil stattet Guybrush Monkey Island erneut einen Besuch ab und betritt einmal mehr den Affenkopf. Nicht nur, dass der plötzlich ganz anders geöffnet wird, sein Inneres ist überhaupt nicht konform mit dem aus Teil eins. Wo kommen plötzlich die vielen Maschinenbestandteile her? Ok, man machte sich im Original zwar den Spaß, dem Affenkopf eine Art Skelett zu verpassen – Guybrush klettert immerhin an der Wirbelsäule in das Labyrinth hinab – aber das sollte doch nur ein Spaß sein. In ‚Flucht von Monkey Island‘ wird dieses nun aber komplett durch eine maschinelle Konstruktion ersetzt und gipfelt im lange gehüteten Geheimnis von Monkey Island: Der Affenkopf ist ein Teil eines riesigen Roboters, dessen Kopf lediglich aus dem Boden ragt. Diesen aktiviert Guybrush, um mit ihm zurück nach Mêlée Island zu marschieren, auf dem Weg den riesigen Beleidungsverstärker zu entschärfen und den Mega-LeChuck durch Aak, Eek, und Ook zu besiegen.

Dass unter Monkey Island also eine Art Affen-„Transformer“-Apparatur lauert, ist selbst für Affeninsel-Verhältnisse ganz schön gewagt. Immerhin sieht man das Innere bereits in Teil eins und dort war nichts von der ganzen Mechanik zu sehen. Obendrein sieht der Kopf des Roboters nach seinem Erwachen gar nicht mehr wie der steinerne Kopf aus, der die ganzen Zeit auf der Insel zu sehen war. Neben Käpt’n Marleys neu interpretiertem Ableben ist vor allem diese Affenkopf-Geschichte in meinen Augen eine der größten Ungereimtheiten des Monkey-Universums. Ganz leicht entschärft wird das nur durch Herman, der Guybrush erzählt, dass er beim Graben nach Gold durch Zufall auf die Apparatur gestoßen sei und die vorherigen Labyrinthe unter Monkey Island verschüttet worden. Dies sollte wohl implizieren, dass erst durch die Einstürze die Mechanik zum Vorschein kam. Retten tut es die Sache allerdings trotzdem nicht. Im ersten Teil sieht man das untere Ende des Affenkopfes und das ist nun einmal nichts von einem Roboter zu sehen … DAS sollte ernsthaft das Geheimnis von Monkey Island sein? Dieses eine Geheimnis, auf dessen Enthüllung Fans 12 Jahre gewartet hatten? Na ja …
... im vierten Teil sind da plötzlich Unmengen von Maschinen, die Guybrush wohl unmöglich bei seinem ersten Besuch übersehen haben kann (Flucht von Monkey Island)
Wo ist der Jahrmarkt der Verdammten?
Ich erwähnte bereits die Problematik, dass LeChuck im zweiten Teil einen riesigen Jahrmarkt aus dem Boden stampfen konnte. Im dritten Teil hat er den sogar noch ausgebaut, um die Tore der Hölle für sich nutzbar zu machen, um unwissende Piraten seiner Skelett-Armee hinzufügen zu können. Wo ist der Park im vierten Teil hin? Das Argument der Illusion zählt hier nämlich nicht. Laut Hermans Aussage hatte LeChuck den Park in einem riesigen Wutanfall vollkommen zerstört, was beweist, dass der Park physisch tatsächlich existierte und keine reine Illusion gewesen war. Doch wo sind all die Überreste des Parks? Müssten nicht Rudimente der Anlagen noch irgendwo zu erspähen sein? Und selbst wenn Lechuck seine Armee dazu aufgefordert hätte, alle Überreste zu beseitigen, müsste es dann nicht noch riesige gerodete Flächen geben, auf denen der Park einst stand? So schnell wächst nämlich noch nicht einmal Urwald nach.
Was ist im vierten Teil aus LeChucks Skelettarmee geworden?
Leider ebenfalls ein Mysterium des vierten Ablegers: Wo ist LeChucks Armee der Untoten hin, die im Vorgänger noch in Massen Plunder Island einnehmen wollte und die er durch den Jahrmarkt der Verdammten sogar noch vergrößerte? Mal davon abgesehen, dass LeChuck den riesigen Eisklotz am Ende des dritten Teils überlebte und seine Mannschaft ihn infolge dessen sicherlich problemlos hätte retten können, ist sie im vierten Ableger kein Thema mehr. Erst Ozzie rettet LeChuck aus seinem eisigen Grab. Was ist aus der Mannschaft geworden? Sind sie ohne den Taktgeber LeChuck verendet? Erklärt wird's jedenfalls einmal mehr nirgendwo. Verhungert werden sie wohl kaum sein.
Der riesige Beleidigungsverstärker und die Leitung zur Gouverneursvilla
Als Lechuck und Ozzie ihren Plan in der Gouverneursvilla von Mêlée Island offenlegen, setzen sie Guybrush im Anschluss auf Monkey Island aus, um ihn später als Druckmittel verwenden zu können. Fragt sich nur für wen: Immerhin können sie mit der Ultimativen Beleidigung später die gesamte Karibik unterjochen - selbst Elaine, auf die es LeChuck vorrangig abgesehen hat. Obwohl nicht angedeutet wird, wie lange Guybrush nun überhaupt auf Monkey Island festsitzt, hat Ozzie in der Zwischenzeit gleich mehrere monumentale Bauwerke fertigstellen lassen. Zum Einen einen riesigen Beleidigungsverstärker, gegen den selbst der Affenroboter winzig wirkt - zum anderen eine sich über unzählige Meilen erstreckende Leitung zwischen der Gouverneursvilla auf Mêlée und dem besagten Riesenbauwerk.

