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Kolumne 53
Ungereimtheiten in Adventure-Perlen
Part VII
- Vollgas -
27.04.2017


'Thimbleweed Park'
Review
30.03.2017


'Zak McKracken and the Alien Mindbenders'
Klassiker-Review
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'Maniac Mansion'
Klassiker-Review
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Retro-Kolumne über Spieleklassiker aller Plattformen
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Ungereimtheiten in
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Der Kult-Interpreter für LucasArts-Adventures und viele mehr
(Anleitung im FAQ)


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Emuliert MS-DOS und alle Adventures, welche dieses voraussetzen
(Anleitung im FAQ)


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08.04.2017


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30.03.2017


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Kolumne 23: Die besten 25 Adventures aller Zeiten - Part I
Adventures sind unsere Leidenschaft, rätseln wir uns doch bislang seit rund 2 Jahrzehnten durch allerhand Abenteuer an der Seite von so vielen Helden. Doch auch in der Masse gibt und gab es stets Spiele, die sich von anderen abhoben, die schlichtweg anders waren. Sei es nun durch charmante Charaktere, eine tolle Geschichte, eine interessante Spielwelt oder gleich alles zusammen. Mit dieser Kolumnen-Serie möchte ich Euch diese und die nächsten vier Kolumnen nahe bringen, was ich niemals wieder von meiner biologischen Festplatte habe löschen können. Adventures, die mich selbst heute noch begleiten und die ich öfter heraus krame, wie sich das so manch anderer Entwickler für sein Produkt wünschen würde. Die für mich besten 25 (5 pro Kolumne) habe ich für Euch herausgesucht, garniert mit persönlichen Eindrücken und nostalgischem Unterton. Viel Spaß!

Ich kenne Spieler, die meinen, es sei uninteressant Adventures nach dem Durchspielen wieder anzufassen. Man wüsste ja schon alles. Ob man nun alles weiß oder nicht – oft bieten gute Titel selbst heute noch Dinge und Kommentare, die man bislang übersehen oder noch nicht gehört hatte – es ist für mich jedes Mal aufs Neue wieder der gleiche Spaß, Klassiker nochmals zu installieren und noch einmal durchzuspielen. Ich rechtfertige das dann immer mit dem Umstand, dass für mich das nochmalige Durchspielen so ähnlich ist, wie sich seinen Lieblingsfilm mal wieder in den DVD-Schacht zu schieben. Den kennt man immerhin auch schon, dennoch kramt man ihn regelmäßig wieder heraus. Die hier, und wie in den kommenden vier Kolumnen, genannte Liste basiert ausnahmslos auf meiner eigenen Meinung. Abweichungen mit offiziellen Quellen und natürlich Eurer eigenen Meinung sind sicherlich wahrscheinlich. Außerdem hat der Text, aufgrund einiger genannter Klassiker aus den 90ern starken Bezug zum damaligen Spielcomputer Amiga. Und besonders wichtig: Ich möchte noch darauf hinweisen, dass hier einiges aus den Spielen verraten werden wird (Spoiler), weshalb jeder, der einen Titel erst noch selbst erleben möchte, die betreffenden Platzierungen überspringen sollte. Denn immerhin möchte ich mit diesem und den kommenden Artikeln niemanden die Freude verderben.
Platz 25: Simon the Sorcerer
'Simon the Sorcerer' (1993) verdient auf meiner Liste der besten Adventures überhaupt
Den Anfang vom Ende meiner persönlichen Highlight-Liste stellt ‚Simon the Sorcerer‘ von ‚Adventuresoft‘ dar. Als das Spiel im Jahre 1993 für den Amiga erschien, konnte ich kaum meinen Augen trauen. Immerhin konnte meine „Freundin“ (dt. Übersetzung von „Amiga“ aus dem Spanischen) ausschließlich im so genannten ECS-Modus magere 32 Farben darstellen, während der PC, damals nannte ich den verhassten Nebenbuhler noch „DOSe“, mit todschicken 256 Farben eine deutlich stärkere Konkurrenz war. Interessanterweise konnte man die fehlenden Farben in der Amiga-Version praktisch gar nicht sehen, der Titel sah auch dort farbenfroh und einfach toll aus. Vor allem die wahnsinnig liebevollen Animationen hatten es mir angetan. Dort drehte ein Vogel seine Kreise, woanders stürzte sich ein Bussard auf eine kleine Feldmaus und wieder woanders flogen Schmetterlinge um die Wette. Selten hatte ich ein derart liebevolles Setting zu Gesicht bekommen. Man fühlte sich einfach wohl in dieser Märchenwelt und es machte Spaß, sie zu durchstreifen.

