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Part I | Part II

Kolumne 29: Stiefbruder Rollenspiel - Part II
Seit unserer letzten Kolumne ist eindeutig zu viel Zeit ins Land gestrichen. Höchste Eisenbahn für uns, zu beenden, was wir begonnen haben – nämlich den zweiten Part unserer Rollenspiel-Kolumne, in dem wir Euch weitere Rollenspiele vorstellen möchten.

Unangefochtener Star am Rollenspiel-Himmel ist wohl ‚Bioware‘. Warum? Ganz einfach, die Schmiede hat sich mit Leidenschaft an das Genre gesetzt, obwohl – vor allem in den End-Neunzigern des letzten Jahrhunderts – das Genre abgeschrieben wurde. Da können wir Adventure-Freunde natürlich selbst ein Lied von singen. Immerhin zwängte man den Rätslern dieser Welt den Tod der Abenteuerspiele beinahe ebenso auf. Und wieder bewies der Markt das Gegenteil, wenngleich mit ‚Black Mirror‘, ‚Runaway‘ und Co. bei weitem nicht die Gewinne eingefahren werden können, die Konsolen- oder PC-Titel im Schnitt über die Theke wandern. Ein Beispiel: Das als erfolgreich geltende ‚The Book of Unwritten Tales‘ soll sich rund 40.000 Mal verkauft haben, beim ebenso als erfolgreich geltenden Rollenspiel ‚Mass Effect II‘ sind hingegen 1.500.000 Exemplare über die Ladentheke gewandert. Diese Diskrepanz ist kaum fassbar und zeigt einmal mehr, dass Raubkopierer im Adventure-Genre nichts zu suchen haben (und überhaupt!). Denn die zerdeppern damit mehr als die überhaupt ahnen.
Knights of the old Republic(s)
Angriff auf den Planeten Taris mit Darth Malaks Schlachtschiff
Wenn man über Biowares ‚Knights of the old Republic‘ – oder kurz ‚KotoR‘ – schreibt, kann man den ersten vom zweiten Teil einfach nicht trennen. Beide verwenden die gleiche Engine, sehen gleich aus und spielen sich identisch. Obendrein teilen beide den Umstand, eine tolle Story im geliebten ‚Star Wars‘-Universum zu besitzen. Allerdings zeitlich ungleich von den Filmen oder sonstigen klassischen Ablegern der Saga entfernt. ‚KotoR‘ spielt nämlich nicht weniger als 4.000 Jahre (!!!) vor den Ereignissen, die Fans aus dem Kino kennen. Kein Darth Vader, kein Anakin Skywalker und kein Obi-Wan Kenobi. Was sich anfangs etwas merkwürdig lesen mag, ist in Wirklichkeit ein gelungener Schachzug. Denn wer sich mit George Lucas Universum beschäftigt weiß, dass die Republik, die in den Film-Episoden I – III vernichtet wurde, um dann in den Episoden IV-VI wieder neu aufzuerstehen, schon einmal fiel: Nämlich vor 4.000 Jahren.

