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Kolumne 25: Die besten 25 Adventures aller Zeiten - Part III
Mehr als die Hälfte der Adventures unserer Kolumnen-Reihe haben wir mit dieser auf die Plätze verwiesen. Nun nähern wir uns den Top 10. Doch nicht so schnell. Denn bis es soweit ist, folgen erst einmal die Plätze 15 bis 11.

Spoiler-Gefahr: Bitte vergesst nicht, dass in dieser Kolumne einiges zu den Adventures verraten werden wird. Wer den Titel also nicht kennt, solle die betreffende Platzierung überspringen und sich das besagte Adventure schnellstmöglich in seine Sammlung holen!
Platz 15: The Lost Files of Sherlock Holmes
'The Lost Files of Sherlock Holmes' (1992) ist die wohl beste Versoftung des Kult-Schnüfflers
Dieses Adventure verbinde ich schon immer automatisch mit einer der wohl besten Zeitschriften aller Zeiten. Als es in den 90ern noch den ‚Amiga Joker‘ und den ‚PC Joker‘ gab, setzten sich die beiden Redaktionen hin und wieder zusammen an einen Tisch und werkelten gemeinsam an einem Sonderheft. So gab es eines für Strategie-Spiele, Simulationen, Lösungen, Rollenspiele und für Adventures. Und eben das letztere Heft zählt für mich als Nostalgiker noch heute als wohl beste Zeitschriftenausgabe, die jemals eine Druckerei verließ. Selbst beim Erscheinen überkam dem interessierten Leser ein wohliges Gefühl, als man die Seiten durchblätterte. Quer durch das Adventure-Genre und die Hardwarelandschaft – begonnen bei C64 bis zum PC – fanden sich zahllose Tests zu bereits erschienenen, aktuellen oder auch kommenden Titeln.

‚The Lost Files of Sherlock Holmes‘ fiel mir damals sofort ins Auge, weil es grafisch durch eine bildschöne VGA-Optik bereits fesseln konnte. Einziges Problem: Das Adventure gab es ausschließlich für MS-DOS-Systeme, sprich PC. Und da Spiel und Zeitschrift 1992 bzw. 1993 erschienen, war das für mich, als reinen Amiga-User, ein echter Wehrmutstropfen. Ich hatte zwar die Hoffnung, der Titel würde irgendwann in einer Amiga-Fassung erscheinen, aber Holmes und Watson hatten es sich in der DOS-Welt scheinbar zu gemütlich gemacht. Somit erschien der Titel niemals für mein Lieblingssystem und geriet so immer mal wieder in Vergessenheit. Diese Vergesslichkeit wurde jedoch in jährlichen Abständen durch einen Griff zu besagter Zeitschrift aufgefrischt. Erst 2005 sollte mir der Titel wieder in den Sinn kommen, wo ich ihn kurzerhand bei eBay ersteigerte – satte 13 Jahre nach dem Release. Das würde den Entwicklern bestimmt die Freudentränen in die Augen schießen, wenn sie das erfahren würden.