Darüberhinaus hätte Simon sicherlich gut in meinen Freundeskreis gepasst. Es ist schon verrückt, wie sehr man sich mit Figuren identifizieren kann, die wie reale Personen mit vielen kleinen Ecken und Kanten über den Bildschirm flimmern. Bei Simon war es der Umstand, schlicht größer sein zu wollen als er eigentlich war. Er hielt sich für supercool, allwissend und männlich – kurz: Er hatte eine große Klappe und nichts dahinter. Wer war in dem Alter anders? Und eben das machte ihn so sympathisch. Seine Sprüche wussten stets zu zünden und seine offensichtliche Unzurechnungsfähigkeit in manchen Dingen machte er dadurch wett, dass er doch immer wieder zum menschlichen Simon zurückfand, indem er beispielswiese einen armen kleinen Sumpfling an seinem Geburtstag Gesellschaft leistete, weil keiner seiner Bekannten das für nötig hielt. Dabei verarbeitete ‚Adventuresoft‘ praktisch 1:1 bekannte Kost aus dem Hause ‚LucasArts‘. Guybrush Threepwood zeigte sicherlich vielen Entwicklern, wie man einen Charakter für die Ewigkeit schafft. Wenn auch Simon den Vergleich zu Guybrush nicht ganz standhalten würde, ist sein erstes Abenteuer für mich ganz klar in der Hit-Liste auf Platz 25 meiner beliebtesten Abenteuerspiele.

Im Laufe der darauffolgenden Jahre nach dem Release fanden noch andere Versionen den Weg in mein kostbares Archiv – darunter die Amiga-AGA-Version, die der PC-Version in Farben endlich in nichts mehr nachstand, der Amiga-CD³²-Version, die sogar durchgehende englische Sprachausgabe bot und zu guter letzt die deutschsprachige PC-CD-Fassung, die mir mit der tollen Stimme von Erik Borner den guten Simon gleich noch stärker ans Herz wachsen ließ. Verrückt war, als ich die mir 1996 kaufte, besaß ausschließlich mein Vater einen Windows-95-Rechenknecht, ich selbst setzte auf meine Amigas. Aber ich wusste wohl schon damals, dass man der Windows-Welt als Spieler ohnehin nicht ewig fernbleiben konnte, zumal viele Adventures zu dieser Zeit gar nicht mehr für den Amiga umgesetzt wurden. Zumindest war es für mich wichtig, ‚Simon the Sorcerer‘ mit deutscher Sprachausgabe zu besitzen, auch wenn ich wusste, den Titel vorerst so gut wie gar nicht unter Windows spielen zu können, da ich eben den Rechner selbst nicht besaß.
Platz 24: Floyd - Es gibt noch Helden
'Floyd - Es gibt noch Helden' (1997) - Der Beginn etwas mau, dann einfach nur genial!
Verweilen wir gleich bei ‚Adventuresoft‘, denn auch Ihr „Nach-Simon-Werk“ hat es in meine persönliche Favoritenliste geschafft. Dabei hatte mich ‚Floyd – Es gibt noch Helden‘ zu Beginn leicht enttäuscht. Man zog viel zu lange durch die Stadt Metroprime und musste viel zu viele Rätsel lösen, bis der Titel dann endlich richtig loslegte und den froschähnlichen Helden nach Cygnus-Alpha schickte, wo er umerzogen werden sollte. Diese Stelle fand ich damals für Kinder recht unpassend, war doch Floyds Verhör eine menschenunwürdige Folter, die beinahe 1:1 aus George Orwells Buch „1984“ parodiert wurde. Dennoch hatte selbst diese Parodie einen zu ernsten Unterton als dass es ab 12 Jahren freigeben hätte werden sollen. Doch der fade Beigeschmack verflüchtigte sich schlagartig, als Floyd, mithilfe der Freiheitskämpferin Dolores, aus den Folterkammern des Regimes fliehen kann und sich der Zerschlagung des Systems anschließt. Ab diesem Zeitpunkt weiß Schöpfer Simon Woodroffe nicht nur wieder gekonnt Gags zu erzählen, sondern er führt auch die wohl witzigste Nebenfigur in meinem Spielleben ein: S.A.M. Vor allem in der deutschen Version (die englische Original-Fassung war bei weitem nicht so gut) war der freche und zynische Humor dieses durchgeknallten Kampfroboters der Glanzpunkt des gesamten Spieles („Habe ich doch glatt den Brenner neben dem Dynamit liegen lassen...“) Später erinnerte das Abenteuer dann immer deutlicher an ‚Star Wars‘, was mit einer Notlandung auf einem Planeten voll naiver Eingeborener begann und in einer Rebellenbasis gipfelte. Hier wurde wirklich gekonnt abgekupfert und zu einer durchdachten und tollen Mischung zusammengerührt. Vor allem die lange Spielzeit wusste für viele Tage, bei anderen sicherlich gar für Wochen, an den Bildschirm zu fesseln. Für mich wäre ‚Floyd‘ noch viel weiter oben in meiner Hitliste gelandet, wenn da nicht eben das Problem mit Metroprime wäre, das den Entwicklern nur bedingt gelungen ist und sofort einen beinahe viel zu ernsten Unterton in das Spiel bringt. Zudem ist die Steuerung deutlich zu fummelig. Nervfaktor Nummer eins war jedoch eine Passage in einer Spielhalle, an der man schon mal verzweifeln konnte. Denn dort mussten kleine Minispiele zwingend hintereinander gewonnen werden, von denen jedoch nur einige leicht lösbar waren, zumal man unter Zeitdruck stand. Leider wurde das niemals durch einen Patch entschärft und nervt mich heute noch.

