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Kolumne 33: Geniale PC-Spiele-Franchises - Part I
I. Das Hauptspiel
Was war das in den Jahren 2009 und 2010 für ein Hin und Her: 'Alan Wake' sollte ursprünglich ein Open-World-Spiel für den PC werden, das erstmalig auf die damals brandneue DirectX-10-Schnittstelle setzen sollte. Erste Teaser und Trailer machten einem den Mund wässrig, bis plötzlich bekannt gegeben wurde, dass DirectX10 ausschließlich mit 'Windows Vista' ausgeliefert werden sollte, das aber eigentlich niemand haben wollte. So entbrannten zahllose Diskussionen darüber, bis völlig unerwartet der PC-Release komplett abgesagt wurde. Aus dem Open-World-Spiel wurde kurzerhand ein lineares Abenteuer und das sollte nun exklusiv für die kommende XBox-360-Konsole erscheinen, um das Stückchen Hardware ordentlich zu pushen. Der Ärger und Frust hätte für reine PC-Zocker kaum schlimmer sein können. Doch Anfang 2012 wurde dann endlich das Bitten und Flehen erhört und 'Alan Wake' wurde ohne großes "Tam-Tam" für den PC angekündigt und Wochen später via Online-Plattform 'Steam' veröffentlicht - samt aller DLCs und natürlich auch der Fortsetzung. Grund genug für uns, Euch diese tolle Reihe endlich einmal vorzustellen!

Der junge, namensgebende Schriftsteller Alan Wake war überaus erfolgreich. Zwei Jahre zuvor hatte er mit dem Buch "The Sudden Stop" in Remedys Spieluniversum große Bestseller-Erfolge feiern können. Doch die glorreichen Tage des Schriftstellers sind lange vorbei. In einer Schreib-Blockade stagniert das Talent des eigentlich phantasievollen Schreiberlings und er bekommt einfach kein Wort mehr zu Papier. Sein Agent Barry, der stetig nach neuen Romanen fragt, hilft da auch nicht unbedingt weiter. Aus diesem Grund überkommt ihn und seine Frau Alice eine glorreiche Idee, Urlaub irgendwo dort zu machen, wo ihn hoffentlich kaum jemand kennt. So fällt die Wahl auf Bright Falls, eine kleine, idyllische Stadt im US-Bundesstaat Washington umringt von Wäldern und Bergen. Doch was eigentlich der perfekte Ort zu Entspannen sein soll, entpuppt sich schnell als das pure Gegenteil. Denn die kleine angemietete Hütte inmitten des Sees "Cauldron Lake" gibt es gar nicht. Natürlich wissen das Alan und seine Frau Alice nicht, als sie dort ihren Urlaub beginnen möchten. Mehr noch: Als plötzlich abends die Lichter ausgehen, kann Alan nur noch die Hilfeschreie seiner Frau wahrnehmen. Zurück ins Haus gehetzt, erspäht er sofort das zerborstene Veranda-Geländer und ahnt, seine geliebte Frau könnte in den See hinabgestürzt sein. Doch auch sein heldenhafter Sprung ins schwarze Nass der Dunkelheit nützt nichts: Er kann Alice einfach nicht finden, sie muss ertrunken sein. Ein Schock, doch als er das Bewusstsein wiedererlangt, ist er nicht in der Hütte, sondern sitzt plötzlich mit einer Platzwunde am Kopf in seinem verunglückten Wagen ... und es sind sieben Tage vergangen. Hilfesuchend bei der örtlichen Polizei muss er nun jedoch feststellen, dass die Hütte, in der er eigentlich Urlaub machen wollte, bereits vor vielen Jahren bei einem Vulkanausbruch im See verschwand. Was war passiert? War das alles nur Einbildung und vor allem: Wo ist Alice?
Es werde Licht
Alan findet sich schnell heraus, dass die Dunkelheit nicht unbedingt sein Freund ist. Plötzlich erscheinen nachts die Bewohner im Wald und wollen ihn brutal ans Leder. Doch sie sind nicht mehr sie selbst. Gefangen von der Dunkelheit sind sie verloren und können nicht mehr zurückgeholt werden. Aus diesem Grund bewaffnet sich Alan schnell mit seinen beiden wichtigsten Werkzeugen: Einer Taschenlampe und einer Pistole. Die Gegner müssen nun in Scharen erst einmal einen Moment mit dem Licht angestrahlt werden, damit sie überhaupt angreifbar werden. Erst wenn die Dunkelheit von ihnen geblendet ist, sind sie auch verwundbar. Das ist grundlegend ein ziemlich simples System und tatsächlich macht man in den Kämpfen eigentlich die ganze Zeit nicht anderes, als diese Prozedur wieder und wieder auszuführen. Doch trotz dieses repetitiven Prinzips weiß 'Alan Wake' stetig durch die tolle sehr und story-getriebene Handlung und den großen Umfang zu motivieren. Man hat den Spieler kontinuierlich auf einem Level, wo dieser wissen möchte, wie es weiter geht.