Kurz vor diesem Zusammenbruch dieser ersten(?), alten Republik setzt ‚Knights of the old Republic‘ an. Die Sith sind zu einer ernstzunehmenden Bedrohung geworden. Die Jedi konnten zwar den Anführer Darth Revan unschädlich machen, doch sein Nachfolger Darth Malak sinnt nach Rache und der Zerstörung der Republik. Unwissend dessen erwacht der Spieler mit einem gehörigen Gedächtnisverlust an Bord des republikanischen Frachters Endar Spire. Nicht einmal an seinen eigenen Namen kann sich der Protagonist erinnern. Die einzigen Andeutungen auf die Vergangenheit sind verschwommene Visionen. Doch keine Zeit zum Grübeln über die Vergangenheit: Die Endar Spire wird angegriffen und droht in den Planeten Taris zu stürzen. Als einer der letzten Überlebendenden kann man sich in letzter Sekunde in eine Fluchtkapsel durchkämpfen, bevor sich der Frachter in einem Feuerball in seine Bestandteile auflöst. Gestrandet auf Taris habt Ihr nur den Soldaten Carth Onasi an Eurer Seite, der Euch erklärt, dass die junge Jedi-Dame Bastila Shan ebenfalls überlebt haben könnte und unbedingt gerettet werden muss. Immerhin besitzt die Weiblichkeit die Gabe der Kampfmeditation, mit deren Hilfe sie ganze Kriege für eine Seite entscheiden kann, indem sie die Gegnermassen demoralisiert. Sith-Anführer Malak scheint aber derweil die drei unbedingt töten zu wollen und befiehlt die völlige Zerstörung des Planeten. Mit letzten Kräften können Bastilla, Carth und der Spieler mit dem gekaperten Frachter Ebon Hawk entkommen, der sogleich als fliegende Basis dient und direkten Kurs auf den Heimatplaneten der Jedi nimmt. Dort wird die ungeheure Macht der Spielfigur entdeckt, die im Handumdrehen zum Orden gehört und gleich auf die erste Mission geschickt wird: Darth Malak ist auf der Suche nach der Sternenschmiede, die das Gleichgewicht nicht nur zugunsten der Sith ausrichten würde, sondern eine unbeugsame Macht im Weltall entfachen würde. Also heftet man sich an die Fersen des dunklen Lords und wird Teil so manch interessanter Offenbarung!
Erste Laserschwerthiebe auf Dantooine
‚Knights of the old Republic‘ war das erste Rollenspiel, das ich von Anfang bis Ende absolut verschlungen habe. Obwohl ich kein wahrer Fan der RPGs bin, sah ich das Jedi-VS-Sith-Szenario so gut umgesetzt, wie noch nie zuvor. Während man in ‚Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith‘ nur schwerlich den Werdegang vom strahlenden Jedi zum dunklen Lord der Sith bei Anakin Skywalker nachvollziehen konnte, bot dieses Spiel ein weitestgehend, realistischen Hintergrund. Unzählige Entscheidungen mussten nämlich getroffen werden, die einem allmählich zum Jedi oder zum Sith werden ließen – und diese Entscheidungen waren bei weitem nicht so klar, wie man vielleicht erst meinen könnte. Ein strahlender Held wurde nämlich nur der, der mit viel Geduld und Disziplin selbst die schlimmsten und aggressivsten Gesprächspartner unter Kontrolle halten konnte. Der Weg der Sith, der laut Yoda ja „leichter“ und „verführerischer“ sei, wurde in ‚KotoR‘ absolut in die Tat umgesetzt. Jedi-Antworten konnten in der Tat weit mehr Probleme verursachen als wichtige Gegenstände vom Gegenüber einfach zu entwenden oder den gleich mit dem Lichtschwert niederzusäbeln. Große Klasse und sehr gut durchdacht. Wer ‚KotoR‘ spielt, der versteht wirklich, wie schwer es ein Jedi doch haben kann.

Zumindest in den Kämpfen kann man sich mit steigendem Level zu einer wahren Macht-Schleuder wandeln, was nicht nur das Leben erleichtert, sondern selbst Luke Skywalker vor Neid erblassen lassen würden. ‚KotoR‘ war das erste Spiel, das sich traute, weiter als die Filmvorbilder zu gehen. Die Machtkräfte wuchsen nämlich exorbitant und während Luke im Kino Mühe hatte, sein Laserschwert aus dem Schnee zu bekommen, donnert der Spieler hier Fontänen von Blitzen und dergleichen auf seine Gegner nieder. Dabei wurde ein geschicktes System gewählt: Wer lieber ein Jedi mit einer weißen Weste sein wollte, der konnte nur die guten Mächte - wie Heilung und dergleichen – in Massen abfeuern. Die bösen Mächte hingegen konnte er zwar erlernen, doch benötigten die mit richtig Wumms die halbe zur Verfügung stehende Macht-Energie. Die regeneriert sich zwar unentwegt, doch kann man eben aus diesem Grund nur als Sith eine wahre Waffe werden. Denn bei denen waren es eben die guten Mächte, die sehr viel Energie kosteten, die bösen konnte man beinahe im Sekundentakt aus dem Ärmel schütteln. Die bereits angesprochenen Blitze beispielsweise, die der Imperator im sechsten Film etablierte, konnten ganze Verbände lahmlegen, bevor die überhaupt in Reichweite des Laserschwertes kamen. Und auch hier gilt eben wieder das Prinzip: Der Jedi hat’s schwerer als der Sith.