Aber der Charme der drei Haupt-Charaktere, die tolle Geschichte und das überraschende, weil verblüffende Ende reichten dann doch noch, um für immer in meinem Kopf eingebrannt zu sein. Und seit der Titel von ‚ScummVM‘ unterstützt wird, habe ich ihn dort mindestens schon ein paar Mal wieder durchgespielt. Mein Eifer war sogar so gewaltig, dass ich mir aus dem Internet mühselig zusammenreimen musste, wie man die Video-Sequenzen dort nutzbar macht, weil es aufgrund der Menge ohne sie keinen Sinn oder Spaß machen würde. Wer das ebenso sieht und an der Umwandlung gescheitert ist, der sollte mal in unser FAQ schauen. Dort gibt’s die Antworten.
Platz 23: Erben der Erde
'Erben der Erde' (1995) war für mich DER Grund, mir ein CD-ROM-Laufwerk für meinen Amiga zu kaufen
Ach ja, ‚Erben der Erde‘: Das wäre sicherlich untergegangen, wenn ich in den 90ern PC-User gewesen wäre. Immerhin erschienen auf der DOSe noch regelmäßig Adventures, während man beim Amiga zu dieser Zeit bereits froh war, dass sich überhaupt noch ein Entwickler an Umsetzungen für meinen Lieblingscomputer setzte. ‚Erben der Erde‘ war so ein Kandidat, der übrigens, als erstes Spiel für den Amiga überhaupt, durchgehend, deutsche Sprachausgabe besaß. Das verursachte bei PC-Freunden zwar nur ein müdes Gähnen, für mich war es jedoch mein ganz persönliches ‚Star Wars – Rebel Assault‘. Will heißen, dass es für mich kein Halten gab, mir schnellstmöglich ein CD-Laufwerk für meinen Amiga zuzulegen, wie es damals bei PC-Spielern ‚Rebel Assault‘ verursachte, das für den Verkauf von Unmengen dieser Laufwerke verantwortlich gewesen war. Ich sah ‚Erben der Erde‘ bei einem Freund und hatte in binnen kurzer Zeit nicht nur besagtes CD-ROM-Laufwerk, sondern natürlich auch die Verkaufsversion.