Dem Emulator ‚DOSBox‘ sei Dank spielte meine moderne Rechnerarchitektur keine Rolle und so rätselte ich mich mit großer Freude durch den damals dreizehnjährigen Titel. Und, was soll ich sagen, die Warterei war gerechtfertigt. Meine Erwartungen erfüllten sich nämlich ausnahmslos. Die Story, rund um einen mysteriösen Mord, bannte mich bis zum Finale an den Monitor. Meiner Meinung nach handelt es sich bei ‚The Lost Files of Sherlock Holmes‘ um die wohl beste Versoftung des Profi-Schnüfflers überhaupt. Selbst der direkte Nachfolger konnte dem nicht mehr das Wasser reichen und die heutigen Veröffentlichungen von ‚Frogster‘ sind von diesem unbändigen Charme, den der Titel auszustrahlen vermag, leider ebenso meilenweit entfernt. Ursache liegt besonders in der Erzählweise. Man hat hier nämlich das Gefühl, einen „Roman mit der Maus zu lesen“. Das äußert sich nicht nur in dem Detailgrad, der wirklich wunderschönen Locations, sondern auch in der Vielzahl der Charaktere und der schier zahllosen Informationen, die man nebenbei erhält. Die waren zwar nicht entscheidend für die Geschichte an sich, trugen jedoch sehr viel zur Atmosphäre bei. Die Mannen von ‚Mythos Software‘ machten jedenfalls mit diesem Adventuretitel Sherlock-Homes-Papa Doyle alle Ehre. Ich schrieb damals in meinem Klassiker-Review als Abschlusssatz: „Sir Arthur Conan Doyle wäre stolz auf die Macher dieses tollen Werkes!“ Tja, und selbst heute könnte ich dies weder besser, noch anders ausdrücken.
Platz 14: Baphomets Fluch II
'Baphomets Fluch II' (1997) - Eine würdige Fortsetzung
Nachdem mich bereits der Vorgänger total umgehauen hatte, musste ich mir unbedingt zwingend auch die Fortsetzung zu Gemüte führen. Ironischerweise kam mir zu Zeiten des Kaufs von ‚Baphomets Fluch II‘ meine Amiga-Wurzeln zu Gute. Das lag daran, dass ich mir selbst erst 1999 einen eigenen PC-Rechenknecht zulegte. Ich hatte derart viele Adventures der letzten Jahre verpasst … und nun bekam ich sie buchstäblich für wenig Geld hinterher geworfen. So auch die Fortsetzung von George Stobbarts zweiter Reise, die ihn mit der Maya-Kultur in Verbindung brachte. Das Spiel selbst bezog ich über das damalige „White Label“, dessen Mannen es sich zur Aufgabe machten, Titel, die schon mehr als zwei Jahre oder so auf dem Buckel hatten, erneut zu vermarkten. Da musste ich für läppische 15 DM natürlich zuschlagen.

Part zwei war vor allem wieder grafisch genau das, was Adventure-Veteranen wie ich doch am liebsten sehen: handgezeichnete Hintergründe in einer Bombast-Optik. Sah der erste Teil bereits toll aus, ‚Revolution Software‘ legte mit der Fortsetzung noch eine gehörige Schippe oben drauf. Besonders toll war, dass man bereits bekannte Orte, wie das Pariser Mountfaucon, oder auch bereits bekannte Charaktere, wie Lobineau, noch einmal zu Gesicht bekam. Die Geschichte, die mit Nicos Entführung begann und dann auf die Pfade unheilvoller Maya-Prophezeiungen vom Ende der Welt führte, war spannend, wenn auch – vor allem am Ende – etwas abgehoben. Das hatte der erste Teil besser gemacht. In Sachen Umfang war Teil zwei außerdem einen ganzen Deut kleiner ausgefallen. Besonders die im ersten Part von der Fachwelt oft bemängelte Dialogfülle nahm sich Chef-Entwickler Charles Cecil an. Gespräche liefen nun nicht mehr allzu schnell aus dem Ruder, auch wenn sich Mr. Cecil hier und da dennoch das Recht herausnahm. Persönlich hatte ich da nichts gegen einzuwenden, denn vor allem die Dialoge erwecken nun einmal die Protagonisten zum Leben. Außerdem waren die deutschen Redner – wie bei der Vielzahl von ‚Revolution Software‘-Adventures – sprachübergreifend wohl die beste Besetzung überhaupt. Selbst das englische Original kam da nicht mit. Alexander Schottky und Franziska „Dana Scully“ Pigulla waren hervorragende Besetzungen, die sogar bis zum vierten Teil durchhielten.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich den Titel frisch ausgepackt vorliegen hatte und dann zu einem Treffen eingeladen war. Dummerweise hatte ich derart Lust darauf, mich mit George ins Abenteuer zu stürzen – ich hatte ja lange genug darauf gewartet – dass ich besagtes Treffen sogar absagte und dann zusammen mit meinem Bruder Heiko bis in die späten Abendstunden rätselte. Vor allem der Wechsel zwischen George und Nico wusste zu gefallen, da er immer genau an den spannendsten Stellen geschah und man regelrecht zum Weiterspielen gezwungen wurde. Interessantes Nebenwissen: Als man mit Nico in der Londoner U-Bahn war, konnte man ein „Easter-Egg“ – also einen versteckten Scherz, den die Programmierer für findige Abenteurer eingebaut hatten – entdecken: In dem stand Nico plötzlich in den alten U-Bahnschächten aus ‚Beneath a Steel Sky‘, wo sie auch noch auf Robert Foster traf. Dort warnte sie ihn vor dem Tentakelmonster, das Spieler, die das Adventure bestritten hatten, nur zu gut kannten. Robert ignorierte jedoch die Warnung der Weiblichkeit, was damit endete, dass ihn das Vieh holte.