Wann bitteschön war denn die Zeit, das alles zu bauen? Es wird zwar angedeutet, dass LeChuck als neuer Gouverneur von Mêlée die ansässigen Piraten zur Zwangsarbeit verdonnert, damit die ihm eine Statue seiner selbst errichten, allerdings endet sein Einflussbreich eigentlich an den Ufern der Insel. Wer also hat den riesigen Beleidigungsverstärker und die Verbindungspipeline gebaut und vor allem wann? Obendrein wusste niemand, wie die Ultimative Beleidigung eigentlich funktioniert. Wie kann man von etwas einen riesigen Verstärker bauen, von dem man gar nicht weiß, wie es überhaupt arbeitet?

Und die wichtigste Frage: Auf welcher Insel steht dieser Verstärker überhaupt und wie kommt der Roboter da so schnell hin. Das wird alles schlicht und ergreifend viel zu oberflächlich behandelt.
Interessante Trivia-Punkte
(Die Ungereimtheiten sind hier abgeschlossen. Allerdings habe ich - ganz im Sinne dieser Kolumnen-Reihe - einmal mehr ein paar Trivia-Infos für Euch in petto. Da allerdings bereits in Part II ein Großteil der Allgemeingültigen Infos niedergeschrieben sind, möchte ich mich an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholen. Von daher stattet Part II, der sich mit 'Monkey Island II' beschäftigt, bei Interesse ebenfalls einfach einen Besuch ab. Wer sich hingegen gar nicht für die Trivias interessiert, springt einfach zum letzten Absatz)
Monkey Island IV: Die (angeblich) viel bessere Playstation-2-Fassung
Hinweis: Leider ist das der einzige Screenshot, den ich aus meiner Playstation-2-Sitzung mitnehmen konnte. Um die grafischen Unterschiede besser aufzeigen zu können, wäre ein Screenshot hilfreicher gewesen, bei dem sich die Figuren näher am Vordergrund befinden und größer sind. Dem bin ich mir natürlich bewusst. (Flucht von Monkey Island [Playstation 2])
Dass sich 'LucasArts' mit dem vierten Monkey-Ableger in erster Linie an Konsolenspieler richtete, benötigt wohl kaum weitere Erklärungen. Alleine die Abkehr der Maussteuerung und die viel bessere Spielbarkeit mit einem Gamepad sprechen bereits Bände. Allerdings gab sich der einstige kalifornische Entwickler auch beim Marketing ein wenig mehr Mühe für die Konsoleros. Angeblich sollte die Fassung für Sonys Playstation 2 bis zu viermal mehr Charakter-Polygone bieten als in der PC-Version. Außerdem prangerte man den spärlichen Speicher des PCs an, da dort 'Monkey Island IV' auf zwei CD´s gequetscht werden musste, man mit der Playstation 2 allerdings durch die DVD deutlich mehr Freiheiten gehabt hätte - vor allem was die Komprimierung der Zwischensequenzen und der Sprachsamples angeht.