Der Titel hatte nicht nur einfach deutsche Sprachausgabe, sondern obendrein noch eine verdammt professionelle. So sprach Normat Matt den Haupthelden Rif, vom Stamm der Füchse, der später auch Freibeuter Guybrush Threepwood seine Stimme leihen sollte. Schon alleine wegen diesem Hörgenuss spielte ich den Titel rauf und runter und stellte fest, dass es nicht nur die Sprachausgabe war, die mich an das Fabel-Adventure schweißte. Natürlich waren die drei Charaktere Rif (den übernahm der Spieler), Okk der Keiler und Eeah der Hirsch wahnsinnig sympathisch, vor allem weil sie von Feinden im Laufe des Adventures mehr und mehr zu waschechten Freunden wurden. Das hatte schlichtweg was. Außerdem übertrumpfte das Fabel-Märchen selbst ‚Indiana Jones IV‘ in Sachen Umfang. Während Indy bereits mit beachtlichen rund 200 verschiedenen Locations eine Weile auf dem Siegertreppchen stand, übertrumpfte ihn Rifs Abenteuer um satte weitere 100 Räumlichkeiten. Die Spieldauer war deshalb beachtlich und führte den Spieler an viele interessante Orte, rund um das Geheimnis, warum die Tiere plötzlich sprechen konnten und wohin die Menschheit verschwunden war. Deren Bauwerke, wie beispielsweise einen Flughafen, zu erkunden war das absolute Highlight des Spieles, weil es eine ungeheure Spannung und Neugier wecken konnte. Die vielen Nebenabenteuer drängten außerdem das eigentliche Ziel des Spieles, die verschwundene Sturmkugel zu finden, stetig in den Hintergrund. Die Welt war dadurch unwahrscheinlich lebendig und wirkte in sich absolut schlüssig. Jeder Ort hatte seine eigenen Bewohner und dort hatte jeder seine eigenen Probleme. Ganz große Klasse!

Leider erschien niemals eine Fortsetzung zu diesem tollen Adventure, das vor allem wegen dem offenen Ende dringend eine nötig gehabt hätte. Sie wurde zwar inoffiziell angekündigt, doch das Release wurde gleich um Jahre auf „20XX“ verschoben, was so ziemlich alles bedeuten kann. Wahrlich verdammt schade!
Platz 22: Beneath a Steel Sky
'Beneath a Steel Sky' (1994) - Eine der letzten großen Amiga-Konvertierungen
Etwas düsterer ging es in diesem Adventure zu, das auf dem Amiga um das sehenswerte Intro und sogar einige Passagen (zum Beispiel die Gerichtsverhandlung) erleichtert wurde. Ersteres lag nur als Comic in der Spielverpackung. Robert Foster hat keine Ahnung, dass sein Vater sich selbst an einen gigantischen Computer namens LINC angeschlossen hatte, der ihn dafür missbrauchte, seine böswilligen Ideen eines totalitären Systems in die Tat umzusetzen. Die Menschen werden bizarr von Unwürdige, über Arbeiter, bis hin zur Elite klassifiziert und nur wer einen hohen Rang besitzt, hat Rechte, alle anderen sind Sklaven des Systems. Die Grundidee von Revolution Softwares ‚Beneath a Steel Sky‘ war gelungen und konnte fesseln. Vor allem die bildschöne Grafik verdiente so richtig das Lob, VGA-Adventure genannt zu werden, für das ‚Watchmen‘-Erfinder Dave Gibbons sämtliche Bildwerke aufwendig zeichnete. Das Ergebnis konnte sich jedenfalls absolut sehen lassen. Spielerisch ging man neue Wege. So weit ich mich erinnern kann, war dieser Titel einer der ersten, die ich in die Finger bekam, der komplett auf ein stetig sichtbares Interface verzichtete. Für Interaktionen nutzte man lediglich die beiden Maustasten, wer Gegenstände benutzen wollte, musste den oberen Bildschirmrand berühren, der dann kurzzeitig das Inventar sichtbar machte. Selbst heute findet man dieses Konzept sehr häufig in aktuellen Titeln beinahe unverändert vor.