Nach ‚Baphomets Fluch II‘ war um George und Nico sechs Jahre Ruhe eingekehrt, bis schließlich ein Nachfolger kam. Der dritte Teil, mit dem Untertitel „Der schlafende Drache“, brachte die Geschichte aus dem ersten Teil zu Ende, besaß aber leider eine Tastatursteuerung. Obwohl der Titel auch brillant war, reichte es dann ganz knapp doch nicht für diese Liste. Und Teil vier, nun ja, der war der wohl schwächste Part der Serie, den der gute Mister Cecil am Besten weggelassen oder mehr Arbeit in diesen investiert hätte.
Platz 13: Sam & Max - Hit the Road
'Sam & Max' (1993) - Sarkasmus und Wortwitz ohne Ende, verpackt in schicker Zeichentrickoptik!
Als ‚LucasArts‘-Fan hatte man mit 'Sam & Max' von Kult-Zeichner Steve Purcell unwissend bereits in den ersten Adventures der Schmiede zu tun. In beinahe jedem Klassiker finden sich nämlich versteckte Grafiken, Figuren oder Kommentare, die eine kleine Hommage an das tierische Kult-Duo darstellten. Ich kann mich noch genau erinnern, dass man beispielsweise beim Kostümverleih auf Booty Island in der zweiten Affeninsel ein Max-Kostüm finden konnte. Komischerweise lautete Guybrushs Kommentar sinngemäß dazu: „Kenne ich das nicht aus einem anderen Spiel?“. Das war, glaube ich, das erste Mal, dass ich mir intensiv Gedanken zu diesem Thema machte. Vorher waren mir die subtilen Andeutungen lediglich aufgefallen, ich schenkte ihnen jedoch keinerlei weitere Beachtung. Damals konnte man eben nicht mal einfach schnell im Internet nachsehen. Daher stellte ich mir die Frage: Hatte ich vielleicht ein Adventure des kalifornischen Entwicklers verpasst? Weit gefehlt, Sam und Max hatten bereits vor dem Release ihres eigenen Adventures mehrere Veröffentlichungen, jedoch in einem anderen Medium. Steve Purcell zeichnete nämlich Comics über die beiden. Leider waren die damals ausschließlich in den Vereinigten Staaten zu haben. Das ist zwar heute noch immer so, doch ohne das World Wide Web war der Kauf schon eine kleine Herausforderung. Erst 1993 sollten Hund und Hase auch in die Fußstapfen der Bits und Bytes treten. Ein guter Freund von mir hatte sich das Spiel für seinen PC Mitte der 90er gekauft, brauchte es jedoch nicht, woraufhin er mir das Adventure einfach so schenkte. Da war es mir absolut egal, dass mir das Endsystem fehlte. Denn ‚Sam & Max‘ erschien nicht für den Amiga. Also wurde der 486-PC DX2/66 meines Dads, den er sich eigentlich nur zum Arbeiten angeschafft hatte, zum Rätseln überredet, was den natürlich von seiner Arbeit abhielt.

Mit einem Double-Speed-CD-ROM-Laufwerk ging’s dann munter ans Werk und für wenige Stunden vergaß ich jeden Gräuel gegen den sonst so verachteten PC. Dafür war ‚Sam & Max‘ einfach zu gut und zu witzig. Der Comic-Stil passte perfekt und die Animationen waren ihrerseits wohl die besten überhaupt. Selbst heute, 16 Jahre nach dem Release, kann sich die Zeichentrick-Optik noch sehen lassen. Und wer den Pixelbrei grafisch aufwerten möchte, dem bieten sich mit Kult-Interpreter ‚ScummVM‘ diverse Grafik-Modis. Ohne dieses Tool oder eben noch ‚DOSBox‘ wären Hund und Hase heute nämlich nicht mehr zum Arbeiten zu überreden. Überhaupt hatte ich es niemals verstanden, dass ‚LucasArts‘ keine Zeit in Patches steckte, die den Klassikern auch auf modernen MS-Betriebssystemen Leben einhauchten. Denn ohne Hilfsprogramme wären solche Perlen des Genres heute für immer verloren. Außer man hätte all die Jahre einen DOS-PC künstlich am Leben erhalten. Und wer hat das schon?