Ein interessanter Aspekt war ebenfalls, dass die immer größer werdende Zahl der Teammitglieder irgendwann moralische Bedenken mit dem Vorgehen eines Siths bekam und sogar das Team wieder verlassen konnten, wenn man sich nicht auf den rechten Pfad zurück begeben würde. In ‚KotoR II‘ – den ich aufgrund der enormen Ähnlichkeit zwar ebenfalls genauso stark empfehle, hier aber nicht extra detailliert ansprechen möchte – wurde dieses System dann noch weiter ausgebaut. Der eigene Charakter sah als böser Lord dann dem Imperator aus den Filmen immer ähnlicher, so dass die Teammitglieder und Freunde im Spiel vor einem sogar Angst bekamen.
Flucht von Taris: Jäger greifen die Ebon Hawk an
Doch am stärksten gefallen hat mir der Gedanke, jederzeit in meine Ebon Hawk einzusteigen und Kurs auf einen anderen Planeten zu nehmen. Letztlich ist das die wirkliche Stärke des Spieles, die einfach fasziniert. Auch wenn sich nur eine Handvoll Planeten anfliegen lassen, strotzt es dort jedenfalls in Mengen von Leben. Überall finden sich Dialogpartner, Quests zum Annehmen oder Orte zum erkunden. Die Abwechslung ist dabei so groß, dass man mit jeder Minute mehr in das Star-Wars-Universum von ‚Bioware‘ hineingezogen wird. Wer Lucas´ Epos liebt, der kommt um das Rollenspiel – wie auch den Nachfolger – keinesfalls herum. Es hat aus mir, zumindest zum Teil, einen kleinen Rollenspieler gemacht. Leider zanken sich ‚KotoR‘ und ‚KotoR II‘ mit modernen Windows-Betriebssystemen wie Vista und Seven. Nach wenigen Spiel-Minuten stürzen die Epen plötzlich ab. Leider hat ‚Bioware‘ nie mit einem Patch reagiert und entsprechende Fan-Impfungen beseitigen das Problem nur zum Teil. Wer eine wirkliche Lösung kennt, der soll sich unbedingt bei mir melden!! Es wäre einfach zu schade um diese absolut gelungenen Sternensagen.
Venetica
Mit dem Update v1.02 sieht der Titel gleich noch besser aus
‚Deck 13‘, eigentlich bekannt für gute bis sehr gute Adventure-Titel wie ‚Jack Keane‘ oder die ‚Ankh‘-Trilogie, hat sich einen Schritt weg vom heimischen Genre entfernt und ebenfalls ein waschechtes Rollenspiel entwickelt. Erste Screenshots sahen zwar ansehnlich aus, weckten aber mein Interesse nicht wirklich. Hauptgrund war die Ansiedlung des Geschehens in eine Fantasy-Welt. Ich befürchtete schon Elfen oder Orks und ließ dann ab von dem Titel. Als er aber erschien, lobte Presse vor allem die interessante und mitreisende Geschichte. Es war ein ‚Deck 13‘-Titel. Alle anderen Produkte hatten mir bislang immerhin auch gefallen. Also schaute ich mir das Spiel an und war erst einmal von der Performance schockiert. Mein alter Rechenknecht mag nicht mehr viel auf dem Kasten haben, dennoch sollte er den Titel locker packen. Denn grafisch bot sich kaum Neues, was man nicht schon in ‚Ankh‘ gesehen hatte. Eben das wurde in vielen Artikel enorm bemängelt, was dann sogar soweit ging, dass sich die Entwickler an die Öffentlichkeit wanden, sich entschuldigten und Besserung mit einem Patch versprachen. Also legte ich den Titel wieder zur Seite, denn die Veröffentlichung besagter Impfung war zeitlich nicht mehr allzu weit entfernt. Und tatsächlich: Durch das Update v1.02 war die Optik nicht nur deutlich opulenter, auch die Performance war besser, obgleich noch lange nicht perfekt. Mittlerweile stand bei mir obendrein ein aktueller Bolide unter dem Schreibtisch, der – in Sachen Leistung – selbst bei der alten Version bereits eingenickt wäre. Genug Potenzial für diesen Titel also.