Große Worte, doch unter'm Strich verpuffte die heiße Marketing-Luft doch dann recht schnell. Ich habe mir die PS2-Fassung nämlich einmal angeschaut. Grafische Verbesserungen kann man mit der Lupe suchen, sofern die überhaupt wirklich vorhanden sind. Persönlich kann ich jedenfalls optisch keinerlei Unterschiede ausmachen. Da die PS2-Fassung natürgemäß ohnehin ein wenig verwaschen daher kommt, sind Differenzen gleich noch schwerer auszumachen.

Bei den Sprachsamples habe ich ebenfalls keine Verbesserung wahrnehmen können. Noch immer fällt die (viel zu) starke Kompression dieser negativ auf. Wer vorher 'Monkey Island III' gespielt hat, dessen Sprachausgabe beinahe an Hörspielqualität heranreicht, nimmt den Unterschied direkt beim ersten gesprochenen Satz wahr. Lediglich die Filmsequenzen bieten gefühlt einen etwas voluminöseren Klangteppich als im PC-Pandon. Die andere Schriftart der Untertitel oder sonstige Änderungen im Detail - wie der kleine Pfeil, der nun auf Guybrush zeigt, wenn man auf der Landkarte unterwegs ist - sind geschenkt.

Gerüchten zufolge sollen sich aber einige wenige Dialogerweiterungen in der PS2-Fassung befinden. An so mancher Stelle wird jedenfalls behauptet, dass einige wenige neue Dialogoptionen im Spiel vorhanden seien. Ob das stimmt, konnte ich leider nicht verifizieren.
Monkey Island IV: LeChuck ist unkaputtbar
Nachdem LeChuck seinen Mitstreiter Ozzie Mandrill vor Wut zerschmettert und durch die Zerstörung der Ultimtativen Beleidigung eine Kettenreaktion auslöst, kann man den Piraten während der Explosion für einen Frame kurz sehen, wie er vom Epizentrum weggeschleudert wird. Dank 'Tales from Monkey Island' wissen wir natürlich alle, dass das noch lange nicht das Ende von LeChuck gewesen war.
Monkey Island IV: Schon wieder ein X-Wing im Morast
Rudert Guybrush ein wenig planlos durch den Sumpf auf Lucre Island, kann er an einer Stelle einen X-Wing-Jäger aus dem Star-Wars-Universum im Hintergrund erspähen.
Monkey Island III: „Wer hat an der Uhr gedreht, ...“ ?
Wenn Guybrush Threepwood durch die unbeschreiblich schön gezeichnete Hafenstadt Puerto Pollo wandert, kann der Spieler an der Turmuhr die aktuelle Systemzeit seines Betriebssystems ablesen. Außerdem schallt das LeChuck-Thema jede halbe Stunde durch die Straßen.
Monkey Island III: Grim Fandango
In dem kleinen Wirtshaus auf Puerto Pollo können wir uns den "ruhigen Stammkunden" näher ansehen, der - wie bereits der Pirat in 'The Secret oft Monkey Island', welcher 'Loom' bewirbt - das damals als nächstes erscheinende Adventure 'Grim Fandango' andeutet. Guybrush verwechselt den guten Manny Calavera allerdings mit einem Skelettpiraten aus LeChucks Mannschaft.
Monkey Island III: Cheater!
In der kleinen Action-Sequenz, in der wir mit der Bordkanone von LeChucks Piratenschiff das Feuer auf die Mannschaft in den Beiboten eröffnen, kann mittels Eingabe des Codes "LAPOSTAL" unendlich Muntion freigeschaltet werden. Natürlich hat man auch ohne diesen Cheat unbegrenzte Kanonenkugeln zur Verfügung, doch dies ist eine nette Anspielung an den Star-Wars-Ableger 'Dark Forces', bei dem man mittels dieses Cheats eben unendlich Muntion aktivieren konnte.