Ein Episoden-Spiel, das keines ist
Obwohl 'Alan Wake' als Vollpreis-Titel erschien, ist es dennoch in mehrere Episoden unterteilt: Fünf Hauptepisoden und zwei weitere wurden anschließend noch als DLC (Downloadable Content) veröffentlicht. Dabei schließen aber sowohl die Hauptfolgen, wie auch die beiden zusätzlichen Episoden die Geschichte nicht wirklich befriedigend ab. Man hatte wohl bei 'Remedy' auf einen größeren Erfolg des neuen Franchises gehofft und wollte sich das dann für etwaige Fortsetzungen aufheben. Doch, obwohl 'Alan Wake' eine feste Fangemeinde für sich verbuchen kann, blieb der große wirtschaftliche Erfolg leider aus, was mir persönlich immer ein Rätsel war. Grundlegend ist die Idee, das Spiel in Episoden zu unterteilen, eine tolle Idee, um dem Spieler vorzugaukeln, er würde eine echte Fernsehserie nachspielen. Doch wie dieses Feature dann letztlich umgesetzt wurde, wirkt es doch etwas unbeholfen. Die Idee dahinter: Spiele eine Episode - wobei pro Folge zwischen 2-3 Stunden anberaumt sein wollen - und mach dann eine Pause und spiele die nächste später. So ist es aber in 'Alan Wake' eben nicht umgesetzt. Ist eine Folge nämlich beendet, kann man nicht ins Hauptmenü zurückkehren, sondern startet direkt mit der Anschlussepisode. Diese wartet dann mit einem "Bisher bei Alan Wake"-Intro auf, was absolut obsolet erscheint, hat man die Vorfolge doch eben gerade erst gespielt und muss eigentlich nicht daran erinnert werden, was die beiden Stunden zuvor geschehen war. Positiv hingegen ist, dass man - sobald einmal erspielt - jede Episode auch manuell direkt vom Hauptmenü aus starten kann und dann macht natürlich das "Bisher bei Alan Wake"-Intro durchaus Sinn um sofort zu erkennen, wo man sich nun genau in der Handlung befindet. Da das Spiel lediglich eine automatische Speicherfunktion anbietet und man selbst nicht beliebig speichern kann, ist die Wahl der Episoden ein angenehmer Gegenpol, wenn man vielleicht nur mal schnell seine Lieblings-Episode spielen möchte.
'Alan Wake' (PC/2012) - Erst nur für Windows-Vista-PCs mit DirectX10 geplant, um dann als Exklusiv-Titel für die XBox360 zu enden, auf dessen Umsetzung reine PC-Spielern letztlich noch einmal zwei Jahre warten mussten.