Die junge Scarlett lebt in einem kleinen Dorf, das eines Nachts plötzlich überfallen wird und zahllose Opfer fordert – darunter auch ihren Lebenspartner. Vom Mut verlassen setzt sie sich mit letzten Kräften zur Wehr, nur um nächsten Tag von wütenden Dorfbewohnern kaltblütig umgebracht zu werden, die ihr den Angriff in die Schuhe schieben. Mit einer Klinge in der Brust sackt Scarlett zu Boden. Zu kurz für ein Rollenspiel ist das jedoch nicht das Ende, sondern erst der Anfang. Denn das hübsche Frauenzimmer findet sich in der Totenwelt wieder und steht dem leibhaftigen Tod persönlich gegenüber. Voller Verblüffen muss sie erfahren, dass sie seine Tochter ist und ein großes Unheil von der Welt fegen muss. Mehrere Personen haben den Tod überlistet und können nur von ihr aufgehalten werden, da diese sonst als Unsterbliche die Welt beherrschen. Viel Tobak für die verwirrte Scarlett, die sich jedoch sogleich aufmacht, der Bitte ihres Vaters nachzukommen. Doch dazu muss sie erst einmal nach Venedig reisen, in der sie dann rund 80% des Spieles verbringen wird. Entsprechend Mühe hat sich ‚Deck 13‘ auch gerade mit dieser Location gegeben. Zahlreiche Häuser sind real existierenden Bauten aus dem echten Venedig nachempfunden. Letztlich protzt das Venedig im Spiel mit interessanten Architekturen und fließendendem Tag- und Nachtwechsel. Letzterer ist für die Bewohner wichtig. Nachts sind Geschäfte selbstredend geschlossen und Gauner treiben in den Straßen ihr Unwesen.
Kampf in den Katakomben unter Venedig
Dabei ist Scarlett aber nicht nur auf den Straßen, sondern auch in den Häusern, Katakomben und auf den Dächern unterwegs. Löblich für Rollenspiel-Neulinge wie mich sind die angenehm kurzen Laufwege, die mich sonst schnell in den Wahnsinn treiben können und mir die Lust am Spielen nehmen. Wenn ich 95% der gesamten Spielzeit in einem Titel nur die Rennen-Taste halten muss, um dann dem Protagonisten ewig beim Sprinten zuzuschauen, fühle ich mich schnell restlos veralbert. ‚Venetica‘ findet da einen guten Mittelweg. Später können viele Orte auch direkt angesprungen werden – löblich.