Einziger Wehrmutstropfen war die Tatsache, dass das Spiel ohne Festplatte und zweites Diskettenlaufwerk am Amiga fast absolut unspielbar war. Trotz meiner satten 2,3 MByte RAM (das war damals höllisch viel für Amiga-Verhältnisse) merkte sich das Programm keine Räumlichkeiten. Jede Location wurde beim erneuten Betreten wieder vollständig eingeladen. Außerdem umfasste das Datenpaket unfassbare 15 Disketten, die man ohne Zweitlaufwerk pro Locationwechsel mehrmals wechseln musste. Mit einem zweiten Laufwerk war es zumindest etwas besser spielbar, immerhin setzte der Titel den zusätzlichen Drive im Grunde voraus. Wer eine Festplatte besaß, der musste, zumindest am Amiga, eine unendliche Geduld mitbringen. Die Installation dauerte nämlich sage und schreibe 4,5 Stunden. Diese Zeitspanne habe ich nur ein einziges Mal durchgehalten. Angeblich dauerte der Prozess derartig lange, weil die Spieldateien entpackt auf die Amiga-Festplatte installiert wurden, um die späteren Ladezeiten im Spiel selbst zu verkürzen. Wer das Spiel von Hand installierte und die Dateien lediglich kopierte, schaffte die Installation in einem Bruchteil der Zeit und die Ladezeiten waren nur absolut unbedeutend länger – wir sprechen hier von wenigen hundertstel Sekunden. Dafür 4,5 Stunden zu warten, ist übertrieben und einfach totale Zeitverschwendung. Denn wer den Titel kannte und bereits durchgespielt hatte, der schaffte es, ‚Beneath a Steel Sky‘ in dieser Zeit komplett durchspielen.

Aber diese Probleme konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein hervorragendes Adventurespiel handelte. Es ist mir persönlich noch immer absolut unverständlich, warum diesem Titel der Erfolg komplett verwehrt blieb, trotz guter Kritiken und Wertungen in der Fachpresse. Einziger Kritikpunkt von mir am Spiel selbst, ist im Grunde nur der Punkt, dass man die tolle Basis der Freundschaft zwischen Robert und seinem mechanischen Kumpel Joey noch stärker hätte vertiefen können. Wenn schon ein so cooler Sidekick (Wer wollte nicht schon immer mal einen Roboter als besten Freund?) vorhanden ist, dann hätte man den ruhig mehr in den Vordergrund rücken können. Man bedenke nur ‚Sam & Max‘.

Leider ist auch hier niemals eine Fortsetzung erschienen, auch wenn sie mehr oder weniger offiziell angekündigt wurde. Ich persönlich glaube zwar, dass die Handlung grundlegend abgeschlossen ist, jedoch hat mich ständig Howard Hobbins Schlussaussage „Sei wachsam“ irritiert. Immerhin war das doch die Hauptparole des alten Regimes.
Platz 21: Black Mirror
'Black Mirror' (2002) - Ein Adventure der zweiten Ära, dennoch ein zeitloser Klassiker
Ja, selbstverständlich haben es auch Spiele der zweiten Adventure-Ära (seit dem Millennium) in meine Liste geschafft. Ich war zum Zeitpunkt des Erscheinens von ‚Black Mirror‘ einer der Spieler, die der Ansicht waren, dass ohne ‚LucasArts‘ und Co. keine echten, nennenswerten Abenteuer mehr auf den Markt kommen würden. Vielen neueren Spielen fehlte einfach das gewisse Etwas und vor allem eine richtig interessante und spannende Geschichte. Als ich aber ‚Black Mirror‘ als Test-Version vor mir liegen hatte, war ich sofort hin und weg. Alleine die deutsche Sprachausgabe, Held Samuel wurde vom deutschen Johnny Depp gesprochen, war ein Hörgenuss der seinesgleichen suchte. Im Zusammenspiel mit der tollen Atmosphäre und der durch und durch spannenden Geschichte schweißte mich das Adventure ebenso an den Monitor wie ein verflixt spannendes Buch, bei dem man sich abends im Bett, trotz totaler Müdigkeit, immer wieder sagt: „Nur noch die nächste Seite!“ ‚Black Mirror‘ ist und bleibt ein Meilenstein des Genres und hat mir gezeigt, dass die guten Zeiten doch noch nicht vorbei sind.