Einer der witzigsten Aussagen im Spiel, über die ich selbst heute noch lauthals lachen kann, betraf die Szene im Fundbüro auf der Kirmes. Das Lustige daran war, dass die Örtlichkeit keine eigene Location besaß. Man hörte lediglich, was Sam und Max zu dem Fundbüroangestellten sagten: „Sie müssen mit unglaublichen magischen Fähigkeiten ausgestattet worden sein, die ihre körperlichen Mängel wieder wettmachen“. Selbst jetzt, beim sinngemäßen Niederschreiben dieses Zitats, kann ich mir das Schmunzeln nur schwerlich verkneifen. Der Humor in ‚Sam & Max‘ war eben einzigartig: Zynisch und sarkastisch, aber ohne gleich vulgär zu werden. Nur wenige Titel hatten das drauf. Fakt ist, wer richtig lachen können wollte, der kam um die tierischen Detektive keinesfalls herum.

Des Weiteren hatte ‚Sam & Max‘ für unsere kleine Redaktion schon immer einen besonderen Stellenwert inne. Das lag sicherlich auch daran, dass auf Heikos Adventureliste der besten 25 Adventures Hund und Hase einen deutlich höheren Platz eingenommen hätten. Für ihn war Steve Purcells Werk ein noch viel größerer Meilenstein des Genres, was der ein oder andere vielleicht auch in unseren Designs (speziell in der Rubrik „Über uns“) bemerkte. ‚Sam & Max‘ bot das einzige Adventure-Duo auf dem Markt, das sich selbst nicht allzu ernst nahm und damit eine regelrechte Wohlfühl-Atmosphäre erzeugte. Und eben einen Hauch von diesem Charme wollte Heiko auch auf unserer Webseite haben, woraufhin er dies bei unseren beiden Designs, Version 1.0 und 2.0, spürbar berücksichtigte. Somit wurde Hund und Hase auf eine gewisse Art, zumindest für uns, untrennbar mit dem Namen ‚Adventures Unlimited‘ verbunden.
Platz 12: The Dig
'The Dig' (1995) - Ein spannender SciFi-Movie in Adventure-Form
Dieses Adventure ist noch immer für mich das unangefochtene Synonym für eine endlos spannende Geschichte. Zusammen mit meinem Bruder und einem guten Freund gleich am ersten Tag komplett durchgespielt – ohne jedwede Pause und bis in die frühen Morgenstunden. Uns drei hat der Titel einfach nicht mehr vom Rechner weggelassen, als wir einmal damit anfingen.