Erzwungene Klischee-Liebe aus der Bravo
Die Geschichte, die 'Alan Wake' erzählt, ist durchweg mitreisend erzählt, motivierend und mit kleineren Wendungen gespickt. Ein toller Unterbau für die Suche nach Alans großer Liebe Alice. Leider - ja leider - ist eben gerade diese stark emotional treibende Kraft des Titels ein ziemlicher Schwachpunkt. Obwohl recht häufig versucht wird, dem Spieler die unendlich scheinende Zuneigung, die Alan und Alice füreinander empfinden, nahezubringen, so könnte dieses vereinende Band kaum platter präsentiert werden. Positiv ist dem Entwickler 'Remedy' aber anzurechnen, dass endlich mal kein 90-60-90-Stereotyp Frau in der Geschichte zu finden ist, sondern grundlegend eine "normale" Weiblichkeit von nebenan. Dennoch versuchen sie krampfhaft, diese dann doch wieder zum sexuellen Standardobjekt umzufunktionieren, wahrscheinlich für die jüngeren Spieler, indem Alice 90% der Zeit in Unterwäsche herumläuft oder reihenweise zweideutige Bemerkungen in vielen Sätzen verkrampft zu verstecken versucht. Das grenzt dann in der Tat schnell ans Fremdschämen. Ich werde ohnehin niemals verstehen, warum Entwickler und Filmemacher immer versuchen müssen, die Liebe zwischen zwei Menschen Hundert Mal mit dem Holzhammer erklären zu wollen. Ich denke, man unterschätzt hier oft das Publikum. Das wird sich ja wohl noch vorstellen können, wie die Liebe zwischen Mann und Frau funktioniert und jeder von beiden Berge für den anderen versetzt, wenn sich Schwierigkeiten anbahnen. Des Weiteren hätte Alice eigentlich in Sachen Feminismus bei dieser Gattung Frau einen lauten Aufschrei provozieren müssen: Denn ohne ihren Alan ist sie eigentlich nur ein Häufchen Elend, das furchtbare Angst vor der Dunkelheit hat und die kaum alleine zurechtzukommen scheint. So fühlen wir Herren der Schöpfung uns zwar durchaus wohl mit dem Gedanken, für eine Frau derart da sein zu dürfen, doch könnte es heutzutage kaum weiter weg von der Realität sein. Ich muss daher offen zugeben, dass ich mich zwar gern mit Alan Wake auf den Streifzug zur Rettung seiner Frau begeben habe, doch Alice ist mir nichtsdestotrotz absolut unsympathisch. Sie lebt praktisch nur für ihren Mann und scheint selbst kaum Persönlichkeit oder Hobbies zu haben - zumindest wird dem Spieler dies suggeriert.
Durchwachsene Steuerung
Dass der Titel ursprünglich auf der Xbox 360 erschien, merkt man natürlich an der Steuerung deutlich. Obgleich die Maus-und-Tastaturkombination recht gut funktioniert und grundlegend passabel übertragen wurde, konnte ich mich niemals dazu aufraffen, ‚Alan Wake‘ tatsächlich damit zu spielen. Die Pad-Steuerung ist einfach zu gut gelungen und geht zu knackig von der Hand. Das Zusammenspiel der beiden Analog-Sticks ist beinahe perfekt gelöst. Lediglich die Sprungmechanik ist dermaßen misslungen, dass man wirklich froh ist, dass diese so selten gebraucht wird. Stets bleibt Alan bei jedem Sprung an jeder noch so kleinen Ecke hängen. Wenn er dann runterfällt, kann man das Pad des Weiteren gleich aus der Hand legen. Denn dann ist der Gute Mr. Wake praktisch nicht mehr steuerbar, bis er wieder festen Boden unter den Füßen hat. Das wirkt manchmal etwas frusterzeugend. Zur unwirklich schlechten Steuerung der Autos, die Alan fahren kann, kann man eigentlich auch kaum positive Worte finden, die sich zum einen schwerfällig lenken lassen, zum anderen nur mit Mühe und Not einen Berg hinauf schaffen. Auf dem mittleren oder gar schweren Schwierigkeitsgrad (hier „Albtraum“ genannt) können diesen Frust aber auch so manche Gegner erzeugen. Die schlagen nämlich gern mehrmals hintereinander zu, ohne dass man als Spieler irgendwas dagegen machen kann. Weglaufen ist derweil auch nicht möglich, da Alan als Schreiberling nicht unbedingt der fitteste Turnschuh ist: Nach ein paar Metern ist meist bereits Schluss und er trottet nur noch. Die Gegner haben dann leichtes Spiel. Hervorragend umgesetzt sind aber die Kämpfe an sich. Die gehen locker von der Hand und machen schlichtweg Spaß. Man bekommt als Spieler kaum genug davon und kann dies im Laufe der Handlung auch problemlos ausleben.