Das Spielende hatte zwar vorerst das Potenzial einer Fortsetzung buchstäblich zu Boden geworfen, doch nun befindet sich ja doch eine Fortsetzung in der Mache. Persönlich habe ich die stille Hoffnung, die könne dem Vorgänger das Wasser reichen, aber ich bin weiterhin skeptisch und lass mich da einfach überraschen. Denn selbst der ‚Black Mirror‘-Entwickler ‚Unknown Identity‘ konnte nach ‚Black Mirror‘ nicht noch einmal so einen Kracher landen. ‚Nibiru‘ war, in meinen Augen, zwar auch echt gut, aber keinesfalls so gut wie der große Bruder ‚Black Mirror‘ – und von ‚Reprobates‘ wage ich kaum zu sprechen. Denn das hat mich als Spieler so richtig enttäuscht, wenn auch die Story im späteren Verlauf deutlich an Schwung zunahm und vor allem die Traumsequenzen eine Offenbarung für mich waren. Dennoch haben die Macher die eigene Kost, die allen in Form von ‚Black Mirror‘ geschmeckt hatte, nicht noch einmal in diesem Maße hinbekommen können. Sogar im Freundeskreis konnte ich einige für Samuels Erkundungen begeistern, die sonst eigentlich gar nichts mit „unserem“ Genre am Hut haben. Und ein Adventure, das so etwas schafft, gehört schlichtweg in diese Liste.

Fortsetzung in der nächsten Kolumne …

Falko Tetzner _ 24.06.2009

Kommentare

Lamar: Dann werde ich zu diesen 5 Titeln mal meinen Senf abgeben :-))

Ich bin ja ein absoluter Kenner und Genießer der neuen und alten Adventure (Chewy, Bazooka Sue, Indiana Jones, Flight of the Amazon Queen, Orion Burger, Kings Quest, Larry Laffer etc etc etc)

Also "Black Mirror" finde ich absolut genial genauso wie "Floyd". (2 total dufte Spiele)

"Simon the Sorcerer" ist einfach nur Kult und das Spiel gehört in den Adventure Himmel :-))

"Beneath a Steel Sky" finde ich persönlich relativ schlecht, hat mich überhaupt nicht angesprochen dieses Spiel. Kann vielleicht dran gelegen haben, das ich es auf dem PC gespielt habe,

Und zu meiner Schande muß ich sagen: Von "ERBEN DER ERDE" habe ich noch nie was gehört :-(((
(24.06.2009, 20:31 Uhr)

Lamar: Außerdem bin ich tierisch gespannt was da noch so von euch auf die Plätze verwiesen wird :-))))

Ich hoffe doch mal stark das Baphomets Fluch 1 - Geheimakte 1 oder 2 - Runaway - Monkey Island 3 - The Book of Unwritten Tales dabei sein werden *g*

Aber auch Spiele wie Jack Keane, Discworld, Syberia, Nibiru, A Vampire Story, Ceville, und noch sooooooooooooooooooooooooooooo viele mehr hätten es verdient.

Mit 25 Plätzen kann man dem Genre gar nicht gerecht werden :-(((

Kann man hier auf der Seite mal seine Adventure irgendwo auflisten ? Für andere sichtbar machen ??
Aber bitte net dat Forum erwähnen, daran hatte ich eigentlich nicht gedacht :-)
(24.06.2009, 20:48 Uhr)

okawango: Na da sind aber zwei WOW-Spiele dabei. Gute Idee übrigens mit der Top 25 Liste.
Es wundert mich etwas, dass Floyd und Black Mirror so weit unten gelandet sind. Aber mal schauen, was noch kommt. Die drei anderen habe ich ehe nicht gespielt, kann also eigentlich nicht mitreden.
Zu Floyd möchte ich noch gerne hinzufügen, dass ich sehr viel Gesellschaftskritik gesehen habe. Da fällt mir z.B. "die sind so wie die STASI. Das hab' ich aus einem Erdfilm" :-).
Die Stimme in Metroprime ist auch nicht unwitzig. "Achtung Bürger von Metro Priiiiiimeee. Der Gewinner hat beschlossen, die Galaxie für immer zu verlassen. Seine Freunde und Familien brauchen ihn also nicht zu suchen :-)", oder als Flod gegen einen Automaten tritt und somit gegen Weisung 4387 verstößt oder eben irgend eine andere Weisung :-). Oder weswegen gibt es noch einmal die "Abteilung Kornkreise".... ich komme da wirklich wieder in Stimmung :-).
Ich kann's einfach nicht kontrollieren, aber wenn ich an dieses Spiel denke, dann wandern meine Mundwinkel Richtung Ohren...
Einfach nur ein tolles Spiel.