Ursprünglich stammte das Konzept von Steven Spielberg, der diese Idee in den Achtzigern eigentlich in einen spannenden SciFi-Kinofilm verpacken wollte. Dummerweise waren die Ideen derartig abstrus und weitgefächert, dass es keine Möglichkeit gab, den Film umsetzen zu können, ohne die Grenzen des Budgets oder der damals kaum vorhandenen CG-Technik zu sprengen. Also gab er das Ganze an seinen guten Freund George Lucas weiter, der eine Umsetzung als PC-Adventure plante. Was dann aber geschah, war wohl beispiellos in der Geschichte von ‚LucasArts‘. Der Titel wurde nämlich begonnen, dann wieder eingestampft, dann wieder begonnen und wieder eingestampft. Zuerst betätigte sich Noah Falstein als Projektleiter, Beginn der 90er, der satte 18 Monate damit verbrachte, bevor die Entscheidung getroffen wurde, das Adventure einzustellen. Versuch zwei startete ‚Loom‘-Erfinder Brian Moriarty, der die Story deutlich an Spielbergs Vision anzulehnen versuchte und damit die Geschichte größtenteils noch einmal neu schrieb. Doch auch sein Bestreben führte zu keinem fertigen Spiel. Erst der dritte Versuch unter Sean Clark sollte auch eine Veröffentlichung nach sich ziehen. Leider sah man diese Odyssee der Verkaufsversion deutlich an. Die Technik war mittlerweile viel weiter und da hinkte ‚The Dig‘ spürbar hinterher. Aber das hatte natürlich auf die teuflisch spannende Erzählweise überhaupt keinen Einfluss. Denn auch wenn die Story insgesamt drei Mal auf verschiedene Arten geschrieben wurde, blieb der Grundgedanke derselbe, der eine Crew ans andere Ende der Galaxis verschlagen sollte, wo sie auf Zeichen einer alten Alien-Zivilisation trafen. Die hatte sich selbst ausgerottet. Nicht etwa mit Massenvernichtungswaffen, sondern durch die Idee eines einzelnen Erfinders, der eine Art Traumwelt erschaffen konnte. Einmal gefangen in dieser, schaffte es kein einziges Individuum jemals wieder aus ihr hinaustreten zu können. Wer zu tief vordrang, konnte nicht mehr umkehren. Doch bevor die Aliens diesen Umstand verstehen konnten, war es bereits viel zu spät und die gesamte Zivilisation war durch die Pforte getreten. Alle bis auf einen: den Erfinder selbst. Seinen Leichnam konservierte er Tausende von Jahren, um Neuankömmlinge zu warnen, nicht den gleichen Fehler zu machen, wie sein Volk. Er wollte seiner Zivilisation nur Wohlstand geben und führte sie aber geradewegs ins Verderben. Selbst den Tod konnte er besiegen. Er erfand spezielle Kristalle, die Tote wieder zum Leben erwecken konnten. Jedoch gab es eine schlimme Nebenwirkung: Die von den Toten Zurückgekehrten wurden abhängig von der Substanz. Das verdeutlichte auch der Team-Kollege und Geologe Dr. Brink, der bereits kurz nach der Ankunft verstarb und von Commander Boston Low wiederbelebt wurde. Je mehr Brink von diesen „Lebenskristallen“ in die Finger bekam, je wahnsinniger und brutaler wurde er.

Die Geschichte war wirklich filmreif und sehr vielschichtig. Überhaupt befriedigte das Adventure ungemein den Forscherdrang. Man musste einfach immer mehr herausfinden. Und als man die Lebenskristalle fand, ihre Wirkung verstand und dann auch noch auf den Leichnam eines Aliens traf, konnte die Neugier kaum größer sein. Und das alles untermalt von einem musikalischen Soundtrack, der es in sich hat. Komponist Michael Land hatte sich selbst übertroffen. Die Mischung aus Wagner und ambienten Klängen waren sogar ohne das Adventure absolut hörenswert und schafften im Spiel eine unvergleichliche Atmosphäre. Ähnlich atmosphärische Melodien habe ich niemals wieder in einem Computerspiel hören dürfen.

Ich hoffe inständig, dass die Idee irgendwann von Steven Spielberg erneut aufgegriffen wird und nicht „nur“ im DOS-Gerüst vor sich hingammelt. Aber mittlerweile erfahren ja die Adventures, zumindest zum Teil, eine Art Renaissance. Bei Downloadanbieter ‚Steam‘ ist unter anderem ‚The Dig‘ ab sofort für wenig Geld wieder erhältlich und sogar kompatibel mit den neusten Windows-Versionen. Leider bislang ausschließlich in englischer Sprache.
Platz 11: Flight of the Amazon Queen
'Flight of the Amazon Queen' (1995) - Amiga oder nichts! Nur die Amiga-Version konnte überzeugen und fungierte in Amiga-Kreisen als Gegengewicht zum kalifornischen Adventure-Gott 'LucasArts', nachdem der Amiga 1993 den Rücken kehrte
Auch wenn ich bislang stets die Amiga-Version bevorzugte, sofern ein Spiel auf diesem System erschien, so muss ich bei ‚Flight of the Amazon Queen‘ ganz deutlich sagen, dass ich ausschließlich die Amiga-Version meine. Und das trotz der Tatsache, dass lediglich die englische Version für meinen Lieblingscomputer erschien und das Intro wegfiel. Warum das so ist, will ich gern erläutern: Als ich damals in der Zeitschrift ‚Amiga Games‘ von ‚Flight of the Amazon Queen‘ las, fielen in einem Vorschaubericht große Worte. Immerhin sollte sogar eine CD-Fassung für das AmigaCD³² erscheinen, die obendrein die deutsche Sprachausgabe des PCs innehaben sollte. Ich war gespannt und musste den Titel unbedingt haben. Aber, wie es leider in Amiga-Kreisen bald immer üblicher werden würde, wurde viel mehr versprochen, als letztlich eingehalten wurde. Das hieß: Keine CD-Version und obendrein schaffte es nur eine englische Version in das Amiga-Repertoire. Das war richtig schade, aber bereits die Screenshots erinnerten mich so sehr an ‚LucasArts‘-Spiele wie 'Indiana Jones and the Fate of Atlantis', dass ich einfach zuschlagen musste. Und der Kauf lohnte sich bis zur letzten D-Mark.