Besonderes Schmankerl sind übrigens die Boss-Kämpfe gegen die unsterblichen Untoten. Die müssen nämlich gleich zweimal umgehauen werden. Sobald man sie in der Welt der Lebenden zu Kleinholz geprügelt hat, sieht man sich ihrem wahren Selbst in der Totenwelt gegenüber. Jeder Endboss hat dabei seine ganz individuellen Taktiken, die es erst einmal herauszufinden gilt und wirklich motivieren. Denn hat man einmal die Schwachstelle gefunden, ist der Gegenüber fix von den Socken gehauen, ewig langes Herumgekloppe entfällt zum Glück. Bei normalen Gegnern gibt es darüber hinaus keine Allzweckwaffe. Monster, die mit einem Panzer geschützt sind, gähnen müde, wenn man denen mit einem Schwert zuleibe rücken möchte. Ein schwerer Kampfhammer wirkt da Wunder. Das ist ein interessantes System, was mir persönlich viel Spaß gebracht hat. Außerdem muss in den Katakomben stetig für einen ausreichenden Vorrat von Lampen-Öl gesorgt werden, denn sonst steht man wahrlich im Dunkeln. Das Licht ein so wichtiges Element ist, sieht man wirklich selten. Oft ist es eben nur Gimmick und man sieht auch ohne den Lichtspender mehr als genug. Nicht aber bei ‚Venetica‘. Einige Passagen sind sogar derart düster, dass man die Hand vor Augen nicht sehen kann. Dadurch fühlen sich die Dungeons deutlich atmosphärischer an.

Das Kampfsystem ist schnell erlernt und endet nie als dumpfes Geklicke. Wer im richtigen Moment – nämlich am Ende eines Hiebes – die linke Maustaste drückt, verstärkt den nachfolgenden Angriff immens, was sich immer weiter steigern lässt. Bei einem hoch gelevelten Charakter kommen Gegner so kaum zu Atem und müssen immer stärkerere Schläge über sich ergehen lassen. Magie gibt es ebenfalls, die jedoch nur in den höheren Schwierigkeitsgraden wirklich wichtig wird oder zum Lösen einiger Quests dient. So stellt das Programm sicher, dass man ab einem bestimmten Fortschritt auch die richtigen Sprüche erlernt hat. Ansonsten lassen sich viele Gegner aber einfach und problemlos auch so niederknüppeln.
Im Palast des Dogen findet das Finale des Spieles statt
‚Venetica‘ macht eine Menge Spaß und motiviert durch eine interessante Geschichte und eine tolle Spielwelt. Vor allem an den Dialogen merkt man die Wurzeln der Entwickler im Adventure-Genre merklich an, wenngleich es ruhig mehr hätten sein können. Entscheidungen werden, im Vergleich zu anderen Titeln, weniger getroffen und haben letztlich beinahe ausschließlich Einfluss auf den Abspann. Insgesamt drei finale Szenen – gut, neutral oder böse – warten auf den interessierten Spieler. Und zumindest ein Ende sollte man auf jeden Fall erspielt haben. Aber vorher unbedingt das Update v1.02 installieren, damit die Reise nach Venedig ihre volle Pracht entfalten kann!

Falko Tetzner _ 09.08.2010

Kommentare

Demoniac: KotOR ist und bleibt einer meiner ganz großen Favoriten. =) Das mit den Abstürzen trat auch bei mir auf, aber seitdem ich die Steam-Version besitze, habe ich keinerlei Probleme mehr.

Venetica werde ich mir glaube ich mal zulegen, scheint sehr interessant zu sein.

Tolle Kolumne. :D
(09.08.2010, 16:29 Uhr)

Name: Eine Ork- und Elfenphobie verwehrt aber leider auch den Blick auf wohl nicht umsonst hochgelobte Meisterwerke vom Kaliber eines Witchers, Dragon Age Origin, Divinity II oder Gothic I & II.
Wahrscheinlich ist es die ständige Präsenz eines WOW, die Dich zaudern aber dann auch viel verpassen läßt.
(09.08.2010, 22:05 Uhr)

Falko Tetzner: @ Demoniac
Freut mich, dass Dir die Kolumne gefällt!