Black Mirror hättest du nicht treffender Beschreiben können. Mir sind schon die Augenlider zugefallen, aber ich musste - musste einfach - weiterspielen.

Naja, ich bin gespannt auf die nächste Kolumne. Hast bei mir ein paar sehr schöne Erinnerungen geweckt.

Danke.
(25.06.2009, 00:00 Uhr)

Tom G.: Super Idee! Freu mich richtig auf die Fortsetzung :D
(25.06.2009, 15:31 Uhr)

ChandlerC: So, erstmal vorweg ein Lob an diese Kolumne. Eine sehr schöne Idee und auch sehr schön geschrieben. Nun aber zu den Spielen:

25. Simon the Sorcerer:
Auf jeden Fall schön es in der Liste zu sehen, auch wenn es bei mir glaub ich weiter vorne wäre. Gerade die wunderbar gezeichneten Hintergründe können mich immer wieder verzaubern, ebenso wie die Anspielungen auf bekannte Märchen und Geschichten.

24. Floyd - Es gibt noch Helden:
Kann ich leider nicht viel zu sagen, da ich es bisher nicht gespielt habe.

Für
23. Erben der Erde
geht leider fast das selbe. Dies habe ich mir aber schon vor einiger Zeit in einer Sammlung mit anderen alten Adventures privat gekauft und zumindest schonmal einen Blick hinein geworfen. Und soweit sah es auf jeden Fall auch sehr gut aus.

22: Beneath a Steel Sky:
Ohne Frage auch ein Muss auf meiner Top25. Schön spannend und düster. Beim ersten Mal spielen konnte ich gar nicht mehr aufhören, da ich unbedingt wissen musste, was dahinter steckte.

21. Black Mirror:
Im Gegensatz zu manchen, die noch immer über das Ende meckern, kann ich da nichts dran aus zu setzten. Auch ohne die deutsche Stimme von Johnny Depp (die hier sehr gut passt, da er ja auch einige düstere Filme gemacht hat) ist auch dieses Spiel sehr packend gewesen.
Lediglich die Rätsel waren teilweise etwas happig, man denke nur mal an die Sache mit den Sternzeichen.


So.. nun bin ich gespannt auf alle weitere Plätz.
(26.06.2009, 12:31 Uhr)

Robert F.: Absolut lesenswerter Artikel, gut geschrieben und die Länge ist ideal.

Zu den Adventures. Ich würde Erben der Erde nicht in meine Top 25 wählen. Es ist ein gutes Adventure aber es gibt genug bessere.

Simon und Floyd sind aufgrund ihres Humors absolut spielenswert.

Beneath a Steel Sky gehört für mich unter die Top10. Mir gefällt das Setting und der gesellschaftskritische Ansatz. Es wurde vor längerem eine Fortsetzung angekündigt, fraglich ob diese jemals veröffentlicht wird. Da das Spiel bei ScummVM frei herunterladbar ist, sollte jeder es einmal gespielt haben.

Freue mich schon auf die nächsten Platzierungen.
(01.07.2009, 13:25 Uhr)

BruderVerdruss: .
Eine gute Wahl. Wirklich.
Auch wenn ich das eine oder andere in meiner eigenen Rangliste etwas höher gesetzt hätte.
Vor allem den unsterblichen "Floyd".

Zu "Erben der Erde" kam ich anno dunnemals wie die Jungfrau zum Kind. Hab es zuerst für eins von -nach meinen damaligen Spielgewohnheiten- diesen "seltsamen Rollenspielen" gehalten, bis ich gemerkt hab: "Boah....ist ja ein waschechtes Adventure".

Ich freu mich schon auf die nächsten Vorstellungen eurer Hitparade.
So long
BruderVerdruss
(04.07.2009, 11:08 Uhr)

Richard: Danke, Falko! Hat Spaß gemacht, die Kolumne zu lesen! Freue mich schon auf die anderen!
(11.07.2009, 17:43 Uhr)

Nils: Habe alle 5 Spiele gespielt uns muss sagen: Erben der Erde ist nicht einmal in meinen TOP100. Simon the Sorcerer dagegen deutlich weiter oben. In Der Tat ist bei diesem Spiel die deutsche Sprachausgabe besser als die englische...
(14.07.2009, 18:01 Uhr)

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