Joe King sollte in den 1930ern die Schauspielerin Faye Russel zu ihrem nächsten Drehort fliegen, als auf halber Strecke plötzlich der Blitz ins Triebwerk einschlägt und dem Flug ein jähes Ende bereitet. Nur mit Not schafft Joe eine Bruchlandung, bei der glücklicherweise niemand verletzt wird. Dummerweise ist man inmitten eines Dschungels abgestürzt. Doch schon bald entpuppt sich die eigene Rettung als Nebensächlichkeit. Denn ein verrückter Professor treibt dort seine Experimente mit den schmucken Amazonen, die unweit in einem Dorf leben. Kaum dort, verliebt sich der Bruchpilot schwupps in die Anführerin der Frauengemeinschaft. Als die dann aber entführt wird, bleibt Joe keine Wahl, als sich mit Frank Einstein, dem verrückten Professor, anzulegen. Der verwandelt obendrein die hübschen Amazonen in saurierähnliche Wesen, um eine Armee für die Weltherrschaft in petto zu haben. Und das alles unter dem Deckmantel einer Lederhosen-Fabrik inmitten des Amazonas.

Trotz des hohen Spielspaßfaktors liebäugelte ich stets zur PC-Fassung, die ich aber nicht kannte. Doch sie sollte durchgehend deutsche Sprachausgabe besitzen. Ich fragte mich, wie die sprachliche Besetzung aussehen würde. Es sollten einige Jahre vergehen, bis ich die DOS-Fassung in meiner Sammlung hatte … und ich wurde aufs massivste enttäuscht. DAS hatte ich nicht erwartet: Die PC-Version besaß eine musikalische Untermalung, die selbst für Midi-Verhältnisse arg mager war – keine Vergleich zu den angenehmen Melodien beim Amiga. Aber das größte Problem war doch tatsächlich die deutsche Sprachausgabe. Eben das Feature, auf das ich mich jahrelang gefreut hatte. Joe und Konsorten bieten wohl eine der schlechtesten und miesesten deutschen Vertonungen, die mir jemals untergekommen ist. Vor allem Joes Sprecher klingt stets, als ob er etwas im Mund hätte und dass er überall auf der Erde wohnen würde, nur eben nicht in Deutschland. Furchtbar und schade zugleich!! Denn so hat sich vielleicht der ein oder andere PC-Nutzer gar nicht erst auf das Abenteuer mit Joe King eingelassen. In Amiga-Kreisen galt es jedoch als eine Art Gegenwicht zu ‚LucasArts‘, die bei Erscheinen von ‚Flight of the Amazon Queen‘ bereits keine Amiga-Portierungen mehr durchführten. Als Fan des Amigas war man deshalb stets auf der Suche nach Firmen, die den damaligen kalifornischen Adventure-Gott ersetzen könnten. Und dieses Adventure packte das schwere Erbe mit Bravour, das von den australischen und bis dato unbekannten Machern von ‚Interactive Binary Illusions‘ stammt. In dessen Rängen saßen sogar Mitarbeiter der legendären ‚The Bitmap Brothers‘-Schmiede. Leider habe ich persönlich nie wieder etwas von den australischen Adventure-Entwicklern gehört. Scheinbar war es ihr einziges Werk, mit dem sie sich allerdings, meiner Meinung nach, ein schönes Denkmal gesetzt hatten – wenn auch nur in Amiga-Kreisen.

Fortsetzung in der nächsten Kolumne …

Falko Tetzner _ 24.08.2009

Kommentare

Lamar: Juchu da ist ja die 3 Ausgabe der Kolumne :-))

"Baphomets Fluch 2" und auch "Flight of a Amazon Queen", wären auch bei mir bei den besten Adventure gelandet.

Beides Top Adventure, die zu meinen Lieblingen gehören.