Grandiose Lichtengine
Absolutes Glanzstück und vor allem auch Aushängeschild von ‚Alan Wake‘ ist zweifelsohne die wirklich tolle Grafik und vor allem das Spiel mit Licht und Schatten. Obgleich der Titel bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, wirkt er immer noch tauffrisch und optisch sehr ansprechend. Der Stil überzeugt durchweg und die Atmosphäre ist zu jedem Zeitpunkt absolut passend: Es sieht einfach toll aus, wenn Alan nachts durch den Wald hetzt und seine Taschenlampe ihm den Weg durch die Nebelschwaden leuchtet. Außerdem ist Licht wie bereits angesprochen ein wichtiges Element im Kampf: Erst wenn Gegner eine Weile mit der Taschenlampe angeleuchtet werden, verschwindet das Dunkel um sie herum und sie können mit Schusswaffen angegriffen werden. Generell ist den Entwicklern der sprichwörtliche Kontrast zwischen hell und dunkel sehr gut gelungen. Der Tag bzw. helle Lichtquellen fungieren als Synonym für Sicherheit und dem Regenerieren der Lebensenergie, während in der Dunkelheit die Gestalten lauern und um Alans Leben trachten. Tatsächlich empfindet man es beim Spielen als eine Art Erleichterung, wenn nach harten Kämpfen endlich ein Scheinwerferlicht in der Ferne zu sehen ist und man weiß, dort Energie tanken zu können und einen Kontrollpunkt zu aktivieren, der den Fortschritt speichert. Was übrigens gerade diesen Fortschritt angeht, so spoilert das Spiel sich ungewollt oft selbst: Alan findet auf seinen Wegen allerhand mysteriöse Seiten eines von ihm geschriebenen Romans auf denen nahende Ereignisse beschrieben werden, bevor sie eigentlich eintreten. Das nimmt an manchen Stellen tatsächlich den Spannungsmoment ein wenig heraus, an anderen heizt es jedoch diesen wiederum gekonnt an. Das Auffinden der Seiten ist daher ein zweischneidiges Schwert.
Einfach eine tolle Geschichte!
Ich mag ‚Alan Wake‘ schlicht extrem gern und hatte mich anno 2010 wirklich sehr geärgert, dass aus dem PC-Release nichts wurde. Umso mehr hat es mich dann natürlich gefreut, dass es letztlich dann doch noch für meine PC-Kiste erschien und ich habe es seit dem Release 2012 bereits zahlreiche Male durchgespielt. Jedes Mal, wenn ich dieses Spiel anwerfe, muss ich es erneut komplett angehen. Man kann einfach nicht mehr aufhören, wenn man einmal begonnen hat. Was 'Alan Wake' auszeichnet ist das grandiose Spielgefühl und die schier tolle Atmosphäre. Hinzu kommt eine wendungs- und vor allem sehr umfangreiche Story. Allerdings ist mir absolut unverständlich, warum diesem Titel der große Erfolg verwehrt blieb. Grundlegend sollte 'Alan Wake' eigentlich der Auftakt für ein neues Franchise werden, aus dem dann aber nur bedingt etwas wurde. Für mich persönlich unverständlich und schade zugleich.
SPOILER-Warnung: Da im Folgenden auch die Handlung der DLCs und des Nachfolgers zur Sprache kommen, empfehlen wie allen, die 'Alan Wake' noch nicht kennen und das gern nachholen möchten, nicht weiterzulesen bzw. direkt zum letzten Absatz "Einfach ein toller Grusel-Trip!" zu springen, da Ihr sonst unweigerlich Details der Handlung erfahrt, die Ihr vielleicht erst selbst erspielen möchtet!
II. DLCs - „Das Signal“ & „Der Schriftsteller“
Nachdem das Hauptspiel leider nur unzureichend abgeschlossen wurde und viele Fragen offen ließ, freuten sich viele Spieler auf die beiden DLCs „Das Signal“ und „Der Schriftsteller“ in der Hoffnung, dass diese die Geschichte entsprechend abschließen würden. Schnell erhallten auch die Stimmen, beide DLCs wären von Anfang an feste Bestandteile der Handlung gewesen. Doch aufgrund der Länge des Hautspieles finde ich diese Kritik unangebracht. Viele Tripple-A-Titel von heute sind beträchtlich kürzer. Aber die Kritik verpuffte ohnehin, denn „Das Signal“ und „Der Schriftsteller“ führen die Geschehnisse zwar fort und man erfährt, was aus Alan geworden ist, doch ist es eigentlich nicht wirklich eine Weitererzählung, sondern letztlich mehr vom Gleichen. Allerdings wird der im Hauptspiel nur recht kurz angesprochene Mr. Scratch nun direkt thematisiert. Die Dunkelheit hat Alan nämlich verdoppelt. Während der echte Alan für den klar und rational denkenden Teil steht, ist der „Falsche“ nun namentlich unter Mr. Scratch bekannt und steht für die dunklen Seiten von Alans Persönlichkeit. Dieser ist jedoch ein wenig außer Kontrolle geraten und versucht mittels der Dunkelheit unseren Schreiberling zu töten. Und jener Aspekt wird bei den DLCs nun ganz schön groß geschrieben: Mehr Gegner und ein generell erhöhter Schwierigkeitsgrad warten auf den Käufer. Leider müssen sich diese beiden zusätzlichen Inhalte den Vorwurf gefallen lassen, dass eben dieses Anheben der Gegnermenge offensichtlich auch ein wenig genutzt wurde, die Spielzeit länger erscheinen zu lassen. Denn die Episoden sind kürzer als die regulären. Die konnten mit 2-3 Stunden eine ganze Zeit beschäftigen. Wer bei den DLCs weiß, was er tut, wird maximal an der anderthalb Stunden-Marke kratzen. Persönlich finde ich es etwas schade, dass doch an der ein oder anderen Stelle Potenzial offensichtlich verschenkt wird. Doch bei der PC-Fassung sind beide Zusatzinhalte bereits kostenfrei integriert und ersticken die Kritik somit ein wenig im Keim, da sie nicht separat gekauft werden müssen.