Die KotoR-Steam-Version läuft also problemlos? Prima, da weiß ich doch, was ich mir als nächstes zulegen werde! :)


@Name
Du glaubst gar nicht, wie oft mir das schon so gesagt wurde. Viele meinen, ich würde da was verpassen, aber wenn's um Orks und Co. geht, gibt's für mich einfach keinen Funken, der da überspringen könnte. "The Witcher" habe ich übrigens schon mal gespielt. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht bereits versucht hätte, über meinen Schatten zu springen. ;)

Und WoW ... nun ja, da habe ich die Faszination noch nie wirklich verstanden. Habe es mal gesehen, aufmerksam verfolgt und fand es nicht sonderlich aufregend. Bsp: "Finden Sie 12 Ork-Nasen und sieben Einhornhörner".
(10.08.2010, 00:27 Uhr)

Name: @Falko
Darf ich jetzt mal ganz ketzerisch sein? Stell Dir vor ich schreibe eine Kolumne über Adventures, ich lasse aber die Spiele raus, in denen Piraten, sprechende Hunde und Hasen oder alte Archäologen mit Hüten vorkommen, weg:). Aber wer weiß, vielleicht kann ich bei der Kolumne Nummer III meinen Augen kaum trauen und Du schreibst über eines der Spiele.

Und WOW...so sieht es aus.
(10.08.2010, 23:13 Uhr)

Falko Tetzner: @Name
Touché. :)

Ich will mit meinen Aussagen auf keinen Fall jemandem zu nahe treten oder seine Lieblings-RPGs gar verspotten. Also das bitte nicht falsch verstehen, ist nur meine ganz private Meinung! Jeder spielt, was er mag und verteidigt auch seine Leidenschaft für die Titel, mit denen er viel Zeit verbracht hat. Ich finde das absolut in Ordnung.

Und selbst Adventures stehe ich nicht ausnahmslos offen gegenüber: Ego-Adventures haben es beispielsweise bei mir richtig schwer. Es gibt Ausnahmen, wie die Myst-Reihe, aber ein Großteil muss sich stets erst meine Gunst knüppelhart erkämpfen - und die meisten fallen durch.
(11.08.2010, 10:26 Uhr)

Demoniac: Bei Ego-Adventures ist es bei mir genau das gleiche, Myst zum Beispiel mag ich nicht so wirklich. Dafür aber Dracula 3. Ich denke, jeder hat da so seine Allüren... ^^
(11.08.2010, 15:54 Uhr)

BruderVerdruss: .
Kleine Anmerkung zu KotoR I und II.
Teil eins ist -wie oben auch gesagt- von BioWare gemacht worden, während die Fortsetzung dazu aus den Hallen von Obsidian kommt und leider deutlich unter dem Veröffentlichungsdruck seitens des Publishers Atari gelitten hat (siehe die vielen spürbar herausgeschnittenen Szenen und die Kopfschütteln verursachenden Fehlstellen und Ungereimtheiten die dadurch entstanden sind).

Eigentlich ist ja Venetica das pure Kontrastprogramm zu KotoR.
Klassisches rundenbasiertes Party-RPG versus actionorientiertes Single-Char-Game.

Der Gedanke, dass das Einzige, was diese beiden Spiele gemeinsam haben das Fehlen jeglicher Elfen und Orks ist liess mich dann doch leicht lächeln.

So long
BruderVerdruss
(16.08.2010, 17:46 Uhr)

Vykk: Erstmal wollte ich sagen, dass dies eine tolle Kolumne ist, jedoch das Fehlen mancher RPG's mich schon etwas "stört"...
Der eine Vergleich von Name ist schonmal gut formuliert:
RPG-Perlen, wie
-Dragon Age
-Ultima
-Gothic
-The Elder Scrolls
(um nur mal ein paar bedeutende Titel zu nennen)nicht zu nennen,
wäre genauso sträflich, wie ein Monkey Island, Simon the Sorcerer, Larry oder aber auch ein Black Mirror nicht bei einer Adventure Kolumne zu nennen. Soll kein Vorwurf sein, nur eine Anregung, ob nicht ein paar andere Leute gerne über solche Titel noch schreiben wollen und somit das ganze ergänzen wollen...?
(23.01.2011, 17:52 Uhr)

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