Bei Nutzung des Interpreters 'ScummVM' muss man sich übrigens beeilen, die Meldung "Unlimitierte Kanonenkugeln-Modus EIN" überhaupt lesen zu können. Die wird dort nämlich nur für den Bruchteil einer Sekunde angezeigt. Man kann den Code auch mehrmals eingeben, woraufhin das Spiel hinweist, dass man den Code doch schon längst eingegeben hat.
Monkey Island III: Murray, der sprechende Totenschädel
Dass Murray erst durch den Erfolg der MI3-Demoversion überhaupt derart oft im Adventure auftaucht, habe ich bereits in Part II erwähnt. Das dürfte wahrscheinlich der Grund sein, weshalb seine zahlreichen Wechsel der Inseln etwas bemüht erklärt scheinen. Im englischen Original ist es überdies möglich, Murray beim ersten Aufeinandertreffen die Frage zu stellen, ob man ihn "BOB" nennen dürfe. Dies ist eine Anspielung an den ersten Geisterpiraten, den man in 'The Secret of Monkey Island' trifft, der eben diesen Namen trägt. In der deutschen Version wurde die Frage unverständlicherweise abgeändert in: "Kann ich dich PLATTE nennen?". Warum das angepasst wurde, ist leider unbekannt.
Monkey Island III: Verstümmelte Piraten
In vielen Comics und Zeichentrickfilmen seit zahlreichen Jahren Gang und Gäbe, schwingt auch die dritte Affeninsel im gleichen Ton mit: Sämtliche Charaktere besitzen nur vier Finger.
Monkey Island III: „Obi-Wan hat Dich viel gelehrt!“
Drückt man während der Schiffskämpfe, bei denen man den gegnerischen Kahn seeuntüchtig ballern muss (und nur dort), die Tastenkombination Shift+J, wird in den darauffolgenden Schwertkämpfen der Klang der Säbel gegen die der Lichtschwerter aus 'Star Wars' getauscht.
Monkey Island III: The Dig
Verlässt und betritt Guybrush Stans Gruft 35 Mal, ist der plappernde Verkäufer plötzlich verschwunden. Im linken oberen Spinnennetz sieht man stattdessen Maggie Robbins aus 'The Dig', die von der ebenfalls aus diesem LucasArts-Adventure stammenden Spinnenkreatur geholt wird.
Monkey Island III: „10 Minuten ...“
Benutzt man am Strand von Blood Island, an dem der fliegende Waliser vor Anker geht, 30 Mal das Meereswasser, behauptet Guybrush die ersten 29 Mal, nicht ins Wasser gehen zu wollen. Bei 30. Mal macht er's dann letztlich doch und trifft sich selbst ertrunken im Original von 1990. Vielleicht hätte jemand dem Retro-Guybrush sagen sollen, dass er nur das Idol der Vielen Hände hätte einstecken müssen ...
Monkey Island III: Auf zurück nach Mêlée Island
Benutzt man in der Familiengruft auf Blood Island das brüchige Loch, findet sich Guybrush plötzlich in einer der Wald-Locations von 'The Secret of Monkey Island' wieder.
Monkey Island III: Das viel zu kurze Ende
Wenn man 'The Curse of Monkey Island' eine Sache wirklich vorwerfen kann, dann das viel zu abrupte und kurze Finale. Tatsächlich gab es gegen Ende der Entwicklung Probleme mit dem Budget. Geplant war eine längere Endsequenz, bei der unter anderem Elaine noch einmal in Erscheinung treten sollte und gegen die Skelettpiraten kämpft. Sogar ein eigener Song für die Credits war geplant.
Monkey Island III: Demo & Trailer
Hinweis: Die originale Auflösung des Trailers ist leider derart gering, dass ein qualitativerer Screenshot nicht möglich war