'Alan Wake' - DLC "Das Signal" (PC/2012) führt Euch noch deutlich tiefer in die Dunkelheit als es das Hauptspiel tat.
Leider wird die Geschichte in den DLCs – zum Nachteil der Fangemeinde – ebenfalls nicht befriedigend abgeschlossen und ließ den gewillten Spieler der damaligen Konsolenversion einige Zeit auf dem Trockenen sitzen. Eine Fortsetzung stand bei ‚Remedy‘ nämlich aufgrund des schwachen wirtschaftlichen Erfolgs leider erst einmal nicht auf den Plan. Doch die Entwickler wollten ihre Story zumindest zu Ende führen und kündigten an, das Spiel zwar fortzuführen, dies allerdings nicht im Vollpreis-Segment zu tun. Die Antwort sollte sich im digitalen Vertrieb wiederspiegeln…
III. Alan Wake's American Nightmare
Auch wenn viele Spieler lieber eine echte Spieleverpackung im Regal haben, sollte man doch dankbar für digitale Vertriebsplattformen sein. Aufgrund der zahlreichen Einsparungen für etwaige Vertreiber können vor allem auch Indie-Entwickler ihre Spiele wie nie zuvor auf den Markt werfen. Logisch, dass dies natürlich auch für etablierte Spieleentwickler gilt, die den Fans einfach nur einen würdigen Abschluss eines wirtschaftlich weniger erfolgreichen Franchises liefern wollen. 'Remedy' tat dies um das finale Kapitel von 'Alan Wake' zu publizieren.

Irgendwie hat es Alan geschafft, sich nach seinem Trip durch die Dunkelheit in eine von ihm einst verfasste Folge "Night Springs" zu schreiben, der fiktiven Mystery-Serie, derer man im Vorgänger über diverse TV-Geräte folgen konnte. Darin tobt sich Mr. Scratch vollkommen aus und lebt all das Negative, was der rational denkende Alan Wake wohl niemals tun würde: Mord und Totschlag. Leider hat Mr. Scratch noch immer das Dunkel auf seiner Seite, ist damit mächtiger als je zuvor und versucht alle Möglichkeiten ihn aufzuhalten zu elimieren. Damit Alan diese Folge überlebt, muss natürlich sein böser Doppelgänger aufgehalten und dessen Spuren zurückverfolgt werden. Denn wenn es etwas existiert, das seinem bösen Ich schadet, muss Alan schnell handeln, bevor dieses Etwas nicht mehr zur Verfügung steht.
Willkommen in Arizona
Direkt zu Beginnen fällt natürlich die komplett neue Optik ins Auge, die den Spieler in den amerikanischen Bundesstaat Arizona führt. Gewichen sind die grauen und farblosen Töne des Hauptspiels einer leicht rötlichen Optik. Definitiv eine sehr gute Designentscheidung, wie ich finde, denn nach Alans erstem Trip und den beiden DLCs könnte man sich schon an der Grafik sattgesehen haben. Die ist zwar noch immer toll, bot aber auf Dauer nur wenig Abwechslung für das verwöhnte Auge. Eine weitere Neuerung sind die Zwischensequenzen: Die sind nun nicht mehr vorgerendert, sondern mit echten Schauspielern abgedreht. Im Zusammenspiel mit der neuen Optik gibt das 'Alan Wake's American Nightmare' einen moderneren und auch frischeren Look. Ansonsten wird die Geschichte aber auch zusätzlich noch mit Ingame-Zwischenseqenzen weitergesponnen und man kann dort sogar entscheiden, wie viel oder wenig man sich mit den anderen Charakteren unterhalten möchte. Während die erste Unterhaltung selbstablaufend ist, kann man im Nachhinein weitere Gesprächsthemen ansprechen. Diese sind jedoch komplett optional und bieten ein paar zusätzliche aber nicht entscheidende Hintergründe zum Geschehen. Schade empfinden wir es allerdings, dass sich 'Remedy' bei der Lokaliserungen lediglich auf Untertitel stützt - deutsche Sprachausgabe gibt es, im Gegensatz zum Vorgänger, daher leider nicht.