"The Dig" und auch "Sam & Max" finde ich persönlich jetzt nicht so berauschend, das sie zu den besten 25 Spielen gehören könnten. Wobei "Sam & Max" um einiges besser ist als "THE DIG". Aber eben beide keine TOP 25 :-(( Sorry

Und das Sherlock Holmes Game wäre bei mir auch nicht unter die besten 25 gekommen, wobei ich auch gestehen muß, das ich dieses Game nicht gespielt habe. Ich habe lediglich die letzten 4 Sherlock Holmes Games in meinem Besitz !

Fazit: 2 der 5 Spiele hätte es auch bei mir unter die besten 25 Games geschafft, wenn sie auch andere Plätze belegt hätten.

TOP Kolumne wieder mal !!!! GLÜCKWUNSCH !!
(24.08.2009, 14:09 Uhr)

Lamar: Hätte noch ein Anliegen :-))

Macht ihr noch ein "The Westerner 2" Review ???

Da hätte ich nämlich auch nen fetten Beitrag zu posten :-(( Leider absolut kein oder kaum einen Positiven.

Frechheit was einem da geboten wird, bis auf die Zwischen Sequenzen eine absolute Frechheit dieses Spiel. Aber mehr wenn das Review kommt :-))
(24.08.2009, 14:13 Uhr)

Falko Tetzner: Ja, ein entsprechendes Review wird auf jeden Fall noch kommen. Ich kann aber nicht genau sagen, wann. Wir haben den Titel seit längerem auf unserer Festplatte und haben sogar den Vertreiber gefragt, ob es wirklich Sinn macht, ein Review zu veröffentlichen. Denn unser Fazit wird wohl ähnlich dem ausfallen, was Du bereits angedeutet hast. In diesem Sinne ... und nun zurück zur eigentlichen Kolumne. Tu' uns aber bitte einen kleinen Gefallen und schreibe zukünftige Anfragen dieser Art, die hier praktisch themenfremd sind, bitte in die Newskommentare oder kontaktiere uns direkt. Unter so einem Artikel ist da eben nicht so schön. Danke Dir aber dennoch für die netten Worte. Freut uns, dass Dir die Kolumne gefällt! :)
(24.08.2009, 18:44 Uhr)

Vykk: Tolle Kolumne!!!
Wollte eigentlich nach meiner arbeit (ich schreibe an meiner bachelorarbeit)nur mal vorm schlafen gehen gucken, ob es heute was neues in den news gibt und kriege erst jetzt mit, das hier eine echt tolle kolumne schon ihren dritten part erreicht hat. bringt spaß zu lesen und so ca. die hälfte der bis jetzt genannten tital wären auf jeden fall auch bei mir in den top 25! ( Black Mirror, The book of unwritten tales, sam&max, simon the sorcerer, floyd, baphomets fluch2)
also deinen erzählungen nach, muß ich unbedingt mal the dig spielen. wollte ich schon immer mal gemacht haben, aber es gab und gibt da noch sovile adventures, die noch auf mich warten... :-) habe deinen bericht dann auch lieber nicht zuende gelesen, bevor ich mir dann doch noch die spannung nehme. :-)
freue mich schon auf die letzten platzierungen!!!
(25.08.2009, 01:52 Uhr)

Pete: Finde ich auch ganz toll geschrieben und ne nette Anregung, mal wieder ein paar alte Sachen zu spielen...

Wenn man jetzt mal überlegt, was alles noch NICHT kam, wird es echt interessant für die letzten zehn Plätze.
Für mich fehlen auf jeden Fall noch Grim Fandango, DOTT, Monkey Island 1, Monkey Island 3, (Monkey 2 eigentlich auch), Indy 4, Baphomets Fluch, King's Quest 6, Gabriel Knight, Discworld 2 und The Last Express. Ups - das sind ja schon zehn Stück. Mal sehen, wie viele davon stimmen. ;-) Und The Longest Journey war nicht mal in der Liste. Bin gespannt. *g*
(25.08.2009, 18:33 Uhr)

Richard: Was habe ich mich über Teil III gefreut! Eine richtig schnieke Kolumne! Merci! :]

Interessant wäre es übrigens auch, zu erfahren, wie's in HEIKOs Fave-Liste aussähe ;)
(29.08.2009, 01:16 Uhr)

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