Die Demoversion, die Wochen vor Release des Adventures zu haben war, weist eine interessante Veränderung auf. Der komplette Soundtrack wird in dieser Version noch mit teils vollkommen anderen Instrumenten gespielt, was besonders beim Thema deutlich herauszuhören ist, welches dadurch stärker an das Original von 1990 erinnert. Im Trailer findet sich des Weiteren eine Animation, die es nicht in das fertige Spiel schaffte. Bei der winkt Guybrush, nach seiner Gefangenschaft durch LeChuck, Elaine vom Deck des Piratenschiffes zu, bevor er unter Deck eingesperrt wird.
Die Monkey-Saga ist schon was Besonderes!
Ich liebe die Monkey-Island-Saga, ihre sympathischen Charaktere, die farbenfrohen Locations und das Wohlfühl-Karibik-Flair. Beim direkten Vergleich der Grafik von Teil drei und vier in einem Artikel, fällt der qualitative Unterschied beider hingegen doch recht signifikant aus. Beim Spielen empfand ich die Grafik von 'Monkey IV' eigentlich recht ansehnlich - wenngleich natürlich schlechter als die des todschicken Vorgängers. Doch die Präsentation ist grundlegend egal, denn viel schlimmer sind die riesigen Story-Fehler, die allein die vierte Karibik-Runde mit sich bringt. Wieso hat man da nicht besser recherchiert? In meinen Augen darf so etwas einfach nicht passieren!! Immerhin hatte LucasArts selbst die Teile entwickelt und da ist es mir unbegreiflich, warum man sich nicht an den selbst erschaffenen Kanon hält. 'Monkey Island IV' steht bereits so schon unter einem schlechten Stern bei den Fans - diese Story-Diskrepanzen erleichtern die Akzeptanz dann sicherlich gleich noch weniger. Von daher war es mir ein ganz starkes Bedürfnis, endlich mal detailliert aufzulisten, was alles in Teil vier schief läuft und das mit Bildmaterial zu belegen, um mögliche "Du hast das falsch verstanden"-Diskussionen im Keim zu ersticken. Bilder lügen eben nicht. Ich bin sogar immer etwas geschockt gewesen, dass diese massiven Fehler kaum Diskussionen auslösten und man tatsächlich im Internet gar nicht so viel darüber zu finden scheint. Ist nur mir das so gravierend aufgefallen? Oder bin ich wirklich der einzige, der 'Monkey Island IV' tatsächlich durchgespielt hat?

Die Quadrologie der Affeninsel ist nichtsdestotrotz immer wieder ein paar Spielstunden wert. Ist das Leben manchmal ein wenig stressig, einfach einen der Monkey-Teile gestartet und virtuelle Karibik-Luft geschnuppert. Ist für mich einer der Aktionen, die mir selbst nach dem gefühlt tausendsten Male über all die vielen Jahre noch immer genau denselben Spaß macht! Es erinnert zudem auch zuckersüß an vergangene Zeiten, wo das alles noch ganz neu war und man als kleiner Bubi oder spitzzüngliger Teenager total gespannt vor´m Monitor saß und vor oder nach der Schule mit seinen Freunden über das Erspielte ausgiebig palaverte. 'Monkey Island' ist eine der wenigen Serien, die mich persönlich fast mein gesamtes Spielleben begleitet haben und nach einer so langen Zeit praktisch nicht mehr wegzudenken ist. Ich bin letztlich richtig dankbar, dass es diese tolle Spielereihe überhaupt gibt!

Fortsetzung in der nächsten Kolumne …

Falko Tetzner _ 29.08.2016

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