'Alan Wake's American Nightmare' (PC/2012) - Obgleich Entwickler 'Remedy' viel mehr mit dem Franchise vorhatte, verpufften diese Gedanken aufgrund des mäßigen wirtschaftlichen Erfolgs. Mit 'Alan Wake's American Nightmare' versuchten sie zumindest die Geschichte als digitalen Download zu einem Ende zu führen.

Und nochmal ... Und nochmal ... Und nochmal ...
Mit dem ominösen Begriff "Backtracking" umschreibt man den Umstand bei Computerspielen, dass bereits besuchte Orte nochmals genutzt werden und gern auch mal als "Recycling" bezeichnet wird. 'Alan Wake's American Nightmare' treibt dieses eigentlich ungeliebte Spielelement tatsächlich auf die Spitze. So sind eigentlich nur drei Areale im Spiel integriert. Die Handlung schickt Alan aber in eine Zeitschleife, wo er diese drei Gebiete nicht nur einmal, zweimal, sondern gleich dreimal angehen muss. Das erinnert ein wenig an "Und täglich grüßt das Murmeltier", wo Bill Murray ein und denselben Tag wieder und wieder erlebt, bis er praktisch alle Dinge richtig getan hat. Ähnlich ist es auch bei Alans Abenteuer. Dieser benötigt nämlich ein mysteriöses Signal aus dem All, um Mr. Scratch empfindlich zu treffen. Dieses vervollständigt sich jedoch erst nach und nach mit jeder Zeit-Iteration. Auch wenn dieses "Backtracking"-System grundlegend nicht wirklich beliebt ist, erschien uns dies nur zu Beginn als kleines Haar in der Suppe. Da sich auch die anderen Charaktere an die vorherige Zeitschleife erinnern können, müssen zwar alle Tätigkeiten erneut absolviert werden, doch wird dies mit jedem Durchgang beträchtlicher abgekürzt, was den negativen Beigeschmack natürlich ein wenig verdünnt und sogar ganz interessant sein kann. Außerdem kommt die Geschichte endlich zu einem Ende, bei dem man sich zufrieden zurücklehnen kann, denn all die Abenteuer und Schießereien an Alans Seite waren nicht umsonst. Zumindest wenn man das Ende so verstehen möchte. Und obwohl nach den Credits ein weiterer Ableger angekündigt wird, denke ich nicht, dass dieser in nächster Zeit erscheinen wird.
Einfach ein toller Grusel-Trip!
Für mich persönlich ist die gesamte, wenn auch überschaubare, 'Alan Wake'-Reihe ein wirklich hervorragendes Abenteuer der etwas anderen Art. Mag die Serie auch einen repetitiven Charakter innehaben, stimmt einfach die Story, das Handling und natürlich die tolle Optik mit dem Spiel aus Licht und Schatten, die noch immer Ihresgleichen sucht. Mittlerweile sind beide Titel (die DLCs sind beim Hauptspiel (PC) bereits dabei) günstig zu haben und wer sich bislang noch nicht mit dem jungen Schreiberling auf Achse begeben hat, dem kann ein Kauf wirklich sehr ans Herz gelegt werden! Einfach ein tolles Spielerlebnis, dessen Sog ich nicht entkommen kann: Denn habe ich einmal begonnen, muss und will ich die gesamte Handlung nochmal erleben - und das können wahrlich nicht viele Spielereihen von sich behaupten. Aufgrunddessen war es mir auch ein ehrliches Bedürfnis und vor allem ein großer Spaß, Alan Wakes Abenteuer mit dieser Kolumne detaillierter zu besprechen. Unbedingt einmal antesten!

Fortsetzung in der nächsten Kolumne …

Falko Tetzner _ 07.01.2015

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